Am Wochenende vom 29. und 30. September 2007 fand in Wien das dritte und zugleich größte Barcamp in Österreich statt. Es fanden sich über hundert Menschen ein um in netter Umgebung im Microsoft Office (ja, das ist auch ein Wortspiel) Gedanken auszutauschen.

Samstag

Nach einem Frühstück mit Kaffeestückchen und Kaffee fanden sich alle zur Vorstellungsrunde zusammen. Danach wurden die Sessions besprochen und (per Klebezettel) an Flipcharts gehängt.

Eigentlich wollte ich am Samstags keine Präsentation machen, wurde aber dann bekniet etwas zu Mikroformaten zu machen. Natürlich ließ ich mich breitschlagen.

Die erste Session, die ich besuchte, war „Blogvermarktung“ und Online-Werbung. Alles insgesamt nix neues. Adsense, Textlinks, (klassische) Werbung und Reviewme-Reviews. Dazu viel theoretisches herumrechnen – ich weiß nicht. Ich bin nicht von der Methode überzeugt mit Blogs Geld zu verdienen, höchstens durch das Blog als Vermittler. Aber das ist ein anderes Thema.

Direkt im Anschluss war ich dan dran und lief damit gegen „Digitalks“ und „How not to start your Start Up?“. Und so fanden sich tatsächlich einige wackere Menschen ein, denen ich dann erklärte wie µf funktionieren und wie man sie in der Praxis einsetzen kann. Dabei griff ich auf die Importfunktionen von wevent auf und habe auch gezeigt wie einfach man hCards per Firefox-Erweiterung Operator zum Adressbuch hinzufügen kann. Als Beispiel musste dabei mehrfach Gerrit herhalten. Sorry :)

Nach dem Mittagessen die von mir meisterwartete Session: Robert Lender und Martin Ladstätter erklärten Accessibility-Probleme am Beispiel von Roberts Blog. Sehr interessant.

Danach wählte ich den Vortrag zu „Blögger“, einem Netzwerk für Blogger im Real Life. Das hat mir irgendwie nicht viel gebracht, auch weil dahinter kein wirkliches Konzept sondern nur eine vage Idee steht. Dafür musste man sich dann auch viel Kritik gefallen lassen – für was braucht man denn so neumodisches Zeugs?

Nach der Kaffeepause ging es dann mit neuen Arbeitsformen weiter. Stichwort: „Wir nennen es Arbeit“. Eine tolle Diskussion mit dem Ergebnis, dass es auch weiterhin fest angestellte Menschen geben wird, die Zahl der frei arbeitenden Menschen aber zunehmen könnte. Eine Frage war, wann Staat und Sozialsysteme darauf eingehen können…

Da wir diese Session massiv überzogen hatten war es dann auch meine letzte und dabei hätte mich „Usability of Blogs“ noch sehr interessiert. Aber vielleicht gibt’s ja eine interessante Zusammenfassung…

Sonntag

Am zweiten Tag lies ich es dann aber noch etwas ruhiger angehen: die ersten Sessions ließ ich aus und stieß dann erst wieder zu Vorträgen, als es erneut um Accessibility ging: Martin Ladstätter klärte über die Verpflichtungen auf, denen Gewerbetreibende in Österreich unterliegen. Alle Unternehmen, die Geschäfte mit Endkunden machen müssen auch barrierefreie Webauftritte haben. Das ist eine viel strengere Regelung als das in Deutschland der Fall ist. Er zählte einige interessante Fälle auf in denen erst Schlichtungsverfahren zu Lösungen führten. Die betroffenen Firmen zeigten sich allerdings sehr kooperativ. Den Imageschaden wollten sie vermeiden.

Nach dem Mittagessen gab es eine sehr nette Session über „Bloggen und Politik“. Dabei ging es um die Planungen eines PolitCamp in Graz und politische Partizipation im Internet. Sehr spannend und ich sollte mit Heinz Kontakt aufnehmen, denn das könnte sehr interessant werden.

Wirklich einbringen konnte ich mich derweil nicht, war ich doch damit beschäftigt Informationen für meinen zweiten Vortrag zusammen zu sammeln und zu einer Keynote-Präsentation zu verschmelzen. Da war es mir gerade recht, dass die „Politiker“ – wie gewohnt – überzogen ;)

Mein zweites Thema war dann auch eines, das ich aus meinem eigenen Blog geklaut habe und hieß „Das Web als Medium ernst nehmen“ (SlideShare). Insgesamt war ich mit meiner Präsentation ganz zufrieden, es hat vielleicht an etwas Spannung gemangelt und die Knalleffekte sind ausgeblieben. Aber die Diskussion war sehr nett und fruchtbar, wie ich fand.

Zum Schluss schaute ich mir dann „Leser für mein Blog gewinnen an“, es ging dort jedoch vermehrt um Google-Suchtreffer (klassische SEO, eigentlich), statt um Leser=Abonnenten=Kommentierer. Zudem war ich doch leidlich erschöpft, so dass ich dann diesen Vortrag verlassen musste.

Was nehme ich mit? Tolle, interessante Gespräche und Einblick in vielfältige Themen, die Erkenntnis, dass Microsoft nicht alle Macs zu Beginn einzieht und es schafft ein stabiles W-Lan anzubieten (außer im Innenhof..?) sowie eine tolle Organisation.

Zudem darf ich Martin Ladstätter jetzt bei den Webkrauts begrüßen, wodurch wir einen weiteren Accessibility-Experten in unserer Reihe haben.

3 Gedanken zu “BarCamp Vienna #3

  1. Danke für den Bericht. Spannung und Knalleffekte sind gut für Actionfilme ;-) Dein Beitrag hat mich zu einigen Gedanken geführt und Diskussion – auch nachher bei Kaffee und Süßem – ausgelöst.

  2. Falls du noch ein Beispiel für die nächste Präsentation in Sachen Mikroformate benötigst, schau einfach mal vorbei ;o) Klingt interessant was das Wiener Wochenende so ergeben hat.

  3. Mir hat es auf dem Barcamp auch bestens gefallen. Auch wenn ich am Sonntag noch etwas angeschlagen war (das guter Ottakringer) hatte ich neben einer Menge spannenden Informationen auch eine Menge Spass.

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