Mal wieder etwas neues, eigentlich zwei Neuigkeiten in einer: Es gibt jetzt ein offizielles YatilWiki.

Für alle, die nicht wissen, was ein Wiki ist hier eine Definition:

Wikis […] sind im World Wide Web verfügbare Seitensammlungen, die von den Benutzern nicht nur gelesen, sondern auch online geändert werden. […] Der Name stammt von wikiwiki, dem hawaiianischen Wort für „schnell“. Wie bei Hypertexten üblich, sind die einzelnen Seiten und Artikel eines Wikis durch Querverweise (Links) miteinander verbunden. Die Seiten lassen sich jedoch sofort am Bildschirm ändern. Quelle: Das größte Wiki der Welt: Wikipedia über Wiki

Fürs Erste ist es die Heimat der Übersetzungsverwaltung, zu dem sollen noch verschiedene Aufzeichnungen zu Projekten den Weg in dieses Wiki finden.

Die Engine…

heißt genau so wie das Wiki, also YatilWiki und ist ein Fork (also eine überarbeitete Version) des BlastWiki. Dabei wurde vor allem auf folgende Punkte Wert gelegt:

  • Standardsbasierte Ausgabe des Quellcodes (XHTML 1.0 & CSS)
  • Vereinfachen der Anpassung des Wikis an eigene Seiten
  • Hinzufügen von Mehrsprachenunterstützung
  • Einfügen der Formatierungssprache Textile

Der PHP-Quellcode sieht noch reichlich chaotisch aus, wie man oben sieht, aber es funktioniert bisher einwandfrei, auch, wenn es noch einige Features gibt, die ich gerne hinzufügen würde:

  • KamelRückenWörter mit Umlauten ermöglichen
  • [[Wiki Wörter]] durch eckige Klammern definieren

Das Wiki gibt es noch nicht zum Download, ist also jetzt in einer Art öffentlicher Beta-Phase.

Für Anregungen bin ich – wie immer – sehr dankbar.

Es hatte sich ja eine kleine Meinungsverschiedenheit im Bezug auf dien Einzug in der ersten Zeile von Absätzen ergeben. Während ich, in meiner Funktion als Webseitenersteller und Gestalter dieser Seiten für eine solche Einrückung, nicht zuletzt der Auflockerung wegen, war spürte ich heftigen Gegenwind von Markus und Gerrit. Auf dessen Kritik, dass der Einzug insbesondere bei kurzen Absätzen nicht zur Lesbarkeit beiträgt, habe ich mich entschieden die Einzüge weg zu lassen.

Das heißt eigentlich: Ich hatte mich entschieden die Einzüge weg zu lassen.

Wie ihr hoffentlich an meinem Geschwafel sehen könnt ist der erste Absatz eingerückt, der folgende nicht. Vielleicht habt ihr auch ein kleines Aufflackern beim – besser: nach – dem Laden der Seite bemerkt.

Dies liegt an einem kleinen JavaScript, das ich heute Nacht (im Hitze- und Simon-&-Garfunkel-Wahn) entwickelt habe:

Zur Erklärung:

  • In Zeile 1 werden alle p-Elemente (also alle Absätze) in ein Array eingelesen.
  • In Zeile 2 folgt dann die Schleife, die alle Absätze durch geht.
  • Es wird dann überprüft, ob der Absatz direkt im Body-Element enthalten ist und nicht über die Klasse meta verfügt. Ist beides erfüllt geht es weiter.
  • Sollte das Element eine Höhe von 80 Pixeln überschreiten wird eine Text-Einrückung von 45 Pixeln hinzugefügt. Die Höhe des Elements wird dabei mit offsetHeight abgefragt. Dummerweise ist diese Funktion in keinem Standard enthalten.

Bedeutet das denn nicht, dass man diese Anweisung nicht benutzen sollte?

Ja, das bedeutet es eigentlich, aber (ja, ihr wusstet, dass das kommt) falls der Besucher JavaScript ausgeschaltet hat oder sein Browser offsetHeight nicht unterstützt wird lediglich der Effekt nicht angezeigt. Keine große Sache, oder?

Ach ja: offsetHeight wurde zuerst im Internet Explorer eingeführt. Ich habe das Script allerdings sowohl unter Mozilla als auch unter Opera getestet und kein „Versagen“ festgestellt.

Auf Kommentare aus der Mac- und Linux-Ecke bin ich gespannt.

Update: Die Untersuchung unter Linux (Knoppix 3.8) zeigt, dass der Konqueror die Einrückungen nicht darstellt. Im Firefox funktioniert das Script wie unter Windows – was ja zu erwarten war.


Den Sieg kann zweierlei noch gefährden: All zu viel Siegesgewissheit und – hier wird die Koalition ansetzen – der Zwang zur Konkretisierung. Verblüfft beobachtet das Publikum, wie die Machtanwärter beim Streit um ihre Steuerreform plötzlich an die Instrumente denken (Entfernungspauschale, Eigenheimzulage usw.), die sie den Regierenden im Bundesrat eben noch verweigerten.

Die Frage ist aber, ob solche Nuancen im kommenden Wahlkampf überhaupt interessieren. Carstensen und Rüttgers haben es ja vorgemacht, wie ein Wahlkampf des Ungefähren funktioniert, selbst gegen Amtsinhaber mit Machtbonus.

[…]

Bald hat die Republik die Wahl. Viel wird jetzt auf den Tisch kommen. Politik im Turbo-Tempo. Die SPD wird auf Konkretisierung setzen, die Union auf Stimmung. Das Duell Merkel – Schröder hat ganz eigene Gesetze, Mann gegen Frau, das bringt die gewohnte Schlachtordnung durcheinander, mit hohem Macho-Risiko. Die kleinen Parteien werden eher am Rande stehen und um Beachtung kämpfen.

Interessant werden könnte die Rolle der PDS. Auch die Postsozialisten wittern wegen der schlechten Stimmung im Osten Morgenluft. Und ganz im Verborgenen kommt die PDS in den Bundestag – dann wird es eine Große Koalition geben. Der Zeitgeist ist unbestimmt und widersprüchlich, und das Land immer noch gespalten. Ist die Zeit wirklich schon reif für die ganz große Wende?

Quelle: ZDF-Kolumne Freytag – Die Woche in Berlin, Ausgabe vom 27.05.2005: Generation 2005 – Wahlen in Zeiten
der Widersprüche

Wie ich soeben festgestellt habe arbeitete noch ein anderer aus der deutschen „Webentwickler-Szene“ an der Übersetzung von Zugänglichkeit: Mythen und falsche Vorstellungen arbeitet(e).

Das ist ärgerlich, auf der einen Seite, weil solche Übersetzungen viel Arbeit bedeuten und diese natürlich dann für die Katz’ ist. Zudem ist es ja unnötig, wenn zwei Leute die selbe Arbeit machen.

In diesem Fall war es meine Schuld, weil ich nicht daran dachte nachzufragen, ob schon jemand an einer Übersetzung arbeitet.

Es fehlt also generell im „Übersetzungslager“ an Koordination, was ich schade finde.

Man könnte eine Mailingliste oder ein Wiki einrichten, in der/m wir uns entsprechend absprechen.

Für weitere Vorschläge oder Anregungen bin ich natürlich offen.

(Dies ist eine Übersetzung des Textes Accessibility myths and misconceptions von Roger Johanssohn.)

Langsam aber sicher findet Webzugänglichkeit eine immer größere Beachtung. Man kann auf Mainstream-Webseiten und in gedruckten Medien darüber lesen. In Schweden kann man sogar auf Milchkartons darüber lesen. Es ist hervorragend, dass Zugänglichkeit mehr Aufmerksamkeit bekommt, jedoch werden oft ungenaue oder falsche Informationen weitergegeben.

Falsche Vorstellungen über Zugänglichkeit sind im Internet weit verbreitet. Noch schlimmer sind Menschen, die aus diesem Unwissen auch noch Kapital schlagen. Darüber schrieb ich im Artikel Zugänglichkeits-Scharlatane (en).

Im Folgenden werde ich einige der falschen Vorstellungen aufzählen und erklären, weshalb diese Mythen Mythen sind. Sie können diese Liste als Checkliste benutzen, wenn Sie jemandem Zugänglichkeit erklären oder Sie können damit – falls Sie Kunde sind – qualifizierte Fragen an jemanden stellen, der Ihnen (oder Ihrer Firma) solche Leistungen verkaufen möchte.

Zugänglichkeit ist nur für blinde Menschen

Obwohl es wahr ist, dass Blinde und sehbehinderte Menschen eine wichtige Gruppen sind, die von barrierefreien Seiten profitieren, ist Zugänglichkeit mehr als das Ermöglichen des Zugangs zu Informationen für Blinde. Viel mehr.

Webzugänglichkeit im Internet bedeutet, dass Webseiten funktionieren, egal, welcher Browser benutzt wird oder welches Betriebssystem benutzt wird und egal welche Behinderung vorliegen könnte. Es geht darum, die verschiedenen Bedürfnisse verschiedener Menschen und deren Vorlieben zu respektieren. Nicht jeder nutzt das Internet in gleicher Weise oder die hat selbe Ausstattung.

Zugängliche Webseiten vergrößern die Anzahl möglicher Besucher und erleichtern die Verwendung für jedermann, ob er behindert ist oder nicht. Dies beinhaltet auch Suchmaschinenroboter – blinde Besucher, die man sicherlich nicht vom Besuch der Webseite abhalten will.

Zugängliche Webseiten sind hässlich und langweilig

Ja, einige sind das sicherlich. Aber es gibt auch Millionen von komplett unzugänglichen Webseiten, die dumpf und langweilig sind. Zugänglichkeit hat also nichts damit zu tun, ob eine Seite hässlich oder langweilig ist. Andererseits kann ein fehlendes Verständnis von Zugänglichkeit und ihrer Umsetzung zu Seiten führen, die nicht sehr attraktiv sind.

Zugänglichkeit heißt nicht, dass alle Farben und Graphiken entfernt werden müssen. Zugänglichkeit bedeutet, sich Gedanken darüber zu machen, wie Farben benutzt werden und alternative Inhalte für Graphiken bereit zu stellen, sofern diese Informationen beinhalten oder funktional sind.

Hässlich oder schön – egal, wie eine Webseite aussieht, meist ist der Inhalt das Wichtigste. Vielleicht nicht für den Besitzer der Webseite, oder für den Designer. Aber sicherlich für Besucher der Seite.

Zugänglichkeit ist teuer und schwierig

Die nachträgliche Implementation von Zugänglichkeit in eine große, komplett unzugängliche Seite kann in einigen Fällen schwierig, teuer und zeitraubend sein. Aber, wenn man weiß, wie Zugänglichkeit funktioniert und sie von Beginn an implementiert wird sind die Mehrkosten unbedeutend gering.

Zudem reduziert sich das Risiko, dass die Webseite nach einigen Jahren erneuert werden muss, weil sich die Browsertechnologie oder die Gesetzgebung ändert.

Auf lange Sicht spart die Entwicklung von zugänglichen Webseiten Geld.

Unglücklicherweise haben immer noch zu wenige Webentwickler angemessene Fähigkeiten im Bereich der Webzugänglichkeit. Dies bedeutet auch, dass das größte Problem darin besteht eine geeignete Firma mit diesen Fähigkeiten zu finden.

Eine Nur-Text-Version der Seite anzubieten reicht aus

Manche Menschen glauben, dass eine Nur-Text-Version ihrer Webseite eine Anpassung der eigentlichen Hauptseite ersetzt. Das ist falsch.

Nur-Text-Versionen sind aus folgenden Gründen nicht gut:

  • Ihnen fehlen oft Informationen oder Funktionen, die in der Hauptseite enthalten sind.
  • Es gibt Probleme mit Suchmaschinen, da der Inhalt doppelt vorhanden ist – auf welche Version sollen die Besucher, die von Suchmaschinen kommen verwiesen werden?
  • Nur-Text-Versionen teilen das Zielpublikum auf – In Behinderte und Nicht-Behinderte.
  • Es kann schwierig sein, den Link zur Nur-Text-Version zu finden.
  • Es gibt keine Garantie dafür, dass die Nur-Text-Version zugänglich ist.

Im Übrigen ist eine Nur-Text-Version für viele unzugänglich, die keine Behinderungen haben – zum Beispiel für die, die einen alternativen Browser benutzen, JavaScript abgeschaltet haben oder eingestellt haben, dass Bilder nicht angezeigt werden. Und für Suchmaschinenroboter. Warum? Weil es für die Entwickler verführerisch sein könnte Zugänglichkeitsregeln für die Hauptseite zu ignorieren, weil sie eine vermeintlich zugängliche Nur-Text-Version haben.

Nur, wenn alle Stricke reißen könnte eine Nur-Text-Version zu akzeptieren sein. Aber eine solche Situation ist nur schwer denkbar.

Individualisierung und Vorlesefunktionen

Das Anbieten von Individualisierungsmöglichkeiten – wie z.B. die Möglichkeit Text- und Hintergrundfarbe oder Schriftart bzw. -größe zu ändern – ist an sich eine gute Sache. Unglücklicherweise dienen solche Optionen – zumindest hier in Schweden – oft als Ausrede, damit nichts an den fundamentalen Problemen der Seite nichts geändert werden muss.

Es gibt zudem viele Seiten mit nutzlosen Individualisierungsmöglichkeiten; nutzlos deshalb, weil die Möglichkeit einige Farben oder die Schriftgröße zu ändern, die Zugänglichkeit nur minimal verbessert.

Nebenbei bemerkt ist das Vergrößern der Schriftart ist etwas, dass jeder machen kann, auch, wenn die Seite keine speziellen Funktionen dafür bereitstellt. Sogar im Internet Explorer für Windows kann man diese Funktion in den Einstellungen einschalten. Die Besucher drüber zu informieren, wie man diese Einstellungen ändert ist vielleicht nicht genug, aber wenn immer mehr Seiten diese Informationen bereitstellen werden mehr Benutzer auf diese Möglichkeit aufmerksam.

Einige Seiten eröffnen dem Besucher die Möglichkeit sich den Inhalt der Webseite vorlesen zu lassen. Das ist eine interessante Zugabe, die für einige Besuchergruppen nützlich sein könnte. Für andere aber ist das nur ein Gimmick. Wie die visuellen Individualisierungsmöglichkeiten ist es nicht falsch solche Funktionen zu integrieren, jedoch ist es besser sich zuerst um die grundlegenden Probleme der Seiten zu kümmern und dann die restliche Zeit und Geld in solche Gimmicks zu investieren.

Interessant. Darüber möchte ich mehr erfahren.

Gut. Wissen wird ihnen helfen falsche Vorstellungen und Informationen zu durchschauen und es wird Sie befähigen bessere Entscheidungen zu treffen.

Im Folgenden sind einige exzellente Quellen für jeden, der mehr über Webzugänglichkeit lernen will.

  • Zugangsrichtlinien für Webinhalte 1.0 (en)
    Die momentane W3C-Richtlinie, die erklärt, wie man Webinhalte für alle Benutzer zugänglich macht.
  • Access Matters (en)
    Eine Seite, die Quiz-Fragen benutzt um Webzugänglichkeitstechniken zu erforschen.
  • Accessify.com (en)
    Eine Sammlung von nützlichen Ressourcen, Links zu Seiten zum Thema, ein Forum und mehr.
  • Building Accessible Websites (en)
    Online-Version von Joe Clarks detailliertem Buch über Zugänglichkeit.
  • Dive Into Accessibility (en)
    Ein Online-Buch, dass erklärt weshalb und wie ihre Webseite zugänglicher gemacht werden sollte.
  • Einfach für Alle stellt viele Informationen zum barrierefreien Internet auf deutsch zur Verfügung