04.09.05 // Das TV-Duell 2005

Heute habe ich mir das TV-Duell zwischen Gerhard Schröder und Angela Merkel angeschaut. Für mich hat der Bundeskanzler das TV-Duell klar gewonnen, so wie es erwartet war. Angela Merkel kam sicherlich besser weg, als das vorher zu erwarten war.

Das Format

Vier Moderatoren für zwei Politiker sind definitiv zu viel. Auch die Dauer von 90 Minuten war zu lang. Schön fand ich, dass der Kanzler und die Kandidatin in Zwiegespräche kamen, unschön war jedoch, dass die Moderatoren teilweise den Duellanten ins Wort fielen. Dabei hat sich Sabine Christiansen (ARD) besonders hervorgetan. Thomas Kauschs (Sat.1) Versprecher “Frau Kirchhof” fiel auch negativ auf – aber das kann ja mal passieren. Teilweise war der beste Moderator Gerhard Schröder – nicht Sinn der Sache.

Das Ergebnis

Der Vorwurf der CDU, dass Kanzler Schröder keine Zukunftskonzepte hätte, ist meiner Meinung nach nicht zu halten. Er hat ganz klar gesagt, dass die Agenda 2010 seine Zukunftsvision ist, und das die grundlegenden Reformen bereits durchgeführt wurden.

Frau Merkel hat hingegen wieder nur von “Vorfahrt für Arbeit” und den illusorischen Plänen von Paul Kirchhof gesprochen. Da haben einfach die konkreten Vorschläge gefehlt.

Einfluss auf die Wahl

Kaum. Die Themen wurden eigentlich nur oberflächlich behandelt, die Meinungsmache, die nun folgt wird eventuell einen kleinen Einfluss haben.

Kommentare ()

  1. Link zu diesem KommentarMarkus

    4. September 2005, 23:35 Uhr

    Auch ich bin etwas enttäuscht von dem Duell, denn es ging in erster Linie mal wieder nicht darum, zu sagen, warum SPD bzw. CDU wählen sollte, sondern darum, den Kontrahenten schlecht zu machen.
    Der Bundeskanzler suchte nach Anerkennung für seine vergangene Amtszeit, Merkel kritisiert diese.

    Es wird Zeit, dass man in der Politik zur Vernunft kommt und den Wahlkampf nicht damit führt, den Kontrahenten schlecht zu machen, denn dadurch läuft man eindeutig in Gefahr, die eigentlichen Themen aus den Augen zu verlieren.

  2. Link zu diesem Kommentaranonuemer mus

    5. September 2005, 00:46 Uhr

    Ich finde die schlechte journalistische Leistung sollte noch etwas hervorgehoben werden. Bei dem Streitgespraech des Jahres… bei dem Doppel interview das die Wahl am meisten beeinflussen wird… haette ich mir Moderatoren erwartet, die die Kandidaten nicht mit Samthandschuhen anpacken.

    Doch vielleicht will man lieber sicher stellen, dass es 2009 wieder das meist geschaute politische Event in Deutschland geben wird.

    wer weis…

  3. Link zu diesem KommentarMarkus

    5. September 2005, 13:06 Uhr

    ”... bei dem Doppel interview das die Wahl am meisten beeinflussen wird…”

    Ich glaub nicht, dass sich davon viele Leute beindrucken lassen. Die meisten (laut Umfragen) überdenken ihre Wahlentscheidung auf Grund des TV-Duells nicht.

  4. Link zu diesem KommentarJohannes

    7. September 2005, 19:57 Uhr

    Aber Markus, es ist schon auffallend, dass nach dem Duell die Umfragen sich deutlich geändert haben.
    Aber ich geb eh nicht viel auf die Umfragen, denn da werden vielleicht 1000 Leute befragt…und wenn dann mal solche wie ich dabei sind..also ich würd bestimmt was ganz anderes angeben, als das ich was ich wählen würde…
    Und die These, dass es den Moderatoren darum ging, 2009 wieder gut anzukommen ist sowas von lächerlich…
    Ich fand das Duell auch nicht besonders, aber ich bin ja sowieso schon gefestigt…mich beeinflusst es überhaupt nicht.
    Völlig daneben fand ich, dass es um Schröders Frau ging, was soll das?
    Warum sollte sie nichts zur Politik sagen, wo sich soviel andere Leute einmischen…

  5. Link zu diesem Kommentaranonuemer mus

    8. September 2005, 08:30 Uhr

    “Und die These, dass es den Moderatoren darum ging, 2009 wieder gut anzukommen ist sowas von lächerlich…”

    ahja… wieso geht niemand groses zu friedmann?

  6. Link zu diesem KommentarEric

    8. September 2005, 17:18 Uhr

    @anonuemer mus: Weil er einen bescheidenen Interviewstil hat, der darauf abzielt sich selbst zu profilieren.