Robert Lender hat mir ob der Veröffentlichung von HTML5 als „Recommendation“ drei Fragen gestellt, die ich hier in diesem Blogpost beantworten möchte:

Kannst du kurz erklären, was es bedeutet, dass HTML5 jetzt als „Recommendation“ vorliegt?

In der Frage steckt schon viel drin was erklärt werden muss. HTML5 ist die neue Version der Sprache die den Inhalt von Webseiten auszeichnet, also beispielsweise definiert welcher Text eine Überschrift ist oder wie eine Tabelle inhaltlich strukturiert ist. Der „Vorgänger“ ist HTML 4.01 bzw. XHTML 1.0.

Eine „Recommendation“ ist eine Stufe, die Spezifikationen im World Wide Web Consortium (W3C) erreichen können. So bezeichnete Dokumente werden zur Verwendung empfohlen und ein Dokument durchläuft mehrere Schritte bis es soweit ist: Zuerst wird an dem Dokument gearbeitet (Working Draft), dann gibt es eine „Candidate Recommendation“-Phase deren Ziel es ist herauszufinden ob und wie der neue Standard implementiert werden kann. Sollte noch Handlungsbedarf bestehen, so kann eine weitere „Working Draft“-Phase folgen.

Aus der „Candidate Recommendation“ wird schließlich im Optimalfall eine „Proposed Recommendation“. Hier wird  geprüft ob die Spezifikation die formalen Anforderungen an eine Veröffentlichung als Empfehlung erfüllt – unter anderem gehören dazu zwei unabhängige Implementationen des Standards. Die Regeln sind also sehr streng.

In der Praxis bedeutet das für Webdesigner und -entwickler, dass Sie nicht überrascht werden, da sie HTML5-Elemente und Funktionen bereits seit längerem nutzen, gegebenenfalls mit Fallbacks für ältere Browser.

Für Browserhersteller, Regierungsorganisationen und andere Standards-Gremien hilft es aber Funktionen anzupassen, Regulierungen oder Ausschreibungen verbindlicher zu machen oder Browser oder Geräte auf HTML5-Unterstützung zu zertifizieren.

(Die Antwort auf Roberts Frage „kannst du kurz erklären“ lautet also: Nein. ;-)

Welche Vorteile/Neuerungen bringt HTML5 für ein barrierefreies Web?

Zum einen gibt es mehr Elemente um gewisse Bereiche auf der Seite zu definieren, das <main>-Element zum Beispiel zeichnet den Hauptinhalt der Seite aus. Diese Informationen stehen Assistive Technologien, wie Screen Readern oder Spracheingabesystemen tu Verfügung. Auch neue Formularelemente gibt es, so kann bspw. einfach per <input type="email"> die Eingabe einer E-Mail-Adresse erzwungen werden, der Browser kümmert sich vor dem Absende des Formulars sogar darum eine Fehlermeldung anzuzeigen, falls keine E-Mail-Adresse eingegeben wurde.

Audio- und Video-Dateien können nun ohne Dritttechnologien wie Flash, Silverlight oder Quicktime eingebunden werden und ermöglichen es Browsern damit Steuerelemente anzuzeigen die für jeden bedienbar sind. Auch Untertitel sind möglich. Barrierefreiheit wird also eingebaut und muss nicht (teilweise mühevoll) hinzuprogrammiert werden. Das macht das Web automatisch ein wenig barrierefreier.

Einige sehr praktische Technologien haben es nicht in HTML5 geschafft, wie zum Beispiel eine einheitliche Möglichkeit Dialoge zu beschreiben, da es noch nicht genug Browserunterstützung dafür gibt. Ich denke aber die Chancen stehen gut noch mehr von solchen Technologien in HTML5.1 zu finden.

Wo siehst du die Besonderheiten von HTML5 und seine Vorteile für das Web bzw. uns NutzerInnen?

Die Besonderheit von HTML im Allgemeinen und HTML5 im Besonderen ist die Universalität. Webtechnologien sind überall. Viele „native“ Apps für Mobiltelefone nutzen unter der Haut Webtechnologien um Inhalte anzuzeigen, E-Book-Standards (EPUB3) basieren auf HTML5 und erlauben so Bücher mit interaktiven Elementen wie Videos. Und da HTML auf größtmögliche Barrierefreiheit setzt bedeutet das auch für viele andere Anwendungen barrierefreie Grundlagen.

HTML5 ist zudem „einfach nur“ Text mit ein paar Anweisungen. Ein gut geschriebenes HTML-Dokument kann ich selbst Laien vorlegen und sie werden mit wenig Mühe den Inhalt der Seite lesen und verstehen können. Für viele andere Formate werden spezielle Leseapplikationen benötigt, entscheidet sich der Hersteller dieser Applikationen diese nicht mehr zu unterstützen ist der Inhalt meist unwiederbringlich verloren.

 

Offenlegung: Ich gehöre zum W3C-Team und war vor Jahren kurz aktiv in der HTML5-Arbeitsgruppe des W3C. Dieser Artikel spiegelt meine persönliche Meinung wider.

Marco Zehe wundert sich in seinem Blog über die Frage ob zusammen oder getrennt gezahlt werde, wenn er mit seiner Frau Gastronomie in Anspruch nimmt.

Warum diese Frage? Stellen Kellner die heutzutage jedem Paar, das ohne Kinder unterwegs ist? Sehen wir nicht wie ein Pärchen aus? Warum wird uns in unschöner Regelmäßigkeit diese Frage gestellt? Werden wir für Betreuerin und zu Betreuender gehalten?

Ich glaube man kann beruhigend sagen, dass die Frage mittlerweile Standard ist, da nicht mehr automatisch angenommen wird, dass ein Mann und eine Frau, die miteinander essen ein Paar sind, bei zwei Männern, zum Beispiel, wird das ja in der Regel auch nicht angenommen. Ich persönlich bin immer froh darüber, wenn Kellner & Kellnerinnen so wenig wie möglich über mein Privatleben und Sinn und Zweck des Zusammenkommens spekulieren. Oft bekommen Sandra und ich mit, dass (unser) „Tisch mit den beiden Damen“ gerne die Rechnung hätte, ganz einfach weil der Kellner oder die Kellnerin nicht richtig hin schaut und aufgrund meiner runden Gesichtszüge und den langen Haaren annimmt, ich müsse doch eine Frau sein.

323

Die großartigen Initiatoren des Screenguide (née Webstandardsmagazin) haben mich nach einem Artikel zum Thema IE-Testing gefragt und heraus gekommen ist ein längerer Artikel. Auf den Seiten 62–65 der aktuellen Ausgabe 18 findet ihr eine Anleitung wie man den Internet Explorer mit der kostenlosen Virtualisierungssoftware Virtualbox und den von Microsoft unter modern.IE bereitgestellten Images eine Entwicklungsumgebung einrichtet.

Goldrausch in Berlin für die Finalisten der BIENE 2010. Insgesamt sechs Mal vergab die Jury diese Auszeichnung in Gold für die besten barrierefreien Webseiten. Unter den vielen Gewinnern ragten vor allem die Angebote von Deutschlandradio Wissen, SOS-Kinderdorf und der Stiftung Lebenshilfe Duisburg heraus. Weitere goldene BIENEN gingen an den Labbé Onlineshop, das Webportal »einfach teilhaben« des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie an die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit.

Quelle: Einfach für Alle

Danke an die Jury und die Mitwirkenden des BPSE.