15.02.06 // Der Validator ist nicht alles!

Was muss ich da beim redesignten Pixelgraphix.de lesen? Es beschweren sich mal wieder tatsächlich Leute, weil nicht alle Seiten aller Webkrauts validieren würden.

Nur mal zur Information: Der Validator prüft eine Seite auf formale Richtigkeit. Er prüft also beispielsweise ob alle Elemente geschlossen sind. Das hilft beispielsweise bei der Entwicklung, da Fehler im Quelltext von vornherein ausgeschlossen werden.

Was der Validator nicht prüft ist Semantik, also ob die Elemente sinnvoll eingesetzt werden. Und genau darauf kommt es an. Es ist wurst, ob es nicht-encodete &-Zeichen gibt, oder ob ein Imgage-Element nicht korrekt geschlossen wurde. Viel wichtiger ist, dass das Bild einen Alternativtext hat.

Der Validator ist ein Hilfsmittel, das auf mögliche Probleme hinweist. Er ist nicht unsere Bibel. Er ist ein Hinweisgeber, ein guter Freund, auf den man gerne hört, der aber nichts vorschreiben kann.

Das selbe gilt für das Ausliefern der XHTML-Seiten mit dem Medientyp application/xml. Es wird empfohlen die Seite so auszuliefern. Aber warum? Ich schreibe in XHTML keine Programme, keine Applications. Und ich nutze keinerlei Erweiterungen, die mir XHTML bereitstellen könnte. Ich benötige diese Erweiterungen einfach nicht.

Okay, “Gläubige” werden jetzt damit argumentieren, dass ich dann ja auch “normales” HTML 4.01 hätte ausliefern können. Stimmt. Aber darauf kommt es doch gar nicht an.

In Zukunft wird diese Frage auch noch nicht geklärt sein. Dann heißt es nämlich W3C XHTML 2.0 gegen WHATWG Web Applications 1.0 (HTML 5/XHTML 5). Und ich sympathisiere ehrlich gesagt mit letzterer Initiative. Vorteile: Weitgehende Abwärtskompatibilität und leichtere Implementation in die Browser, weil nicht mit allen konventionen rigoros gebrochen wird.

Aber ich schweife ab.

Ein paar Fehler oder Warnungen im Quelltext machen keine schlechte Seite.

Kommentare ()

  1. Link zu diesem Kommentarulle

    15. Februar 2006, 21:36 Uhr

    Es gibt aber auch keinen Grund ein syntaktische fehlerhaftes XHTML 1.0 strict Dokument auszuliefern!

    Zum Thema XHTML und Content Negotiation ist die Publikation XHTML-Einmaleins von Christoph Schneegans eine sehr gute Lektüre und unterstreicht Deine und auch meine Meinung zum Content-Type.

    Beim Thema HTML 5 (Diskussion) stellen sich mir die Nackenhaare.

  2. Link zu diesem KommentarBoris

    15. Februar 2006, 23:18 Uhr

    Ein syntaktisch korrektes HTML-Dokument ist genauso wichtig und bedeutsam wie ein Textdokument ohne Rechtschreib-, Zeichensetzungs- und Grammatikfehler. Es sollte einfach die Basis eines guten Dokuments sein.

    Dazu genau dient Validierung, einerseits. Spätestens bei den Warnungen aber – und das besonders bei CSS-Validierung – gerät man schnell auf das Feld der Gruppierung und räumlichen Aufteilung von Elementen in einem Dokument. Hier scheitern die Validatoren fast immer, ganz logisch eigentlich.

    Andererseits aber: Ich beobachte inzwischen ab und zu, dass syntaktische Fehler und/oder ungültige Elemente tatsächlich die Verarbeitung von Dokumenten blockieren: in XML ungültige HTML-Elemente können z.B. die Verarbeitung von RSS-Feeds verhindern. Da gibts es so ein paar »gefährliche« HTML-Entities, die das gerne verursachen.

    Deswegen sehe ich es insgesamt auch so: Entscheidend ist letzten Endes semantisch sinnvoll strukturierter Inhalt. Und natürlich Inhalt, der es wirklich wert ist, gelesen zu werden.

    Und die Syntax-Validierung nimmt man ernst, aber eben auch einfach so mit, denn sie kostet wirklich nicht viel Zeit und Aufwand.

  3. Link zu diesem KommentarKarsten

    16. Februar 2006, 10:33 Uhr

    Es ist wurst, ob es nicht-encodete &-Zeichen gibt, oder ob ein Imgage-Element nicht korrekt geschlossen wurde. Viel wichtiger ist, dass das Bild einen Alternativtext hat.

    Dann schreibt Euch aber auch nicht auf die Fahnen, die XHTML-Götter zu sein! Die Verfechter der Webstandards bla bla bla.

    Ihr gebt doch im Kopf des Dokuments an, dass es sich um ein XHTML-Dokument handelt. Das ist es aber nur, solange es dieser Grammatik entspricht.
    Ansonsten schreibt Ihr irgendwas anderes, höchstwahrscheinlich ist es dann nichtmal ein wohlgeformtes XML-Dokument.

    Also entweder ganz oder garnicht.
    Erst rumprotzen und dann mit irgendwelchen Ausreden daher kommen.

    Den Artikel hier hättest Du Dir sparen können.

  4. Link zu diesem KommentarEcht nice Design!

    16. Februar 2006, 12:03 Uhr

    ROFL
    Respect!

  5. Link zu diesem KommentarEric

    16. Februar 2006, 13:17 Uhr

    Karsten: Im Gegenteil. Standards sind mehr als nur Dokumente, die keine Validierungsfehler enthalten. Zudem muss man unterscheiden, ob man wirklich mit allem D’accord sein kann, was das W3C einem so vorsetzt. Und: Meine Seite, meine Meinung, mein Artikel. Ich werd mir sicher nicht vorschreiben lassen, was ich wo zu schreiben habe…

    @Ulle: HTML 5 ist momentan ähnlich unausgereift wie XHTML 2. Welcher “Standard” sich durchsetzen wird wird sich zeigen.

    @Boris: Die Argumentation mit dem Textdokument kann ich nachvollziehen, aber auch die Rechtschreibung ist sehr variabel und es gibt zahlreiche Ausnahmefälle. Manchmal frage ich mich, ob XHTML nicht einen Tick zu strikt ist, erst recht, wenn es um Attribute geht, wie beispielsweise das language-Attribut im script-Element.

  6. Link zu diesem KommentarKarsten

    16. Februar 2006, 15:49 Uhr

    Hast natürlich recht: “Ein paar Fehler oder Warnungen im Quelltext machen keine schlechte Seite.”, aber machen aus einem XHTML-Dokument irgendeinen anderen Käse!

    Und der ist dann kein Webstandard, oder doch?

  7. Link zu diesem KommentarEric

    16. Februar 2006, 19:34 Uhr

    @Karsten: Deshalb heißt es ja – zumindest bei mir – immer “standardnahe Webentwicklung”.

  8. Link zu diesem KommentarKarsten

    16. Februar 2006, 20:01 Uhr

    @Eric
    Akzeptiert. ;)

  9. Link zu diesem KommentarFreaKzero

    17. Februar 2006, 17:05 Uhr

    Erm naja – ich sehs etwas anders auch wenn mich jetzt einige hier belächeln werden wenn sie meine momentane Site sehen…

    Aber wieso gibts HTML Validatoren ? – eigentlich nur aus dem Grund damit die Seiten “Syntaktisch korrekt geschrieben” sind damit jede Art von Browser diese korrekt darstellen kann – ob ich in meinen Links jetzt das & oder “&a-m-p-;” schreibe ist sogesehn eigentlich nicht Gegenstand – weil jeder Text oder Speechbrowser diese “Entity umwandlung” unterstützt lediglich uralt Browser like Netscape nicht – also wo liegt das Problem … wenn meine Site zwar nicht “komplett” valid ist oder Semantik “vollkorrekt” aber ich dafür TROTZDEM gewährleisten kann das jeder Farbenblinde oder Text/Speech Browser User oder Chiffre Brett User TROTZDEM meine Site so gut lesen kann wie möglich, ich finde das das gerede über Webstandarts und Semantik viel zu überbewertet wird – weil das wichtigste wird vergessen – es muss für alle lesbar sein und ob jetzt ein Fehler mit Entities oder fehlende absätze vorhanden ist – ist im grunde irrelevant, das ist lediglich (entschuldigung für diesen wortlaut) “Standart-Hirnschiss” von gewissen Leuten die sich selbst zu überbewerten, und deshalb über einen Standart reden müssen – der eigentlich noch nicht vollständig vorhanden ist.

    Fazit: ich bin deiner Meinung, danke für diesen Artikel