03.11.05 // Wir haben die Ziele noch lange nicht erreicht!

Wie unter anderem Molly Holzschlag und Andy Clarke berichten hat sich der britische Disney Store von ihrem validen XHTML-basierten Layout verabschiedet und ist wieder zu invalidem, proprietären HTML zurückgekehrt.

Auch bei der Google Suche zeigt sich, dass unter anderem “Spacer Gif” ein tolles Weihnachtsgeschenk sein könnte.

Nun muss man aber eines sehen, neben der Ironie dieses Google-Ergebnisses:

Webstandards sind noch immer kein Teil der Alltagskultur im Internet. Und nicht nur dort fehlt es, es fehlt auch in den Führungsetagen. Die “Entscheider” bestimmen über Webstandards oder Tagsoup. Über Stylesheets oder “Spacer Gifs”.

Zählt für sie nur das Aussehen? Eventuell. Rechnen muss es sich. Ob es das beim Disney Shop tun wird bezweifle ich stark. Die alte Seite war nicht nur schöner sondern auch zugänglicher als die neue.

Wenn man also Webstandards durchsetzen will, so kann man das sicher nicht als Webdesigner in seinem eigenen Medium, in seiner Community. Man muss umfassend, ganzheitlich und vollständig informieren, darf sich nicht in Fachsprache verstricken und muss klar fassbare Tatsachen anführen.

Initiativen wie die WaSP können nur erfolgreich sein, wenn sie sich direkt an die Menschen wenden, die a) die Schnittstelle zwischen Web und Benutzer besetzen (Hersteller von Browsern, Webeditoren, Webseiten) und b) die entscheiden wie ein Webdesign oder eine Seitenidee umgesetzt werden soll (Manager, Chefs von mittelständischen Unternehmen) und was dafür ausgegeben werden soll.

Zudem muss man zeigen, dass standardnahes, zugängliches und barrierefreies Webdesign sowohl einen Mehrwert hat als auch mehr Wert ist.

Kommentare ()

  1. Link zu diesem KommentarKai

    4. November 2005, 12:52 Uhr

    “Webstandards sind noch immer kein Teil der Alltagskultur im Internet.”

    (Wie ging das Zitat-Markup nochmal?)

    Werden sie wahrscheinlich auch nie sein. Standarts sind Werkzeuge und kein Teil der Kultur, außer es baut sich eine Kultur um sie auf.

    PS: Ich kann nicht garantieren, dass diese Kommentar keine Werbung—bzzt … atmet Luft®! ... bzzt—enthält.

  2. Link zu diesem KommentarEric

    4. November 2005, 18:13 Uhr

    Natürlich werden sie es (wieder) sein. Das Web baut schließlich auf Standards auf, es wäre dir sonst gar nicht möglich diese Seite zu sehen, es sei denn etwas zu schreiben. Oder denke nur mal an die E-Mail.

    Natürlich kann man Standards nicht erzwingen, aber man kann – und sollte – dafür werben.

    Auch DIN-A4 ist ja ein Standard oder Reifengrößen sind standardisiert. Ohne sie wären wir aufgeschmissen.

    (Und ich finde, dass Standards doch in die Kultur gehören, in den Alltag sowieso – und nichts anderes beschreibt der Begriff “Alltagskultur”.)

  3. Link zu diesem KommentarKai

    7. November 2005, 11:04 Uhr

    (Alles, was nicht in Klammern steht ignoriere ich mal, weil das nichts mit meiner Argumentation zu tun hat.)

    “Standarts” gehören nur als Leitlinien in Kultur, nicht als Standarts. Und Webstandarts sind so wenig Kultur wie der goldene Schnitt.

    Zu sagen, dass Standarts Teil einer Kultur sind, weil sie Teil des Alltags ihrer Mitglieder sind ist so, als würde man sagen, dass die DIN-Normen Teil unserer Kultur sind, weil alles genorm ist.

    Alltagskultut ist ein gutes Aufhänger, (weil ich das Wort noch nicht kannte,) aber Alltagskultur ist synonym für Massenkultur (siehe Wikipedia) und ich denke nicht, dass das gegenwärtig auf Web[design]standarts zutrifft.

  4. Link zu diesem KommentarMarkus

    7. November 2005, 15:47 Uhr

    Standart schreibt sich übrigens so: Standar*d*

    Eine Unsitte im Sprachgebrauch.

  5. Link zu diesem KommentarKai

    7. November 2005, 19:04 Uhr

    Stimmt, Standarten gehörten auch nicht zur Kultur. :)

  6. Link zu diesem KommentarEric

    7. November 2005, 19:47 Uhr

    @Kai: Entweder du willst mich ernst haft missverstehen oder du raffst es wirklich nicht.

    Also nochmal. Es geht darum, dass Webstandards im Internet nicht zum Alltag gehören, gerade auf großen (vielbesuchten) Seiten. Zudem habe ich Webstandards nie als “Alltagskultur des Internets” bezeichnet sondern als Teil des ganzen.

    Und was ist so falsch, wenn ich mir Wünsche, dass Webstandards “Gebräuche, Gewohnheiten und Gegenstände des Alltags, die nicht als Kultur im Sinne von bildender Kunst, Musik und Literatur in der Sinngebung durch eine definierende Elite wahrgenommen werden” (Wikipedia), sind? Und ja, ich wünsche mir, dass Standards ein Massenphänomen sind und den Alltag aller Internetbenutzer verbessern.

    Und wie du schon sagst: “Ich denke nicht, dass das gegenwärtig auf Web[design]standarts zutrifft.”

    Genau das sagt doch der Satz “Webstandards sind noch immer kein Teil der Alltagskultur im Internet.” aus, oder?

  7. Link zu diesem KommentarKai

    8. November 2005, 13:18 Uhr

    Ok, dass artet jetzt zu Haarspalterei aus, also sollten wir es besser lassen.

    ...

    Ich danke, dass du dir da selbst widersprichst, und der definierenden Elite angehörst.