06.06.07 // Der neue Tagesspiegel ist eine Frechheit

Screenshot von Tagesspiegel.de

Welche Agentur hat denn den neuen Tagesspiegel verbrochen? Was war das Konzept? Über 1200 Pixel breit muss das Fenster sein um keinen horizontalen Scollbalken zu haben1. Die doppelten Istgleich-Linien machen das Design auch nicht besser. Das Design ist unruhig, nicht aufeinander abgestimmt. Ein Raster ist nicht zu erkennen.

Die Schrift ist zu klein und läuft zumindest im oberen Teil zu klein, wenn es dann zum Hauptteaser geht ist der unheimlich Groß im Verhältnis. Dazu gibt es größere Löcher im Layout, wo Inhalte und Layout überhaupt nicht aufeinander abgestimmt sind. Wie man auf die Idee kommt Inhalte in 9 100 Pixel Breite zu pressen kann ich mir auch nicht erklären. Unten gibt es dann auch noch sechs etwa 160 Pixel breite Spalten.

Und das sind nur die Sachen, die man auf anhieb sieht. Nicht weniger als 626 Divs werden auf der Startseite benutzt. Der Validator zeigt 217 HTML-Fehler. Von Alt-Attributen hat man noch nichts gehört.

Die Ladezeiten sind heftig. Laut WebSiteOptimization.com ist die Seite über ein halbes Megabyte groß, über zwei Minuten Ladezeit auf einer 56k-Modemverbindung. Und 149 Serverzugriffe für die Startseite sind eine große Belastung für den Server.

Übrigens: Die Teaser oben gehen nur mit JavaScript, genauso wie viele andere Inhalte. Das sind Methoden von 1997. Es gibt folgende, völlig hirnrissige, Codepassagen:

<span class="ps_rs_versteckt" 
id="ar_unterzeile_2316336">bild</span>
<span class="ps_rs_versteckt" 
id="ar_stichzeile_2316336"></span>
<span class="ps_rs_versteckt" 
id="thumb_2316336"><img border="0" 
src="/storage/pic/nomc/skyboy/144847_2_oceans13_2_outnow_195.png" 
width="195" height="117" alt="" /></span>
<span class="ps_rs_versteckt" id="li_link_2316336"></span>
<span class="ps_rs_versteckt" id="link_2316336">href="#" 
onclick="var los 
=multimedia('/medien/cme1,139662');;return(false);" 
onmouseover="return(true)"</span>
<span class="ps_rs_versteckt" id="ar_title_2316336">Oceans 
13</span>
<span class="ps_rs_versteckt" id="ar_merker_2316336"><img 
src="/storage/tog/artpin/2316336/status.gif?46672a8dead4f" 
onclick="this.src='/storage/tog/artpin/2316336/toggle.gif?'+Math.random()"></span>
<span class="ps_rs_versteckt" id="ar_short_2316336"></span>
<span class="ps_rs_versteckt" id="rurl_2316336"></span>
<span class="ps_rs_versteckt" id="rname_2316336"></span>
<script type="text/javascript">
var arid = 2316336;
inc = skybox(2316336,inc);
</script>

Mehrfache Inhalte und deren Vermischung mit Markup vom Tagesspiegel Aus diesen Blöcken werden dann per JavaScript die Teaser erzeugt. Das ist nicht nur Umständlich, es vermischt auch Markup mit Inhalten. Das ist wohl der Worst Case, das ist schlimmer als Layout-Tabellen (die es natürlich auch noch gibt).

Ich kann nicht verstehen, dass es heutzutage noch professionell erstellte Webseiten gibt, die a) visuell kaum durchdacht, b) technisch schlecht und c) unter vollkommener Missachtung anerkannter Webdesign-Paradigmen erstellt sind. Zudem erfüllt die Seite nicht einmal grundlegende Anforderungen an Zugänglichkeit wie vergrößerbare Schrift oder Trennung von Inhalt und Layout. Und von JavaScript abhängig ist.

Das ist eine klare 6, eher eine 8, das ist ein Armutszeugnis für Webdesign in Deutschland. Und wenn Mercedes Bunz dann in ihrem Text zum neuen Layout schreibt:

Mit dem Auftritt reagieren wir auf die Zeichen der Zeit: Allzu oft verliert man in der Fülle der heutigen Informationen den Überblick. Deshalb zeigt sich der Tagesspiegel im Internet für Sie in einem neuen Gewand.

Dann ist Hohn und Spott einfach angebracht, wie kann man so an der Internetrealität vorbeileben? Es tut mir leid, ich kann das weder verstehen, noch tolerieren.

1 Anscheinend gab es zum Zeitpunkt als der obige Screenshot entstand ein zusätzliches Banner am rechten Rand der Seite, welches jetzt horizontal über dem eigentlichen Kopf der Seite liegt. Die Seite ist daher auch bei 1024er-Auflösung noch komplett zu sehen. Glückwunsch.

Kommentare (Abonnieren)

  1. Link zu diesem Kommentarnero

    7. Juni 2007, 00:42 Uhr

    Das Design ist so lala, hätte man besser/übersichtlicher machen können, aber die Breite folgt doch nur dem neuen Trend, Websites mit round about 1000 Pixeln Breite… machen viele US-NewsSeiten auch so und finde ich persönlich auch ganz okay.

  2. Link zu diesem KommentarEric

    7. Juni 2007, 00:53 Uhr

    Aber 1200 Pixel? Ich hab echt nix gegen knappe 1000. Ich sehe gerade, dass der Camino tatsächlich nur 1000 Pixel Breite hat, im Firefox habe ich aber noch ein vertikales XING-Werbebanner daneben, das mich stört. Das war aber (wie man auf dem Screenshot ganz oben sieht) auch im Camino schon der fall. Und das muss echt nicht sein.

  3. Link zu diesem KommentarLothar Baier

    7. Juni 2007, 01:25 Uhr

    Ich will ja nicht lästern, aber mir scheint, einige der von Dir genannten Fehler sind Apple-made. Auf dem PC habe ich mit IE 6.0, IE 7.0, Opera 9.21 und Firefox 9.0.0.4 keine Probleme mit der Darstellung der Seite, allesamt mit 1024px Breite. Wie ich immer zu sagen pflege: Wer den Mac benutzt, muss damit leben, dass er zu einer Minderheit gehört.
    Ansonsten hast Du natürlich recht, der Source ist zum Kotzen. So 90ies.

  4. Link zu diesem KommentarEric

    7. Juni 2007, 01:43 Uhr

    Nein, Lothar, wenn da ein vertikales Banner ist, dann ist da ein vertikales Banner. Das hat mit Windows oder Mac nix zu tun. Ich sag einfach mal das ist noch eine Kinderkrankheit der Seite. Alleine daran glauben kann ich nicht.

  5. Link zu diesem KommentarMichael Bielitza

    7. Juni 2007, 10:06 Uhr

    Also das mit dem vertikalen Banner müssen Sie dann aber tatsächlich über Nacht geändert haben. Der befindet sich jetzt im Kopf der Seite und ist horizontal. Horizontale Scollbalken gibts daher nicht mehr.

  6. Link zu diesem KommentarMichael Bielitza

    7. Juni 2007, 10:13 Uhr

    Das hab ich noch vergessen:

    Welche Agentur hat denn den neuen Tagesspiegel verbrochen?

    Fork Unstable Media

  7. Link zu diesem Kommentarchrismue

    7. Juni 2007, 11:53 Uhr

    Sämtliche rein teschnischen Makel mal bei Seite geschoben, eine Seite, die den Anspruch einer Zeitung für sich verbuchten möchte, darf nicht mit so einer Typografie aufmachen. Man kann von deutschen Seiten noch keine 100%ige Zugänglichkeit und ein optimiertes Code-Grundgerüst erwarten, aber der Umgang mit Schrift sollte auch bei uns einfach professioneller funktionieren. Die Typo der Seite ist wirklich schlecht und das sind Dinge, die auch das ganz normale Leser-Auge wahrnimmt.

  8. Link zu diesem KommentarDennis Frank

    7. Juni 2007, 12:26 Uhr

    Kann Dir nur absolut zustimmen, Eric, bzw. kann eigentlich gar nicht glauben, dass das der groß angekündigte Relaunch des Tagesspiegels sein soll. 25 verknüpfte Stylesheets. Wow. Alleine 7 Stück fürs Raster, mit dem Ergebnis… äh… welches Ergebnis?

    Und sehr schön auch die kreative Liniengestaltung. Wir hätten einfache, gepunktete, schräg gestrichelte und, wahnsinn, die ganz neuen ===-Linien im Angebot.

    Wahrlich ein Tiefpunkt unter den vielen nationalen und internationalen Zeitungs-Webrelaunches in den letzten Monaten.

  9. Link zu diesem KommentarGerald

    7. Juni 2007, 21:44 Uhr

    tja… find das jetzt ziemlich witzig, weil ich bei meinen Blogchecks gerade vor zehn Minuten über Artikel gestossen bin, die voll des Lobes über den Relaunch sind (eher aus Kommunikationssicht):
    hier: http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1326
    und hier: http://www.fontblog.de/eleganter-tagesspiegel-online
    und hier: http://medienlese.com/2007/06/05/die-schoenste-im-ganzen-land/
    und hier: http://www.onlinejournalismus.de/2007/06/05/tagesspiegel-relaunch/

    Ich geb Eric vollkommen recht, dass das was hier unter der Haube steckt, völlig indiskutabler Wahnsinn ist (770KB die Startseite, allein davon 129KB CSS; div-mania, etc.) und auf diese Weise modernes Markup ad absurdum geführt wird.

    Andererseits gab es in letzter Zeit viel schlimmere Relaunches in der Medienbranche, die ihr wohl alle kennt.
    Es ist das Dilemma des weit auseinanderdriftenden Qualitätsverständnisses von Websites und ich würde der Agentur ad hoc nicht die Schuld zuschieben. Einige von Euch kennen sicher das bekannte <q>Zeitproblem</q>, die zusätzlichen <q>Wünsche</q> und <q>spontanen Ideen</q> von Auftraggebern. Und da nützen permanente Hinweise zu Webstandards etc. nix, wenn das <q>jetzt viel cooler rüberkommt</q> und ähnliches.

    Oder andersrum: Es ist ja immerhin schon ein Schritt in die richtige Richtung aus Kommunikationssicht, dass es jetzt auch Blogs gibt, Themen diskutiert werden und Journalisten, die das sehr engagiert angehen und verwenden.

    Und ehrlich: ich weiß auch nicht, ob das Glas damit jetzt halb voll oder halb leer ist.

  10. Link zu diesem KommentarMaximilian Böhm

    12. Juni 2007, 13:24 Uhr

    >p class=“MsoNormal”<”, bei diesem Codesnippet wird es wohl bei jedem klingeln. Microsoft Office lässt grüßen :)
    (Gefunden beim Willkommenseintrag der Frau Bunz)
    Gruß

  11. Link zu diesem Kommentarsoophie

    12. Juni 2007, 15:21 Uhr

    Die Seite ist wirklich nicht schön. Habe ich doch gelernt, dass Websites durch white space leben, sieht man am Tagesspiegel, dass dieser an der falschen Stelle sind. Wo ist die Blickführung, wo die Usability? Wenn sowas ein toller Relaunch ist, habe ich wohl das falsche gelernt.

    Azubine Mediengestalterin, angehende Web-Producerin

  12. Link zu diesem KommentarThomas Zydek

    16. Juni 2007, 01:33 Uhr

    http://home.versanet.de/~thewellbeing/selberauch.png

    nuja, hier sieht es nicht viel besser aus, auch wenn ich diese seite mal durch den validator jage, haben wir prozentual weniger fehler zu den online vorhandenen seiten… das kleinliche gemecker sei gegönnt, wenn man keine größeren projekte als die eigene hp kennt…

  13. Link zu diesem KommentarEric

    16. Juni 2007, 09:31 Uhr

    @Thomas: Ja, da fehlt doch tatsächlich ein extern eingebundenes Bild, ich bin tief betroffen und schokiert. Sobald ich Zeit habe werde ich die Seite schließen nach Tibet ziehen und Shaolin-Mönch werden.

    Und zu den Projekten, die ich „kenne“ – gemeint sind zwar sicherlich die bei denen ich mitgearbeitet habe, aber weshalb wollen wir hier sprachlich genau sein? – das ist nicht der Punkt. Ich muss kein großer Politiker sein um mich über Politik zu unterhalten. Ich bin Student, beschäftige mich aber schon seit fünf Jahren mit validen, barrierearmen Webseiten.

    Das Seiten schwierig valide zu halten sind – okay: geschenkt. Das man sich nichtmal die geringste Mühe macht: ein schwerwiegender Fehler. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Sie haben sicherlich die größte und beste Webseite gemacht, die ihnen möglich war. Und Ihr Umgang mit Kritik ist ja auch Vorbildlich und Sie sind ja auch im echten Leben sicherlich ein Super-Mensch. Doch verstehen Sie bitte: Nicht jeder kann so vollkommen sein wie Sie.

    (PS: Bitte wenden Sie sich für persönliche Angriffe an folgende E-Mail-Adresse: email@yatil.de – Ich fände es schade meine Besucher damit zu langweilen.)

  14. Link zu diesem Kommentarkosmar

    16. Juni 2007, 21:21 Uhr

    lieber thomas zydek!

    vorbemerkung: ich war an durchaus bereits an größeren projekten als eine lokalzeitung beteiligt.

    das ist ja wohl der allergrößte witz seit erfindung des qualitätsjournalismus: ein blog mit einer online zeitung vergleichen.

    und wenn ich die kritikpunkte glaube und mir so anschaue, dann … holla … hätte ich von fork besseres erwartet, als (in meinen augen) schickes design.

    von barrierefreiheit, die ja für eine zeitung heutzutage eigentlich selbstverständlich sein sollte, kann da keine rede mehr sein. sowas kleinlich zu nennen, sagt eigentlich schon alles zu ihrer haltung und erfahrung mit diesem medium, oder zumindest seiner technik.

    oder gab es noch eine andere agentur für die html-umsetzung?
    oder liegts etwa am billigen cms? keine ahnung welches ihr da habt.
    oder gibts eine it-abteilung auf kundenseite die keinen plan von gar nix hat?
    naja alles nur vermutungen, wie sowas passieren kann.

    man könnte nun ihren erstaunlich unsouveränen und unprofessionellen umgang mit durchaus angebrachter kritik auf die uhrzeit ihres kommentars schieben.

    aber es ist ja nun auch nicht das erste mal das sie offenbar so reagieren:
    http://home.versanet.de/~thewellbeing/selber.png
    wo haben sie denn jenen screenshot gemacht? hat er doch auch diesen lustigen retourkutschigen namen.
    dass sie offensichtlich broken images für genauso schlimme fehler halten wie fehlende alt-attribute oder fallbackloses javascript geschraube mit ansonsten sinnlosen fragmenten aus dem quelltext … das sagt mehr als ich eigentlich hören will.

    und ja, mein blog ist auch voller fehler. htmler bin ich nämlich nicht und für den blog kauf ich mir auch keinen. aber ich würde mal schätzen, dass mein blog prozentual dann doch barrierefreier und valider ist das was sie sich da angeschafft haben.

    ich wünschen ihnen viel erfolg und weiteres wellbeing. vielleicht kaufen sie sich ja doch mal ein buch über xhtml.

    schönen gruß an mercedes auch.

  15. Link zu diesem KommentarEric

    16. Juni 2007, 22:10 Uhr

    Hallo Kosmar, der Screenshot von Zydek kommt von da her: trash-wissen.de/2007-06-08/tagesspiegel-relaunch/.

    Dort hat er sich ähnlich „professionell“ geäußert wie hier auch. Immerhin nennt er dort auch nachvollziehbare aber vermeidbare Gründe. Vielleicht sollte ich noch mal explizit sagen, dass es nicht so entscheidend ist, dass mir das Design nicht gefällt (das ist Geschmackssache). Ich finde das Gesamtpaket einfach nicht gut. Wer da jetzt im einzelnen Schuld ist, ist egal. Wichtig ist was hinten raus kommt. Und das ist – gerade nach dem Rummel um den Relaunch – enttäuschend.

    (Übrigens hatte ich den Banner von Vorratsdatenspeicherung.de heute mittag auskommentiert, nachdem die Seite lange nicht erreichbar war. Jetzt geht sie wieder und das Banner wird seine grandiose Rückkehr feiern.)

  16. Link zu diesem Kommentarkosmar

    17. Juni 2007, 07:38 Uhr

    dann kommentier ich dort besser auch mal …

  17. Link zu diesem KommentarFelix

    20. Juni 2007, 00:35 Uhr

    Interessantes statement herr zydek.

    in meiner agentur würde ich für eine ähnlich persönliche meinungsäußerung dieser art mit fragwürdig laienhaftem inhalt und als potenziell klar zu erkennender/zurückzuverfolgender mitarbeiter “richtig eins auf den deckel bekommen”.
    abgesehen von der tatsache, dass im zuge einer zügigen fertigstellung in projekten sicher die ein oder andere “unschöne notlösung” gang und gebe ist, ist eine derart ohne erkennbares konzept erstellte webseite ein zumindest in “fachkreisen” sehr fragwürdiger (und unproffessioneller) wurf. mir als gestalter / entwickler mit “webstandards ethik” sträuben sich bei ansicht des quelltextes und beim nachvollziehen von blickführung, navigationskonzept und typografie jedenfalls die nackenhaare.
    auch SEO sollte, falls jemals gewünscht im nachgang ein interessantes erlebnis werden.

    nicht nur bescheinigen sie sich durch eine solche aussage ein mangeldes wissen an gängigen (internet)technologien, sie glänzen auch durch ein augenscheinlich polemisches und kindliches verhalten (an dieser stelle sei gesagt: die fähigkeit kritik annehmen zu können, ist eine ebenso tugendhafte wie nützliche).

    alles in allem gleich im doppelten sinne ein wenig gelungener auftritt (ihrer und der der von ihnen verteidigten website).

    P.S: um ihnen im vorhinein “den wind aus den segeln zu nehmen”: ich habe bereits an durchaus vergleichbaren und größeren projekten arbeiten dürfen.

  18. Link zu diesem Kommentarichigo

    21. Juni 2007, 10:42 Uhr

    danke für den tollen artikel und, dass du dir kein blatt vor den mund genommen hast.

    es ist wirklich traurig was heutzutage noch von webdesignern verbrochen und von kunden akzeptiert bzw. von kunden angeschafft und von webdesignern ausgeführt wird.

    schade finde ich auch, dass sich dazu nicht mehr leute von der community zu wort gemeldet haben, und das feedback für den relaunch sogar grossteils sehr positiv ausgefallen ist.

    vor allem zeitungen die nun langsam erkennen, dass ihre zukunft nicht mehr im print bereich liegt und bemüht sind im neuen-alten medium fuss zu fassen sei ans herz gelegt sich auch um themen wie semantik und barrierefreiheit zu kümmern. dann geht auch SEO ganz wie von alleine.

    wenn man sich umsieht und bei anderen grossen webpräsenzen von printmedien vorbeisurft, merkt man, dass der tagesspiegel leider keine ausnahme sondern eher die regel ist. vor allem bei uns in ösiland gibt es da noch grossen nachholbedarf. wäre aber toll wenn man die nachlässigkeit der konkurrenz nicht als gelegenheit nimmt um es ihnen gleich zu tun, sondern als chance einen besseren eindruck zu machen.

    das web ist ein anderes medium und sehr viele printmedien werden es schwer haben sich darin zu behaupten, zu spät und zu ignorant wird versucht das web als freund und neue möglichkeit zu entdecken. mittlerweile ist das web für einige printmedien mehr nur eine gelegenheit für markterweiterung sondern die letzte möglichkeit zur rettung vor dem zahn der zeit.

    hier im kommentarbereich haben einige ihre besorgnis kundgetan. das ist das wundervolle am web. meinungen äussern, sichtbar machen für andere, zeitlose möglichkeit an gedankenaustausch. ein danke von mir an alle die hier angemerkt haben, dass es besser gehn kann, und auch sollte. vielleicht bringt das jemanden dazu umzudenken, wenn nicht den tagesspiegel, dann vielleicht andere der unzählbar vielen webportale von tageszeitungen.

  19. Link zu diesem KommentarMarkus

    21. Juni 2007, 22:44 Uhr

    Mein Kommentar gehört zwar nicht zum ursprünglichen Thema, aber ich muss das hier mal loswerden.

    Klar ist niemand perfekt, aber auch im Internet sollte man die paar wichtigsten Regeln der Rechtschreibung beachten. Allen voran die Groß-/Kleinschreibung. Ich finde es schwierig einen deutschen Text zu lesen, der komplett klein geschrieben ist.
    Klar gibt es dieses Pänomen auch an anderen Stellen, aber gerade hier ist es mir mal wieder sehr aufgefallen.

    Zum Thema: Mein Geschmack ist die Seite auch nicht, sie wirkt irgendwie unprofessionell. Aber gut, ich kann das nur für mich subjektiv bewerten.

  20. Link zu diesem KommentarBoris

    23. Juni 2007, 00:46 Uhr

    Wer über die Segnung der Firefox-“Web Developer”-Erweiterung verfügt, sollte sich einmal auf der Startseite die Blocklevel-Elemente “outlinen” lassen. Plus Anzeige der Elementnamen.

    Das ist ja eine geradezu paradigmatische DIV-Wüste!
    (Nein, ich mache keinen Screenshot. Sonst droht mir am Ende noch jemand juristische Schritte an ;-)

    Ich schätze, selbst in einem noch altertümlicheren Tabellengestrüpp hätte man nicht so viele TDs gefunden.

  21. Link zu diesem KommentarRobert

    23. Juni 2007, 12:09 Uhr

    Ich habe diesen Artikel auch mit Interesse gelesen und habe mir die Seite mal angeschaut.
    Ich selbst bin im Webdesign noch nicht so routiniert, aber valides HTML zu schreiben, sollte in der heutigen Zeit schon gut möglich sein. Es ist schade, dass sich große Webangebote so etwas leisten können, ganz zu schweigen von der Agentur, die diesen Müll produziert hat.
    Danke Eric für diesen Artikel, angehende Webdesigner können sich hier doch ein Bild machen, wie ordentliches Webdesign nicht auszusehen hat.

  22. Link zu diesem KommentarKai

    23. Juni 2007, 19:36 Uhr

    tagesspiegel, Webstandards und Datensammeln
    [Der tagesspiegel-Relaunch macht nicht allen Freude
    Aufgemerkt durch diesen Artikel von Eric Eggert habe ich mir das neue Gesicht von tagesspiegel.de einmal selbst angesehen….]

    Manueller Trackback – gibt es bei Dir keine Trackback-URL?

  23. Link zu diesem KommentarEric

    23. Juni 2007, 19:56 Uhr

    Kai: Nein, ich kann auf Spam verzichten :)