29.10.06 // Weshalb die Webkrauts scheitern.

Screenshot der Webkrauts-Webseite

Eins vorweg: Ich denke, dass die Webkrauts ein erfolgreicher Zusammenschluss sein könnte. Im Moment gibt es allerdings Strukturprobleme, die nicht wegzudiskutieren sind.

Mangelnde Partizipation

Von den 72 Mitgliedern der Webkrauts sind die meisten inaktiv, zumindest für das Bündnis. Dies resultiert unter anderem daraus, dass die Anmeldung für die Krauts offen war und dadurch einfach eine Unmenge an Mitgliedern aufgenommen wurden. Teilweise wurden Leute, die Ihren Beitritt mit „Webstandards haben mich schon immer interessiert.“ begründet.

Das ist zwar eine breite Basis, aber es geschieht kaum etwas produktives, zumindest nicht dauerhaft. Seit dem fünften April, also in knapp sieben Monaten gibt es ganze zehn Einträge und Artikel auf der Webseite. Das wäre nicht annähernd so schlimm, wenn auf anderen Ebenen die Idee des freien, allgemeinen und gleichen Webs verbreitet würde.

Beispielsweise wäre das gezielte Zusammenarbeiten mit Firmen eine der Hauptaufgaben der Organisation. Doch wenn man sich mit den Worten „Die Webkrauts sind ein loser Verband von Webdesignern“ vorstellt hat man kaum eine Chance auf Gehör. Das habe ich mit dem Recode des Focus schmerzlich erleben müssen.

Orientierungslosigkeit

Hier muss sich einiges ändern. Die Webkrauts müssen ein Synonym für modernes Webdesign werden, sie haben ansonsten keine Überlebenschance. Wenn die Veröffentlichung eines Artikels an hohe Anforderungen gebunden ist und lange dauert ist dass ineffizient.

Die Webkrauts versuchten lose, kleine Bündnisse von Webdesignern genauso zu bedienen wie als Informationsplattform zu dienen. Dies sind zwei nahezu unvereinbare Dinge. Wichtig wäre nun eine klare Linie zu definieren. Wäre ein Wiki, das Fachbegriffe und Vorgehensweisen sammelt und von jedem (!) schnell und unbürokratisch bearbeitet werden kann, nicht eine zentrale Informationsquelle, die viele Designer suchen.

Wäre eine offene Plattform nicht der richtige Weg um Leben in die Seite zu bringen? Brauchen wir ein „Mission Statement“, das viel verspricht und wenig hält?

Es wurde sich aktiv gegen die Vereinsform ausgesprochen, auch um Flexibel zu bleiben. Davon übrig geblieben ist ein Zentralkomitee, das aber beruflich voll in Arbeit steckt, was natürlich gut für die Betreffenden aber nicht für die Organisation ist.

An dieser Stelle möchte ich nochmals betonen, dass das keine Kritik an Jens Grochtdreis oder anderen Mitgliedern des Komitees ist. Sie haben getan, was sie für richtig hielten, aber es ist Zeit die Organisation der Organisation zu überdenken.

Zukunft

Das heißt ja nicht, dass nichts passiert. Der Adventskalender ist in der Organisation, es wird wohl einen relativ großen Vorlauf dieses Jahr geben, was natürlich auch den Druck ein wenig verringert. Ich selbst werde in diesem Jahr nichts zu diesem Projekt beitragen, meine beiden Beiträge vom letzten Jahr waren in Ordnung, doch es ist Zeit, dass sich mehr Krauts einbringen.

Vielleicht sollte man aus den Webkrauts doch eine offizielle Organisation machen, zumindest aber die Mitgliederbasis verschlanken und darauf achten qualitativ hochwertige Mitglieder aufzunehmen. Eine Erwähnung auf der Webseite der Webkrauts sollte eine Auszeichnung sein und für gutes Webdesign stehen.

Es braucht offene Strukturen im Webkrautsblog, es geht nicht an, dass ein Bericht über die Markteinführung des IE7 mehrere Wochen auf sich warten lässt, weil die Webkrauts am eigenen Anspruch scheitern. Wir brauchen keine ausgefeilten Artikel um Webstandards anderen Leuten näher zu bringen. Wir benötigen kurze, prägnante Texte, die auch emotional sein dürfen (meiner Meinung nach müssen), die Webdesigner, -entwickler und Führungskräfte gleichermaßen ansprechen können. Das direkte Zusammenarbeiten mit Firmen und die Vorstellung von „guten“ Seiten auf der Webseite. Sonst wird die Idee der Webkrauts in Deutschland scheitern.

Momentan arbeite ich an einem Metablog, also an einer zentralen Anlaufstelle für Texte von Mitgliedern. Ich überlege mir nach diesem Projekt die Webkrauts zu verlassen, da es doch immer wieder destruktive Stimmen gibt, die Ideen anderer dann kritisieren wenn sie mitten in der Umsetzung sind. Die Idee eines Metablogs gibt es seit dem Beginn der Webkrauts vor über einem Jahr. Jetzt an der Methode der Umsetzung zu kritisieren finde ich krass und kann ich eigentlich nicht akzeptieren. Es gibt Menschen, denen dieses ganze Einsetzen für Standards viel bedeutet. Mir gefällt es mich für Standards stark zu machen, aber wenn das bedeutet, dass die Webkrauts diesen Prozess eher verhindern statt fördern, dann wäre es unehrlich Mitglied dort zu bleiben.

Fazit

Es liegt an den Webkrauts sich einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Dieser Artikel soll Anstoß dazu geben, gleichzeitig mögliche Lösungen aufzeigen. Langfristig muss die Partizipation an, die Offenheit von und die Aufmerksamkeit an den Webkrauts erhöht werden. Alles andere läuft auf ein Scheitern hinaus.

Kommentare ()

  1. Link zu diesem KommentarPerun

    29. Oktober 2006, 03:39 Uhr

    Hallo Eric,

    ganz unrecht hast du nicht. Das Problem ist aber, und hier rede ich in erster Linie von mir, dass ich momentan sehr viel zu tun habe, so dass ich schon seit Wochen davon träume mal ausschlafen zu können. Und bei Jens sieht es nicht anders aus und bei einigen aus dem ZK sehr wahrscheinlich auch. Da muss das Webkrauts-Projekt leider etwas hinten anstehen. Das ist schade, aber der tag hat nun mal 24 Stunden und nicht mehr.

  2. Link zu diesem KommentarEric

    29. Oktober 2006, 08:33 Uhr

    Deshalb schrieb ich ja auch:

    Davon übrig geblieben ist ein Zentralkomitee, das aber beruflich voll in Arbeit steckt, was natürlich gut für die Betreffenden aber nicht für die Organisation ist.
    An dieser Stelle möchte ich nochmals betonen, dass das keine Kritik an Jens Grochtdreis oder anderen Mitgliedern des Komitees ist.

    Ich weiß, dass ihr bis zur Oberkante Unterlippe in Arbeit steckt, aber das bringt den Krauts nichts. Es tut ihnen nicht gut, wenn ein Flaschenhals da ist, wenn sich manche Projekte ewig hinziehen.

  3. Link zu diesem KommentarGerrit

    29. Oktober 2006, 09:32 Uhr

    Ich weiß nicht genau, was Du mit “Scheitern” meinst. Was haben wir uns denn für Ziele gesteckt, die zum “Scheitern” der Webkrauts führen werden, wenn wir sie nicht erreichen. Was ist so falsch an einem losen Verbund? Ich habe kein Problem damit, in einem losen Verbund zu sein, ein hübsches Logo auf meine Seite zu packen und damit zumindest einem kleinen Teil von Besuchern auf den ersten Blick zu zeigen, welche Philosophie ich im Webdesign verfolge. Für einen “echten” Verein mit Pflichten und Statuten jährlicher “Entlastung” des Kassenwartes, für solche Kindergartenspielchen haben wir wirklich keine Zeit. Es ist super, wenn sich Leute engagieren, aber wenn es nicht reicht, dann reicht es halt nicht. Glaube mir: Wenn die Power nicht von den Leuten kommt, dann hilft eine straffere Orga auch nicht weiter. Die digitale Boheme lässt sich nicht von einem Verein unter Druck setzen, dem sie freiwillig angehören.

  4. Link zu diesem KommentarEric

    29. Oktober 2006, 10:05 Uhr

    Aber das ist doch genau das Problem: Es ist ein offener, loser Verbund gewesen. Doch dann gab es diesen Kontroll-Ruck, der einherging mit hierarchischen Strukturen, die genau das Problem heraufbeschwören, dass du ansprichst. Jeder schaut, was der andere Macht und ob das Okay geht, ob das formalen Kriterien entspricht, pingelt hier und da und zum Schluss entsteht gar nichts. Oder nur der kleinste gemeinsame Nenner.

    Ich bin dafür die Webkrauts zu öffnen und die Kontroll-Strukturen zu verlassen, das würde dem Workflow von vielen Webentwicklern zu gute kommen. Leider will man anscheinend – trotz losem Verbund – wie eine offizielle Organisation entscheiden, man gaukelt vor, was man nicht ist. Das ist schade.

    Unter Druck gesetzt fühlen soll sich durch die Webkrauts niemand. Aber es kann einfach nicht angehen, dass ein gutes Projekt deshalb untergeht, weil die Teilnahme an ihm nur so umständlich möglich ist.

    Ich weiß, dass ich mich mit diesem Beitrag auf dünnes Eis bewege, aber einer muss es ja tun.

    Ich habe kein Problem damit, in einem losen Verbund zu sein, ein hübsches Logo auf meine Seite zu packen und damit zumindest einem kleinen Teil von Besuchern auf den ersten Blick zu zeigen, welche Philosophie ich im Webdesign verfolge.

    Aber genau darum geht es doch bei den Webkrauts nicht! Es geht nicht darum die anzusprechen, die die Webkrauts kennen sondern die, die mit Webstandards nix anfangen können. Ein potentieller Kunde kommt nicht auf die Seite und sagt „Aha, das ist ein Webkraut, das steht für gutes Webdesign“, sondern er wird sich sagen „Aha, ein schönes Bildchen. Webkrauts? Nie gehört.“ Dummerweise wollen wir laut Mission Statement aber genau diese Menschen erreichen. Das gelingt nicht.

  5. Link zu diesem KommentarEric

    29. Oktober 2006, 10:20 Uhr

    PS: Aus dem Mission Statement:

    Die Webkrauts setzen sich dafür ein, die Vorteile der Webstandards auch im deutschsprachigen Raum stärker zur Geltung zu bringen.

    Niemand kennt die Webkrauts, es gibt kaum Aktivitäten „Vorteile der Webstandards auch im deutschsprachigen Raum stärker zur Geltung zu bringen“.

    Entscheidern und Kunden wollen wir vermitteln, warum Webstandards wichtig sind und welche Vorteile sie daraus ziehen können.

    Welche unserer Veröffentlichungen tut dies, welche erreicht „Entscheider und Kunden“ auch nur annähernd?

    Anwendern helfen wir, den größten Nutzen aus dem Einsatz der Webstandards auf immer mehr Seiten zu ziehen.

    Schade nur, dass die Anwender die Webkrauts nicht kennen…

    Wir beteiligen uns an Veranstaltungen, die Kenntnisse über das Internet und seine Nutzung vermitteln.

    Gab es schonmal eine offizielle Delegation der Webkrauts? Klar sind wir einzeln auf Events vertreten, sprechen dort oftmals auch im Namen der Krauts aber eine wirkliche Aufmerksamkeit erreicht man damit nichts, da das Nischentreffen sind in denen man zwar Entwickler und Designer, nicht aber Entscheider und Kunden anspricht.

    Wir bieten Gremien und Organisationen, die sich mit Standards und Qualitätsmaßstäben befassen, unsere fachkompetente Unterstützung an.

    Sollten wir eigentlich nicht auch Organisationen unsere „fachkompetente Unterstützung“ anbieten, die sich noch nicht mit Webstandards auseinandersetzen? Oder gerade denen.

    Gerade im Mission Statement kommt der Verbands- und Organisationscharakter deutlich heraus, da immer von „Wir“, von gemeinsamen Aktionen gesprochen wird, wo wir alle Einzelkämpfer sind, die sich lose kennen und zufällig das selbe Hobby haben. Das Problem, das ich mit den Webkrauts habe ist, dass sie nicht halten, was sie versprechen und dass man sich nicht im Klaren ist, was man eigentlich sein will.

    Ein loser Zusammenschluss mit Vereinsorganisation und Hierarchie ist nicht möglich.

  6. Link zu diesem KommentarBjörn

    29. Oktober 2006, 13:18 Uhr

    Das Problem ist aber, und hier rede ich in erster Linie von mir, dass ich momentan sehr viel zu tun habe, so dass ich schon seit Wochen davon träume mal ausschlafen zu können.

    Das kann ich auch für mich bestätigen und ich denke, es geht den meisten so. Trotzdem muss man Wege finden, aktiv weiter zu machen. Das Metablog ist ja schon ein guter Anfang.

    Ich denke, dass die wenigsten noch nebenbei exklusiv für die Webkrauts schreiben können. Daher ist ein Metablog der beste Weg, zu zeigen, dass wir nicht ganz unaktiv sind.

    Veranstaltungen sollten wir auch mal in Angriff nehmen. Z.B. regional Unternehmen (Auftraggeber), Agenturen etc. informieren und vor allem diskutieren udn vielleicht mal sammeln, was die Hauptberufler Webdesign und -entwicklung am meisten bewegt und wo Klärungsbedarf besteht.

  7. Link zu diesem KommentarPerun

    29. Oktober 2006, 15:34 Uhr

    Ein Metablog fände ich auch gut …und zu meiner Schande muss ich zugeben, dass ich mich nur ganz dunkel erinnern kann, dass dies vor einiger Zeit angesprochen wurde.

  8. Link zu diesem KommentarEric

    29. Oktober 2006, 15:39 Uhr

    Falls meine Lösung angenommen wird kommt das Metablog ja. Sinnvoll wäre wahrscheinlich es auch auf der Startseite anzuzeigen, unter einem Navigationslink Metablog schaut doch keiner nach.

    Veranstaltungen sollten wir auch mal in Angriff nehmen. Z.B. regional Unternehmen (Auftraggeber), Agenturen etc. informieren

    Hatte ja schon vorgeschlagen Informations-PDFs zu erstellen, was nicht gehört wurde. Von Jens gutgeheißen aber auch nicht wirklich Verfolgt wurde die Idee eines Verhaltenskodex für Webdesigner. Ich verstehe, dass alle viel zu tun haben, aber ein paar Minuten in der Woche von 70 Leuten kann auch was bewegen.

  9. Link zu diesem KommentarJohannes Ries

    29. Oktober 2006, 19:34 Uhr

    Servus, finde gut, dass diese Problematik mal offen angesprochen wird. Zum Thema mangelnde Partizipation kann ich sagen, dass bei mir nach entstehen des ZK relativ schnell irgendwelche Motivation im Wiki noch weiter zu arbeiten hinüber war. Das soll von mir auch keine Kritik gegenüber Jens oder sonstwen, war einfach so. Ich finde deine Initative mit dem Metablog gut und verfolge mit Interesse alle Mails, die über die Liste kommen. Jedoch fehlt für mich persönlich, als Hobby-Webdesigner, dem Webstandards wichtig sind und der diese auch gerne weiter verbreiten möchte ein wenig Orientierung, was konkret zu tun wäre.

  10. Link zu diesem KommentarAnsgar

    29. Oktober 2006, 21:56 Uhr

    Kritik ist immer dann gut, wenn Sie nicht der Kritik wegen geübt wird und neue Wege aufzeigt. Das ist zumindest in Teilen der Fall, aber ähnlich wie Gerrit sehe ich die Webkrauts nicht als gescheitert an. Sagen wir mal so: Wie in allen Dingen, machen wir auch hier den deutschen Sonderweg und versuchen, Dinge mit Basisdemokratie, Gremien, Orga-Teams, Kaderbildung, Komitees und anderen Vereinigungen zu regulieren, statt Informationen fließen zu lassen.

    Kommt noch dazu, dass jeder irgendwie auch sein eigener Herr ist und seine eigene Suppe kocht und dazu setz ich mir jetzt und hier auch die Kochmütze auf. Das ist keineswegs eine Entschuldigung, aber es zeigt (vielleicht) die Notwendigkeit einer Art Metablog. Das würde zumindest zu Inhalten führen, aber das Problem der Ziele nicht lösen. Der Adventskalender ist – dank Jens Grochtdreis – wenigstens auf den Weg gebracht worden. Was wird das nächste Projekt, für das wir uns alle in den Hintern treten sollen?

  11. Link zu diesem KommentarManuela

    29. Oktober 2006, 23:09 Uhr

    Ich denke, »scheitern« können die Webkrauts schon deshalb nicht, weil ihre Ziele trotz Mission Statement nicht wirklich klar umrissen sind. Einmal möchte man eine möglichst breite Masse aktivieren und auch begeistern und ein andermal geht darum sehr fachspezifisch, organisiert und perfekt zu sein. So wurde unheimlich viel zerredet, was in meinen Augen hätte umgesetzt werden können. Ich habe nach anfänglichem Engagement immer wieder eine Art »Spassbremse« erfahren, weil alles zu perfekt, zu oft diskutiert werden musste.

    Allerdings ist es auch nicht einfach, eine so große Gruppe zu organisieren. Nicht jeder kann einen Admin-Zugang bekommen, Artikel müssen gegen gelesen werden etc. Hier sind Vorgaben schwer zu treffen. Deshalb fand ich es auch so toll, dass Eric sich an das Metablog gemacht hat, denn das ist – unabhängig vom eigentlichen Kauts-Blog – eine Möglichkeit breiter zu agieren.

    Es wird immer Menschen geben, denen plötzlich einfällt, was man alles hätte besser machen können. Daran muss man sich gewöhnen. Genauso wie man sich meiner Meinung nach nicht hinter der vielen Arbeit verstecken kann, denn die wird nicht weniger werden.

    Ich bin nicht dafür, aus den Webkrauts eine offizielle Organisation zu machen. Mir wäre es viel lieber, es ginge so locker zu wie bei den Nachbarn. Ich denke, wir müssten versuchen eine Routine zu erreichen, in der jeder jedem vertraut und eine Entscheidung auch akzeptiert und Mühe und Arbeit auch gewürdigt werden. Das könnte auf das Blog bezogen z.B. so aussehen, das wesentlich mehr Leute autorisiert werden, Artikel zu schreiben und gegenzulesen.

  12. Link zu diesem KommentarJens Grochtdreis

    30. Oktober 2006, 01:05 Uhr

    Die Gründung der Webkrauts war eine sehr dynamische Sache, aus einer Laune heraus. Die Motivation und Begeisterung war anfangs riesengroß, riesengroß waren aber auch Unterschiede in grundlegenden Auffassungen und Kenntnissen. Groß war auch die ziellose Laberei ohne wirkliche Ergebnisse. Dies führte zum verzweifelten Versuch, mit der Schaffung des “ZK” ein bischen Orndung ins Chaos zu bringen. Eine kleine Gruppe sollte ein bischen die Richtung angeben, vordenken.

    Leider funktioniert dies auch im Kleinen nur bedingt, denn alles muß nebenher von beruflioch stark eingebundenen Menschen gemacht werden und so ziemlich alles fällt letzten Endes auf mich zurück, der entweder die Anregung geben muß oder irgendwas umsetzen muß. Ich persönlich habe beispielsweise seit Mai diesen Jahres bis vor einer Woche an zwei Relaunches gearbeitet, einer davon war sehr groß. Meine freie Arbeitskraft war dementsprechend sehr minimiert.

    Ein jeder Webkraut hatte von Anfang an immer alle Möglichkeiten, sich mit anderen für eine Aufgabe zu organisieren. Dies habe ich von Anfang an immer wieder betont und auch dazu aufgefordert. Meine einzige Bedingung war, daß ich vor einer Veröffentlichung informiert und gehört werde. Niemand fand sich jemals freiwillig für ein Projekt mit anderen zusammen. Niemand. Deine Übersetzung war ein einmaliger Akt.

    Aus dem letztjährigen Adventskalender zog ich mit dem ZK die Konsequenz, die Veröffentlichungskriterien ein wenig rigide zu fassen. Die Artikel waren im Original teilweise haarsträubend. Es sind sicher einige noch immer nciht besonders toll. Einen artikel habe ich dem autor dreimal zur Korrektur zurückgeschickt, das Endergebnis war noch immer suboptimal, wurde aber aus Zeitmangel und wegen Alternativlosigkeit trotzdem veröffentlicht. Deshalb bestehe ich auch weiterhin auf Kontrolle möglicher Artikel. Die verzögerte Veröffentlichung Deines Artikels lag an fehlender Aufgabenverteilung, die ich noch ändern muß. Niemand war konkret zuständig, also vermutet jeder, ICH mache es. Ging aber aus Zeitgründen nicht.

    Unser eigentliches Problem ist noch immer, daß unsere eigentliche Zielgruppe uns noch nicht kennt. Stimmt. Ich hätte auch gerne Ideen, wie wir das ändern können. Im Prinzip warte ich
    seit Gründung auf Ideen. Ich tue meinen Teil bspw. durch Artikel im PHPMagazin. Wo sind die Anderen? Wo sind die Ideen? Wo sind die Debatten? Rege gerne eine soclhe Debatte an und zwar dort, wo sie hingehört, in unsere interne Mailingliste. Dieser Blogeintrag ist der falsche Weg.

    Apropos falscher Weg: die komplette Anarchie wie am Anfang war eindeutig der falsche Weg. Die jetzige Ordnung scheint auch nicht korrekt zu sein. Woran liegt es? Doch wohl eindeutig an den Personen. Ein jeder sollte sich überlegen, was er von den Webkrauts erwartet und für sie und mit mit ihnen tun kann.

    Lass uns intern drüber diskutieren, wie wir das nächste Jahr nun endlich an unsere Zielgruppe kommen und wie wir uns intern organisieren.

  13. Link zu diesem Kommentarmacx

    30. Oktober 2006, 08:27 Uhr

    Ein Vorschlag von mir vor sehr, sehr langer Zeit war, dass wir auch unseren Technikwürze-Podcast zur “Verbreitung unserer Ideologien” nutzen, doch durch Technikwürze würden wir keine Tabellenbauern und Entscheider erreichen, hieß es. In dem Jahr, in dem ich jetzt TW mache, habe ich anderes festgestellt. Aber das zeigt auch: Es wird zu viel disktutiert, statt einfach gemacht.
    Gut ist, dass wir einen Adventskalender anlegen, aber mal ganz ehrlich. Ein Fachartikel alle zwei Wochen, einen kurzen einmal die Woche regelmäßig kommt viel besser an, als wenn man einmal im Jahr einen Adventskalender unter den zehntausend anderen im Internet veröffentlicht. Die Bereitschaft zum Schreiben ist da.
    Also mein Vorschlag: Mindestens einmal im Monat einen Fachartikel auf Webkrauts. Dieser wird dann bei uns in Technikwürze vorgelesen. Das lässt sich ja schon jetzt direkt umsetzen.

  14. Link zu diesem KommentarEric

    30. Oktober 2006, 08:57 Uhr

    Manueller Selbst-Trackback: „Weshalb die Webkrauts nicht scheitern werden.“

    @Jens: Es geht mir gerade auch darum, dass du entlastet wirst. Es kann nicht angehen, dass jede Veröffentlichung von nur einem Menschen gegengelesen und abgesegnet wird.

    „Ich tue meinen Teil bspw. durch Artikel im PHPMagazin. Wo sind die Anderen? Wo sind die Ideen? Wo sind die Debatten?“

    Naja, nicht jeder von uns hat die Möglichkeit in Magazinen zu schreiben. Du tust mehr als du tun müsstest, da sind wir beide uns einig. Wo die Anderen sind ist hingegen eine zentrale Frage, die eigentlich Anlass auch für diesen Artikel war. Ideen und Debatten gab es – zumindest in Ansätzen. Wirklich durchsetzen konnte es sich aber nicht, meistens verhallte alles im Forum.

    @macx: Das sehe ich genauso wie du, es muss ein kontinuierlicher Informationsstrom vorhanden sein, der Adventskalender ist ein praktisches Goodie.

    Bitte beachtet auch den Nachfolgeartikel „Weshalb die Webkrauts nicht scheitern werden.“.

  15. Link zu diesem KommentarSiegfried

    31. Oktober 2006, 13:58 Uhr

    Hi,
    ich als Softwareentwickler und Hobby-Webdesigner, der grundsätzlich Wert legt auf sauberen Code, gehöre ja nicht unbedingt zur Zielgruppe der Webkrauts. Dennoch finde ich es schon mal gut, daß sich da überhaupt mal was formiert hat. Nur wenn überhaupt mal was da ist, kann das auch gefunden werden. Ob von der richtigen und gewünschten Clientel ist dann noch eine zweite Frage.
    In einem Punkt ist diese Diskussion allerdings auf einen interessanten Punkt gestoßen: Es hilft wirklich Nichts, sich endlos lange hochintelligente und tiefschürfende Diskussionen zu liefern, selbst, wenn das Ergebnis perfekt wäre. Viel wichtiger ist so eine Art “Hands on” Mentalität. Man hat eine Idee, man setzt sie um. Punkt. Erst, wenn die Idee umgesetzt ist und funktioniert, und man die Fehler in der Praxis sieht und nicht nur theoretisch hin und her wälzt, erst dann beginnt man, ganz praktisch und pragmatisch, das System zu verbessern. Nacheiniger Zeit hat man dann aus den Fehlern und den Erfolgen gelernt und fängt noch mal von vorne an und macht es diesmal richtig. Wenn man immer nur Theorien wälzt, wird man niemals erfahren, wie es richtig funktioniert.

    Kennt Ihr den Unterschied zwischen Theorie und Praxis? Theorie ist, wenn Nichts funktioniert, und Jeder weiß, warum. Praxis ist, wenn Alles funktioniert, und keiner weiß, warum.