27.02.07 // Geld verdienen mit dem eigenen Blog, geht das?

Ja, natürlich geht das, aber man braucht viel Durchhaltevermögen. Was es zu beachten gibt werde ich hier kurz zusammenfassen.

Zuersteinmal: Reich werden kann man mit einem Blog i.d.R. nicht, auch nicht mit mehreren. Aber man kann sich einen kleinen Nebenverdienst sichern.

Ich habe mich dazu entschlossen keine Zahlen zu nennen, weil diese sich sowieso von Blog zu blog unterscheiden. Auch habe ich keine konsequente Kundengewinnung vorangetrieben sondern habe mich darauf verlassen, dass die Werbetreibenden mich finden. Alle Diagramme und Annahmen beziehen sich auf die Kombination von yatil.de und dem Snookerblog.

Und nur um alle Spekulationen zu beruhigen: Die Einnahmen pro Stunde übersteigen 5€ nicht. (Und nein, ich schreibe nicht wieviele Stunden im Monat ich annehme für die Seiten aufzubringen. Wahrscheinlich ist es auch eine konservative Schätzung.)

Generell verwende ich drei verschiedene Arten von Werbung. Das erste sind Linkblöcke, die hier auf yatil.de angezeigt werden. Diese stellen quasi ein Fundament an Einnahmen dar, auf das ich mich verlassen kann. Diese Linkblöcke sind „selbstvermarktet“, das heißt es gibt keinen Mittelsmann, der daran verdient.

Dazu kommen Google-Werbeeinblendungen. Diese sind die unzuverlässigste Werbeart. Statt einer fixen Summe bekommt man Klicks bezahlt, die Besucher auf diese Werbeeinblendungen machen.

Dritte Einnahmequelle sind Text-Link-Ads. Die gleichnamige Firma vermittelt Textwerbung und behält dafür etwa die Hälfte der Gesamteinnahmen. Diese Einnahmen sind auch nicht immer sicher, jedoch sehr hoch. Dies resultiert aus der Popularität des Werbenetzwerkes.

Arbeit, Arbeit und nochmals Arbeit

Man kann noch so ein tolles Blog haben, wenn sich nichts tut bleiben die Besucher weg und wenn keine Besucher da sind, dann gibt es keine Werbeeinnahmen. Und dies nicht nur bei Googles Adsense sondern auch bei TLA, wo sich die Popularität anhand des Alexa-Rankings misst. Je mehr Besucher man hat, desto mehr Einnahmen kann man per Werbung erzielen lautet die Binsenweisheit.

Also geht es darum Leser zu behalten und diese auch dann zuverlässig auf das Blog zu lotsen. Beispielsweise indem man die RSS-Newsfeed-Texte einkürzt (ja, das ist böse!). Auch Gewinnspiele oder andere Anreize können für einen kurzfristigen Besucheransturm sorgen, der vielleicht ein paar Stammleser zurück lassen wird. Dazu ist es jedoch notwendig immer neue Inhalte zu produzieren, denn niemand besucht eine Webseite auf der sich nichts tut (Ja, der Punkt ist redundant, aber er ist mir auch sehr wichtig).

Meist wird nicht an jedem Tag ein neuer Beitrag erwartet, wenn man aber dann mal drei oder vier Wochen nichts von sich hören lässt kann das schon eine signifikante Auswirkungen auf die Besucherzahlen haben.

Etwa 1/4 nehmen die Linkblöcke ein. Über die Hälfte TLAs und der Rest ist Google.

Für Google Adsense ist es übrigens das Beste viele Suchmaschinen-Besucher zu haben. Diese lesen sich den Inhalt der Seite (eventuell) durch, entdecken in der Werbung eine interessante Weiterleitung und klicken darauf. Dauerbesucher werden das nicht tun, was auch ihr gutes Recht ist, deshalb ist es auch die Pflicht diese zu halten. Alles andere Funktioniert höchstens bei aktuellen Themen, oder welchen, die ihre Gültigkeit über eine lange Zeit behalten.

Bei mir macht Google Adsense nicht einmal ein Viertel der Einnahmen aus. Der Löwenanteil bringen die TLAs. Diese sind Momentan noch relativ sicher und konsistent bei den Einnahmen. Dies könnte sich allerdings auch genauso schnell wieder ändern.

Dass es lange dauern kann, bis man wirkliche Einnahmen erzielt zeigt das letzte Schaubild. Bis Mitte 2006 kamen per Adsense immer nur Beträge im niedrigen 1-stelligen-Dollarbereich an. Es war – nach zwei Jahren – sogar so niederschmetternd, dass ich mir sagte: Nach der ersten Auszahlung hörst du auf. Doch dann stiegen die Einnahmen plötzlich derart an, dass sich die Schaltung weiterhin lohnte.

Webeeinnahmen: Entwicklung von Juni 2004 bis Februar 2007

Kommentare (Abonnieren)

  1. Link zu diesem KommentarWalter

    28. Februar 2007, 10:24 Uhr

    Geschicktes, interessantes Posting. Das erinnert mich an den Gedanken

    Das erinnert mich an einen Kommentar über newsvine.com: The first rule about getting traffic/making money on newsvine.com is talking about newsvine.com.

    Analog dazu könnte man sagen: The first rule about getting traffic/making money is talking about making money.

    lG Walter

  2. Link zu diesem KommentarSteven

    28. Februar 2007, 17:07 Uhr

    Mahlzeit!

    All diesen – mit dem Blog Geld verdienen – Analysen und Hilfestellungen ist eines gemeinsam, es werden keine Zahlen genannt.

    Deinen Beitrag halte ich daher nicht für ein informatives geschicktes Post. Gab es einen ähnlichen Post nicht bereits bei heise oder beim spreewald Blog und der war – für Deutschland betreffend – geradezu vernichtend? Das war damals als der Kottke in den Ring stieg. Hier ist einfach die GEIZ IST GEIL Mentalität zu sehr ausgeprägt und die lässt sich nicht so einfach mehr wegwischen. Ja, Kottke erzielt seine Einnahmen nicht durch Werbung sondern durch Leser-Sponsoring. Du hast Werbeeinnahmen, damit ist es möglich auch in Deutschland mit seinem blog ein paar Euro zu verdienen. Aber ob das reicht um die Onlinekosten wieder zu verdienen?

    Du schreibst – genau wie alle anderen auch – ohne Zahlen zu nennen. Hast Du 3 Euro Einnahmen oder 300 Euro/Monat? Ich schreibe überlegt von 300 Euro, denn ich weiss wieviele visits man haben muss um 300 Euro bei google zu verdienen. Hast Du visits im Bereich einer 6-stelligen Zahl? Wenn Du hier von 20 oder 30 Euro schreibst, dann lösch Deinen Beitrag. Das sind keine Einnahmen. Dadurch glaubt jedes Kind mit einem Blog es könnte mit der Bloggerei schnell Geld machen und davon sind 99,5% aller blogs weit, weit entfernt. Klappt bei Dir denn die Bezahlung durch google? Ich habe letzten Monat erst die Zahlung für den Monat 8/2006 erhalten. Der Monat 11/2005 wurde mir bis heute nicht bezahlt. Antworten auf meine Nachfragen: Fehlanzeige! Es wird gelegentlich auch gekürzt ohne das ich jemals erfahre warum. Genauso höre ich immer wieder das google erst gar nicht bezahlt und anderen wird mit irgend welchen Begründungen gekündigt.

    Ach und noch was: Äußere Dich nie in Deinem blog kritisch über google. Das könnte Dein Einnahmen kill bedeuten.

    Mahlzeit!

    P.S.: Denk daran die Einnahmen zu versteuern. Das Finanzamt liest hier mit und wird sich zukünftig sogar mit google austauschen. Es gibt bereits entsprechende Verhandlungen des Bundes mit google.

  3. Link zu diesem KommentarEric

    28. Februar 2007, 19:14 Uhr

    Hallo Steven Whoever.

    Weshalb diese Einträge nie Zahlen beinhalten ist einfach: Ich kann zwar schreiben, dass Werbung insgesamt ein Erfolg für mich ist. Aber ich werde weder dir noch irgendjemand anderem Einblick in meine Einnahmen verschaffen.

    Ob das für andere ein Erfolg oder ein Weg ist ist mir egal. Ich schreibe lediglich, dass es für mich funktioniert. Kottke ist übrigens schon lange nicht mehr lesergesponsort: „I haven’t grown traffic enough or developed a sufficient cult of personality to make the subscription model a sustainable one for kottke.org…those things just aren’t interesting to me.“

    Wie du siehst macht Google nicht die hauptquelle meiner Einnahmen aus, ich kann dir sagen, dass es sich insgesamt um eine dreistellige Zahl handelt. Ich weiß nicht, ob du meinen Post überhaupt gelesen hast, aber es steht ausdrücklich drin, dass man kein schnelles Geld mit Blogs machen kann. Das steht sogar im ersten Satz. Ich hatte noch nie ein Problem mit der Zahlung durch Google, das hat bisher jedesmal ohne beanstandung geklappt. Wenn du Probleme damit hast, dann suche dir einen anderen Werbepartner, die gibt es wie Sand am Meer.

    Ich äußere mich in meinem Blog grundsätzlich wie ich will, da kann auch Google gerne kommen und seine Werbung streichen. Das ist für mich generell einfach nur ein zubrot, es ist nichts worauf ich angewiesen bin. Ich bin nur meinem Gewissen, der Wahrheit und meinen Lesern verpflichtet. Jeder Sponsor, der mir da reinreden will hat es nicht verdient hier auch nur aufzuscheinen.

    Zu deinem PS: Zum einen ist das alles in einem vertretbaren Rahmen, zum anderen ist es für mich selbstverständlich meine Einnahmen ordnungsgemäß zu versteuern. Ob und wie weit der deutsche Fiskus und die Google-Vertretung in den USA zusammenarbeiten werden tangiert mich deshalb nur periphär.

  4. Link zu diesem KommentarSteven

    28. Februar 2007, 22:33 Uhr

    Hoppla, warum so agressiv. Mir ist einigen von Deinen Reaktionen auf Leserkommentare bereits aufgefallen das Du Deinen Ton leicht agressiv wählst. Blutdruckprobleme? Immer ganz cool bleiben, ich will Dich nicht killen. Niemand will was Böses von Dir – hoffe ich jedenfalls.

    Das mit Kottke wusste ich nicht, aber ich lese dort selten. Dafür lese ich hier regelmässig.

  5. Link zu diesem KommentarEric

    28. Februar 2007, 23:01 Uhr

    Wie man in den Wald hineinruft so schallt es auch heraus.

  6. Link zu diesem KommentarJohannes

    1. März 2007, 00:19 Uhr

    Was war denn jetzt an der Antwort von Eric aggressiv??

  7. Link zu diesem KommentarRüdnitzer

    3. März 2007, 22:04 Uhr

    Dass man in Deutschland mit AdSense Geld verdienen könne, gehört in die Kategorie Urban Legends. Das passt garnicht in das Business Modell von Google. Die meisten Blogger erreichen doch nie die 100$-Grenze und sehen folglich nie Geld. Wer es schaftt, ist allein vom good will von Google abhängig.

  8. Link zu diesem KommentarEric

    3. März 2007, 22:20 Uhr

    Finde es schade, dass es für dich nicht funktioniert hat und du Probleme mit Google hast. Ich persönlich habe nur gute Erfahrungen gemacht.

  9. Link zu diesem KommentarMichael Finger

    7. April 2007, 19:18 Uhr

    Hi ,
    es gibt eine Faustformel für Werbung mit Google, die Lautet 2000*2,5% = 500 Seitenaufrufe, so jetzt 500 * 0,15$ = 75 $ . Aber das ist nur ein Durchschnittswert und geht davon aus das man gut 75% der Besucher über die Suchmaschinen bekommt.

    Was ich aber viel schlimmmer finde ist, das die meisten nicht erfahren Internet Nutzer auf die Textlinks klicken, weil sie meinen zu dem Artikel gibt es noch mehr auf einer Seite. Die achten gar nicht darauf, das sie die Webseite verlassen, das merken die erst wenn sie auf der anderen Seite sind.

    Aber ich verstehe immer nicht warum man in Deutschland immer gerne wissen will, was der andere Verdient. Man gönnt es doch mal den anderm das er Geld verdient und erfolg hat.

    MfG

    Michael Finger
    Holztechniker

  10. Link zu diesem KommentarMichael Finger

    7. April 2007, 19:21 Uhr

    Oh mir ist ein Fehler unterlaufen, es müßte nicht 2000 heißen, sondern 20 000 heißen, das wäre die richtigere Zahl. Wäre schön wenn du das ändern könntest und dann diesen Post löschen.