23.11.08 // A-Tag ’08 – Der Nachklapp

Am Freitag, 21.11.2008, fand der A-Tag ’08 in Wien statt und es war eine großartige Konferenz, zumindest aus meiner Sicht als Mit-Organisator. Das TechGate Vienna war zum wiederholten Male eine sehr würdige Kulisse.

Die Veranstalter des Events waren der Verein accessible media und das österreichische Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend. Ziel war es der Accessibility-Szene eine positive Grundhaltung und Faszination von Barrierefreien Webseiten zu geben und sie vom Thema zu begeistern. Das Motto „Die Zukunft ist heute“ passte sehr gut zur Veranstaltung.

Wir konnten viele nationalen und internationale Vortragende gewinnen, die neue Technologien und Lösungen zur Barrierefreiheit vorzeigten. Bis zur Mittagspause moderierte ich im (zu) kleinen zweiten Raum, so dass ich nur die dortigen Vorträge mitbekommen konnte:

  • Eva Papst begrüßte die Teilnehmer und Robert Lender zeigte in seiner Keynote (SlideShare) einige der Möglichkeiten, wie Barrierefreiheit auch im Kontext mit Jugendlichen aussehen kann und wie das „Web 2.0“ dabei helfen könnte.
  • „Javascript – Freund oder Feind der Barrierefreiheit?“ fragte dann Artur Ortega, blinder Webentwickler bei Yahoo! und zeigte wie geschickte Javascript-Lösungen keine Barriere sondern eine Brücke sein können und die Benutzbarkeit für sehende und Screenreadernutzer wesentlich erhöhen kann. Dazu zeigte er Videos, die ihn bei der Interaktion mit der Seite zeigen. Ein wirklich interessante Sache mit vielen Erkenntnissen.
  • Dann wurde es ernst: Shadi Abou-Zahra trug zum Thema „Webentwicklung mit WCAG2“ vor und wies auf die Zusammenhänge auch zwischen den anderen Spezifikationen für Autoren-Werkzeuge und Browser hin. Zudem stellte er die so genannte Quick Reference vor, eine einfache Möglichkeit um herauszufinden, welche Regeln der Spezifikation überhaupt zutrifft.
  • Maria Putzhuber zeigte dann barrierefreie Screendesigns und verglich gute mit schlechten Beispielen. Die Beispiele waren klar, prägnant und konnten überzeugen. (Außerdem kam die A-Tag-Seite selbst ein paar mal als gutes Beispiel vor, ich bin also auch hier befangen.) Von Zeit zu Zeit habe ich mir allerdings auch die eine oder andere tiefergehende Information gewünscht.
  • Nach dem Mittagessen (mit tollem Catering, ganz lecker!) hätte es dann mit „WAI ARIA in der Praxis“ von Martin Kliehm weitergehen sollen, doch der (noch immer viel zu) kleine Raum war bereits überfüllt so dass ich mich dann doch für Peter Purgathofers Ausführungen zum E-Voting entschieden habe. Der zugespitzte Vortrag zeigte die Gefahren des E-Votings für die Demokratie und war wie im Vorjahr die Präsentation zu CAPTCHAs etwas thematisch ganz anderes vortrug.
  • Danach trat ich in meiner dritten Rolle bei der Veranstaltung in Erscheinung: Als Vortragender sollte ich versuchen in die großen Fußstapfen von Tomas Caspers zu treten, der kurzfristig absagen musste. Dabei behielt ich den gemeinsam entwickelten Titel „Die 7 1/2 Todsünden des Barrierefreien Webdesigns“ bei und versuchte ihn in den vorherigen 3 1/2 Tagen mit Inhalten zu füllen, was mir hoffentlich ganz gut gelungen ist.
  • Für den gelungenen Abschluss der Veranstaltung sorgte dann Christian Heilmann mit seinem Vortrag über „Befreite Barrierefreiheit“: Man solle nicht mit erhobenem Zeigefinger durch die Welt gehen und mit Gesetzen und Vorschriften drohen sondern die Entwickler mit einfachen, faszinierenden Lösungen vom Thema begeistern.

Präsentation auf SlideShare anschauen.

Nach den Vorträgen, bei denen die Zeit für mich unglaublich schnell verflog, gab es dann das GetTogether, eine After-Show-Party mit DJ-Musik und Getränken und vielen, vielen interessanten Gesprächen, die bis Mitternacht anhielten.

Der Ablauf des Tages verlief ohne größere Zwischenfälle, zumindest keine, die jemand anderem als dem Orga-Team aufgefallen wären. Verbesserungspotenzial gibt es allerdings auch noch.

Danke, danke, danke.

Ein paar Dankesworte muss ich aber nun auch hier loswerden, im Hintergrund haben so viele Leute einen tollen Job gemacht. Allen voran danke ich Eva Papst und Martin Ladstätter, die mit mir den Kern des Orga-Teams gebildet haben, dazu Rudi Konar, der sich um die Abendveranstaltung gekümmert hat, Jo Spelbrink für die Plakate und für wichtigen Input während der Planungsphase.

Nicht vergessen werden soll auch die vorzügliche Unterstützung durch das Jugendministerium, allen Voran Robert Lender. Die Veranstaltung wäre auch nicht möglich gewesen ohne die vorzügliche Mitarbeit des TechGates und des Caterers im TechGate. Das war perfekter Service, vielen Dank dafür.

Nicht vergessen werden sollen alle Vortragende, die sich auf den Weg gemacht haben um ihr Wissen mit uns zu teilen und Klaus Miesenberger, der als Moderator im großen Raum 1 einen fantastischen Job gemacht hat.

Ganz besonders danken möchte ich aber den Besucherinnen und Besuchern, die die langen Pausen zu Gesprächen genutzt haben, die ihre Probleme schilderten und sich einbrachten. Es war eine lebendige Konferenz und das haben wir auch dem Publikum zu verdanken.

Robert Lender, Chris Heilmann und Eric Eggert im Gespräch. Featuring The Hair of Christian Heilmann and Eric Eggert.

(Bild von Beate Firlinger)

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Kommentare ()

  1. Link zu diesem KommentarMiSc

    25. November 2008, 10:03 Uhr

    “Geeks can be Rockstars!”
    (Kevin Rose, Net Magazine, http://www.netmag.co.uk/zine/discover-interview/kevin-rose)

  2. Link zu diesem Kommentarmacdet

    14. Dezember 2008, 21:40 Uhr

    is doch Robert im Hintergrund, oder? Da hätte ich sicher ne Menge über s9y und css lernen können.

    War bestimmt ne tolle Veranstaltung!