20.07.06 // Maillot Jaune

Die Tour de France ist wieder interessant. In den letzten Jahren war ich ständiger TdF-Schauer, allerdings mit immer abnehmender Begeisterung. Lance Armstrongs Dominanz hat die Tour trotz großartiger Leistungen einfach von der gesamten Spannung befreit.

Doch Lance ist Geschichte. Die neuen Tour-Helden sind Floyd Landis und Andreas Klöden. Carlos Sastre und Oscar Pereiro Sio sind auch mit von der Partie. Und endlich gibt es spannende Duelle vieler Favoriten.

Nein, ich brauche keinen Lance Armstrong, keinen Jan Ullrich und keinen Ivan Basso für eine Spannende Tour. Das Feld ist ausgeglichen und das ist gut so.

Und wenn dann noch leute wie der äußerst sympatische Jens Voigt Etappen gewinnen freut mich das umso mehr.

Den Hut ziehen muss man heute jedoch vor allem vor einem, der gestern einen rabenschwarzen Tag hatte: Floyd Landis.

Auf der 16. Etappe fiel der Mann im Gelben Trikot des Gesamtführenden auf Platz 11 zurück, ihm wurden zehn Minuten und vier Sekunden aufgebrummt. Und heute? Gewinnt er die Etappe nach einer Flucht von bestimmt 150 Kilometern mit sieben Minuten und acht Sekunden Vorsprung auf das Maillot Jaune und liegt so wieder auf Platz drei der Gesamtwertung mit Chancen nach vorne. Noch vor Ullrich-Ersatz Klöden.

Und noch jemand ist zu loben: Marcus Fothen aus dem Team Gerolsteiner trug bis heute das Weiße Trikot für den besten Jungprofi. Heute hat ihm Damiano Cunego fünf Sekunden abgenommen. Der nächste Jungprofi ist mit 1:23.08 Stunden weit abgeschlagen. Hoffentlich kann sich der junge Deutsche das Trikot beim Zeitfahren am Samstag zurückholen.

Spannend ist die TdF allemal. Bleibt nur zu hoffen, dass alle Leistungen ohne Doping erreicht wurden.

Kommentare ()

  1. Link zu diesem KommentarHeiko

    21. Juli 2006, 09:23 Uhr

    Die 5 Sekunden holt er sich im Zeitfahren allemal von Cunego wieder ( ich schätze mal 2:30min ). Klöden hat eigentlich nur noch eine Chance auf’s Podest, wenn sich einer der drei vor ihm liegenden so übernommen hat, dass er auf den knapp 60km im Einzelzeitfahren nicht mehr fit genug ist. Dann sind 2 min schnell aufgeholt, auch wenn alle drei klasse Zeitfahrer sind. Bei dieser Tour mag ich nichts mehr vorauszusagen, spannend bis zum Schluss.

  2. Link zu diesem KommentarTIm

    25. Juli 2006, 19:22 Uhr

    Hat sich jemand mal gedanken gemacht wieso es spannend is bei einem Rennen zuzusehen?
    Also die Frage geht en bisschen ins philosophische – das muss ich wohl zugeben.
    Nur hat sich mit die Faszination der TdF oder von F1 oder sonstigen Rennen noch nicht erschlossen.

    Gruß,
    Tim

  3. Link zu diesem KommentarMichael

    25. Juli 2006, 19:46 Uhr

    Vielleicht interessiert man sich für die Technik, die es beim Motor- und Radsport ja zuhauf gibt, andere wollen sich spannende Überholmanöver, taktische Finessen in der Boxengasse oder beim Wegspurt vom Peloton angucken. Manche finden speziell bei der TdF die Landschaft schön und entspannend und erfreuen sich an einer Bergankunft. Andere (sensationshungrige, die die Bildzeitung an dem Tag schon gelesen haben) wollen vielleicht sehen, wie sich einer bei einer Bergabfahrt überschätzt und den Hang hinunterjodelt oder sich der BMW von Heidfeld überschlägt. Es gibt außerhalb des Sportlichen viele gute und weniger gute Gründe, weshalb man sich das anguckt oder bei der Übertragung hängenbleibt.

    Mir persönlich sagt z.B. die TdF weniger zu, F1 eher.

  4. Link zu diesem KommentarTIm

    28. Juli 2006, 21:19 Uhr

    Na dankeschön – da is wohl was dran!
    Technik oder Taktik find ich doch auch interessant! Die Lanschaft kann man auch bewundern und spektakuläres wolln wir doch alle sehn.

    Macht Sinn, ja. Auch wenn ich die Argumente nicht stichhaltig finde, kann ich mir jetzt wenigstens vorstellen was andere daran toll finden!

    Danke!
    TIM