Am 20.08.2015 sind die Webkrauts, der lose Verbund von Webentwicklern, 10 Jahre alt geworden. Jens Grochtdreis feiert mit einem Rückblick im Webkrauts-eigenen Blog.

Damals waren Tabellenlayouts noch normal, heute haben wir überladene CSS-Frameworks. Webseiten haben heutzutage riesige Bilder während es 2005 noch ein Sakrileg war wenn eine Seite breiter als 800px war. Und natürlich war Responsive Web Design noch lange kein Begriff.

Es bleiben weitere Herausforderungen. Auf die nächsten 10 Jahre!

 Meine Hoffnung ist es, dazu beizutragen, das Thema [Kryptografie] einem noch größeren, auch nicht so technisch versierten Publikum zugänglich zu machen. Denn wenn der NSA-Skandal eines gezeigt hat, dann dass […] noch mehr Menschen die E-Mail, den Chat oder die Sofortnachricht nicht mehr als allgemein lesbare Postkarte verschicken, sondern sie mit einem Umschlag versehen, dessen Öffnen nur Sender und Empfänger erlaubt ist, aber sonst niemandem! Dabei zu helfen ist das bescheidene Ziel dieser neuen Serie. Es wird um Grundlagen, Software, Vorgehensweisen, Best Practice und andere Aspekte rund ums Thema gehen.

Ein Thema welches immer wichtiger werden wird. Mehr Infos gibt es in Zukunft dann im Blog von Marco Zehe.

Kontaktversuch: „Lügenpresse“ trifft Pegida | Panorama | NDR

Panorama hat die Pegida-Demonstranten zu Wort kommen lassen. Nach Ausstrahlung teilte der bei Minute 03:02 interviewte Mann mit Mütze mit, er sei für RTL dort gewesen. Dies war uns nicht bekannt. http://www.daserste.de

Das ARD-Magazin Panorama hat einfach mal PEGIDA-Demonstranten reden lassen und auch das Ausgangsmaterial für den Beitrag online gestellt. Im Speziellen fielen mir die Äußerungen einer Frau auf, die offensichtlich Angst hat, dass „der Islam zur Staatsreligion“ erhoben würde.

Ein kleiner Fun-Fact am Rande: Wir haben in Deutschland gar keine Staatsreligion, sondern Religionsfreiheit. Auch um Weihnachten müssen wir uns keine Sorgen machen, wie eine andere Demonstrantin befürchtet. Das schlimme für mich ist, dass es nichtmal eines Faktenchecks benötigt um diese Vorurteile zu entkräften, sondern dass ein Fünftklässler mit einem Grundgesetz und einem Internetzugang sich diese Fakten leicht beschaffen kann.

Ich bin wirklich entsetzt ob dieser einfach gestrickten rassistischen Ressentiments. Menschen, die sich mit Ausländern nur unterhalten um „Einmal Döner mit alles und Scharf!“ zu bestellen haben irgendwelche diffusen Ängste. O tempora o mores!

Unter dem Artikel bei Panorama gibt es natürlich auch viele Kommentare, einer lautet so:

[…] Jeder zitiert irgendwelche Statistiken und Zahlen, und ja die sind alle 100% richtig. (lächerlich). Aber die gefühlte Statistik sieht nun mal anders aus!

Genau! Und in der gefühlten Bundesliga spielt Dortmund um die Meisterschaft mit. Und bei gefühlten Wahlen gewinnt die NPAfD. Und gefühlt war früher eh alles besser.

Heinz Wittenbrink hat ein „vorsichtiges Plädoyer für eine Doppelstrategie“ zum Posten von Beiträgen auf Medium und einem eigenen Blog veröffentlicht. Darin geht es auf der einen Seite um „SEO“ (¯_(ツ)_/¯) und zum anderem darum ob es überhaupt sinnvoll ist noch auf seinem eigenen Blog zu publizieren:

Wie sinnvoll ist es, dieselben Texte bei Medium und im eigenen Blog zu publizieren? Seit ich Medium kenne, frage ich mich, ob ich nicht mit meinem eigenen Blog überhaupt aufhören soll.

Aus der Sicht der Nutzer ist Medium fast jedem Blog überlegen. Das Design ist besser, man muss sich nicht mit einer unübersichtlichen Navigation herumschlagen. Wenn man die wenigen Konventionen verstanden hat, kann man sich auf die Texte und Medien konzentrieren und wird nicht von einer mehr oder weniger aufdringlichen „persönlichen Note“ abgelenkt.

Die Prämisse, dass Medium Blogs überlegen ist, teile ich nicht. Viele Blogs sind schön und aufgeräumt gestaltet, und selbst wenn man das Design von Medium als das Nonplusultra ansieht, dann ist eine gute Typo schnell auch auf das eigene Blog übertragen. Es gibt dutzende fertige Themes (kleiner Auszug). Zudem finde ich die persönliche Note wichtig bei Blogs, ich lese die Texte ja wegen den Menschen, die sie schreiben. Blogs sind etwas vertrautes und die persönliche Note in Blogs wegzunehmen wäre für mich wie den Schreibstil des Autors zu vereinheitlichen.

Das Vereinheitlichen von Design und Bildsprache läuft für mich auf eine Entindividualisierung der Texte hinaus. Der Fakt, dass der Helligkeitskontrast des Autornamens mit 2.1 nahezu unsichtbar ist (er sollte 4.5 betragen um lesbar zu sein) spricht ebenfalls dafür. Inhalte werden Medium zugeschrieben, es macht sich diese Inhalte visuell zu eigen.

(Einschub: Für mich steht das nicht im Kontrast dazu, dass ich die meisten Texte im Feedreader lese. Bei gut gestalteten Angeboten besuche ich die Website, wenn mich der Text interessiert und lese dort weiter.)

Das ist aber nicht das eigentliche Problem. Publishing-Plattformen erscheinen und gehen schnell. Man sieht am Beispiel Vox, Posterous oder Geocities wie schnell es gehen kann. Die eigenen Inhalte sind weg oder mit viel Glück unter einer anderen URL auffindbar. Jeremy Keith stellt die Probematiken sehr übersichtlich in diesem Vortrag dar.

Jeremy Keith – Beyond Tellerrand – beyond tellerrand 2013

I am very happy that Jeremy agreed to open this years beyond tellerrand with a great talk. In this talk Jeremy took a look beyond the edge of the plate.

Ich sehe durchaus den Wert von Medium als Weg Leser zu erreichen, was legitim ist, und daher ist es natürlich auch völlig in Ordnung seine Texte dort zu duplizieren. Dies muss aber so geschehen, dass es klar ersichtlich ist, welches das Original ist. In der Indieweb-Community wird dies POSSE genannt: „Publish on your Own Site, Syndicate Elsewhere“ (etwa: „Auf der eigenen Seite publizieren woanders einstellen“). Damit dies ordentlich gelingt benötigt die Medium-Variante einen Link auf den „richtigen“ Blogpost, am Besten mit einem rel="canonical"-Attribut.

Was mich allerdings auch bei Medium stört ist die mangelnde Barrierefreiheit (z.B. unbeschriftete Buttons, mangelnde Kontraste). Zudem habe ich noch nicht herausgefunden wie ich meine Freunde per RSS-Feed abonniere. Ist aber auch nicht so schlimm. Den Artikel von Heinz habe ich über den RSS-Feed seines Blogs gefunden, der Mediumlink wäre längst in den Untiefen meiner Twitter- und Facebook-Timeline verschwunden.