13.09.06 // Ein Monat nach dem Wechsel: Ein Erfahrungsbericht

Einen Monat benutze ich nun einen Mac. Die meisten Erfahrungen sind Positiv, mit so manchem Verhalten werde ich mich noch anfreunden (müssen).

Hardware und Performanceprobleme

Grundsätzlich ist die Hardware wirklich gut, das Gehäuse neigt meiner Meinung nach aber durch seinen Hochglanz zum verkratzen, die Verarbeitung ist durchweg gut. Was mich ein bisschen stört sind die scharfen Kanten an den Handauflagen, aber mittlerweile habe ich dort eine Hornhaut ausgebildet ;).

Weiß als Farbe ist für mich eh ungewohnt, man denkt irgendwie immer, dass es dreckig ist. Es ist allerdings nur eine andere Art von Dreck, den man sieht, mit Staub beispielsweise habe ich viel weniger Probleme als vorher.

Die Akkulaufzeit ist mit knapp fünf Stunden doch sehr beachtlich und animiert zum Arbeiten fernab von Steckdosen. Schade ist, dass nur zwei USB-Anschlüsse vorhanden sind und sich mein Scanner partout weigert mit dem Mac zusammen zu arbeiten. Naja, selbst schuld, wenn man sich einen Tevion-Scanner kauft, denke ich. Mein Canon-Drucker (iP1600) hingegen arbeitet ohne Probleme Hand in Hand mit dem Mac.

Die Entscheidung für nur 512MB Arbeitsspeicher (zu der mich mein Bankkonto nachhaltig gedrängt hat) war wohl nicht so optimal, manchmal geht das MacOS dann doch ganz schön in die Knie, gerade bei X11-Anwendungen, womit wir bei der zweiten Überschrift wären, die da lautet:

Betriebssystem und Software

Das Betriebssystem ist genial. Intuitive Bedienung bei Computern gibt es also doch! Mein Highlight war übrigens die Entdeckung der Highlight-Funktion in der Systemsteuerung den Systemeinstellungen. Man hat ein kleines Suchfeld und wenn man dort seinen Suchbegriff eingibt werden die Bereiche der Systemeinstellungen durch einen Spot hervorgehoben, die das Suchwort erhalten. Je weniger Bereiche das sind desto intensiver wird das “Licht”.

So intuitiv wie das Betriebssystem ist so unintuitiv sind manche Programme, gerade wenn sie sich nicht an das Design des Betriebssystems anpassen. Bestes Beispiel ist GIMPShop, das sich sehr träge verhält und gar nichts von einer MacOS-Anwendung hat. Vor allem die Aufteilung in verschiedene unabhängige Fenster hat dort deutliche Nachteile.

Der Webbrowser meiner Wahl ist übrigens Safari. Er ist schnell, startet gut und hat fast alle Features, die man braucht. Einzig bei der Entwicklung von Webseiten greife ich auf den Firefox zurück. Camino ist mir persönlich zu langsam und hat es nicht geschafft meine Begeisterung zu wecken. Aber schauen was noch kommt, Browser für Mac gibt es genug – Shiira, OmniWeb und wie sie noch alle heißen. Vielleicht kann mich einer von denen überzeugen.

Texteditor meiner Wahl ist momentan Smultron (übrigens schwedisch für “Erdbeere”), der für seinen Preis von 0,00 Euro genug Komfort bietet. Textmate oder skEdit sind eine Wahl, wenn man etwas in Software investieren will.

Ein Tool, das ich nicht mehr missen möchte ist Quicksilver. Per CTRL+Leertaste öffnet sich ein Fenster, die Eingabe des Programmnamens (meist reichen die ersten drei Buchstaben) startet es. Keine Suche mehr im reichlich unübersichtlichen Programmeordner, der dem Win-Startmenü Konkurrenz macht.

Ansonsten sehr empfehlen kann ich Adium, der neben ICQ auch alle anderen IM-Protokolle kann. CoreDuoTemp zeigt die Prozessortemperatur an, momentan knapp 60°C. Den E-Bay-Versteigerer GarageSale habe ich bei MacZot.com für 12 Euro abgestaubt. Newsreadertechnisch kann ich sowohl Vienna als auch NewNewsWire Lite empfehlen. Ersteres hat einen integrierten Browser, letzteres eine weniger hakelige Bedienung.

Nicht vergessen sollte ich die Freeware-Fontverwaltung Linotype FontExplorer X und Telekinesis. Letzteres macht die Apple-Remote-Fernbedienung auch Benutzbar um sie beispielsweise bei S5-Präsentationen einsetzen zu können. Die Registrierungsgebühr von 7 Dollar unterstützt übrigens in das Vorhaben des Programmierers ein Pro-Wrestler zu werden, wenn das mal keine Zukunftsinvestition ist!

Textverarbeitung und Tabellenkalkulation meiner Wahl ist wie unter Windows OpenOffice.org.

Kommentare ()

  1. Link zu diesem Kommentarmacx

    13. September 2006, 13:09 Uhr

    Ich würde an deiner Stelle nicht auf OpenOffice setzen, sondern auf NeoOffice. Denn NeoOffice läuft nicht lahm unter X11, sondern in der neuen Beta nativ auf dem Intel-Chip und vollständig im Aqua-Look des Betriebssystems. OpenOffice hatte ich mir gleich wieder deinstalliert. Für das Deinstallieren empfehle ich übrigens AppZapper, welches von einer Software alle Einstellungen sucht und die auch kickt. Einfach per drag and drop Software vollständig entfernt.

  2. Link zu diesem KommentarMarkus

    13. September 2006, 13:19 Uhr

    Die Vorteile der vielen verschiedenen Fenstern von Gimp(Shop) machen sich erst bei mehreren Monitoren bemerkbar. Während man auf dem primären Monitor die eigentliche Grafik anzeigen lässt, so kann man auf dem sekundären die ganzen Toolbox- und Layerdialoge (und was es noch so gibt) anzeigen.
    Sicher ist damit ein schönes Arbeiten möglich. Auf einem einzelnen Monitor jedoch wahrlich etwas umständlich.

  3. Link zu diesem KommentarSebastian

    13. September 2006, 13:29 Uhr

    Bei Quicksilver sollte man unbedingt noch erwähnen, dass es sich nicht nur um einen popeligen Programmstarter handelt. Mit diesem Tool kann man mehr oder weniger ALLES sofort aufrufen/ausführen/starten, egal ob MP3-Datei, Adressen, Termine, Favoriten (von Browserbookmarks bis FTP-Connections), To-Dos und und und (und und)...

  4. Link zu diesem KommentarEric

    13. September 2006, 14:01 Uhr

    @macx: Ich hab da auch schon gegenteiliges gehört und brauche es jetzt auch nicht so dringend, dass ich nun unbedingt eine schnelle Office-Suite brauche. Bei Zeiten schaue ich mir NeoOffice aber mal an. Und AppZapper natürlich auch.

    @Markus: Ja, bei mehreren Monitoren ist das sicherlich praktisch. Wenn ich aber wiederholt vom Browser zur Bildbearbeitung wechsle und mir erst die drei Fenster zusammenklicken muss ist das allerdings einwenig nervig.

    @Sebastian: Stimmt, ist ein unheimlich mächtiges Tool.

  5. Link zu diesem Kommentarder_simon

    13. September 2006, 16:46 Uhr

    NeoOffice funktioniert bei mir mittlerweile auch sehr gut, muss ich sagen, hat den Vorteil, dass man kein X11 braucht.
    Eine Editor-Alternative ist vielleicht TextWrangler, die kostenlose Alternative zu BBedit.

    Der Simon