Und wirklich neues über den “Internet Explorer 7” erwartete er auch nicht. In seinem daily report Unmixed schreibt er deshalb von seinem Web:

No matter what’s said at any conference, my web will continue to be about good writing and good design. Because that’s what I care about. And your web is your web because you care about what you care about. And whatever that is, there’s plenty of it to be found or made on this big web we share.

No matter how many new marketing phrases and acronyms emerge (some even with concepts attached), and no matter how much money some people make or lose betting on them […], what I value does not change. Aus: Jeffrey Zeldman: Unmixed

Übersetzung:

Egal, was auf irgendeiner Konferenz gesagt wurde: Mein Web wird sich um gute Texte und gutes Design drehen. Weil ich mich darum kümmere. Und dein Web ist dein Web, weil du dich um das kümmerst, was dich kümmert. Und was auch immer das ist, es gibt vieles, das wir im großen Internet finden oder daraus machen können.

Egal, welche neuen Phrasen und Abkürzungen auftauchen (manche davon mit dazugehörigen Konzepten) und egal wie viel Geld einige Leute verdienen oder verlieren indem sie auf sie wetten […], es ändert nichts an dem, was ich schätze. Aus: Jeffrey Zeldman: Unmixed

Um mich für den Studiengang Medieninformatik einzuschreiben flog ich am Mittwoch abend nach Wien. Der Flug war – typisch Ryanair – unproblematisch und wir landeten 15 Minuten zu früh in Bratislava. Per Bus gings dann noch eineinviertel Stunden in die Innenstadt von Wien.

Tims Freundin Valerie war so gnädig mich bei ihr aufzunehmen, dafür noch einmal einen herzlichen Dank.

Donnerstag morgen wollte ich mich dann einschreiben, was jedoch ein sinnloses Unterfangen war, weil die Anmeldung donnerstags – und nur donnerstags – zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet hat. Also um 14 Uhr nochmal hin und mich in die Schlange gestellt. Nach nicht weniger als zwei Stunden war ich dann endlich dran und konnte mich anmelden. Danach erstmal ins McD, denn außer frühstück hatte ich ja noch nix gegessen. Am abend besuchten wir ein australisches Pub und danach das “Europa”. Die Universität ist übrigens sehr klassisch, mit großen Gängen und hohen Decken. Sehr schön, wie ich finde und um Meilen Lichtjahre atmosphärischer als in Kaiserslautern.

St. Patrick’s Day (also Freitag) war doch etwas enttäuschend, die Pubs waren brechend voll besetzt von Wienern, die versuchten englisch zu sprechen. Sehr kommerziell das ganze und leider nicht wirklich vergnüglich. Dafür gabs ne Wanderung “Wien bei Nacht”, naja.

Samstag war dann schon wieder Abreisetag. Ich schaute mir mit Valerie die Innenstadt bei Tag an. Die Bauwerke in Wien sind der Hammer. Die Lebenshaltungskosten sind hoch, aber ich brauch ja zum Glück so gut wie nix.

Der Rückflug war wunderschön. Wolkenloser Himmel und einen klaren Blick auf den Boden führten zu einer tollen Übersicht über Wien und Frankfurt/Main, ganz großes Kino.

Apropos ganz großes Kino:

Drei Heimkinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen auf der Suche nach Anerkennung, Zärtlichkeit und ihren Grenzen.

Das Thema dieser fragmentarischen Erzählung sind Jugendliche in der amphibienhaften Situation zwischen Kind und Erwachsenem. Momentaufnahmen von jungen, haltlosen Menschen, die versuchen klarzukommen, ihrer Umwelt zu begegnen.

Freiheit und Einsamkeit liegen nah beieinander. Genauso wie Freude und Traurigkeit, Schreie und Sprachlosigkeit, Gewalt und Zärtlichkeit, Aggression und Hilflosigkeit. Das alles sind Gefühle, die groß und unberechenbar sind. Ohne Vorwarnung brechen sie aus den jungen Menschen heraus und sind nur schwer zu bändigen oder gar zu ordnen. heile welt, Ein Film von Jakob M. Erwa. Synopsis

Entschuldigt die langen Zeiten der Inaktivität in letzter Zeit, aber manchmal gibt es wichtigeres als über HTML und CSS zu bloggen oder politisch-kritische Texte zu schreiben. Manchmal geht es nur um eines und das ist die Zukunft.

Nachdem es mir nicht möglich war in Deutschland einen Bachlor in Medieninformatik zum Sommersemester zu beginnen, habe ich mich entschieden mein Studium in Österreich aufzunehmen. Genauer gesagt an der TU Wien. Das verhilft mir, neben einem bald zu erwartenden DSL-Anschluss, auch dazu nicht auf glühenden Kohlen sitzen zu müssen.

“Weshalb Wien?” wird sich der geneigte Leser fragen und “Wohin geneigt?” könnte ich zurückfragen. Die Antwort auf die Frage “Weshalb?” ist einfach: Es war schnell zu finden, die Zulassungsvoraussetzungen sind Klasse (es gibt keine) und die Anbindung ist gut. Außerdem läuft die Immatrikulation bis zum 30.03.06, was mir natürlich entgegen kommt.

Was noch fehlt ist eine Unterkunft, also eine WG oder ein Platz im Studentenwohnheim. Darum werde ich mich in der kommenden Woche kümmern, bevor ich nächsten Mittwoch Abend zum Einschreiben nach Wien fliege.

Dann nur noch meinen Zivildienst zuende bringen und ab geht’s.

Ich fasse einmal zusammen:

Bin ich eigentlich der einzige, der das irgendwie widersprücklich findet? Anscheinend nicht. Andreas Zumach von der taz schreibt in seinem Artikel Bushs Geschenk für Ahmadinedschad:

Die beiden Staaten [Indien und Pakistan] hätten “nie so getan, als ob sie das Streben nach Nuklearwaffen aufgegeben hätten” [(John Bolton)] – anders als Iran. Der habe schließlich den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet und wolle dennoch heimlich Atombomben bauen.

Washington darf sich nicht wundern, wenn Boltons Äußerung im Iran und anderswo geradezu als Aufforderung verstanden wird, aus dem Abkommen auszusteigen, auch weiterhin nicht beizutreten (Pakistan, Israel) oder den vollzogenen Austritt nicht wieder rückgängig zu machen (Nordkorea).

Washingtons Nuklearpakt mit Delhi, der auf eine durch internationale Kontrollen gewährleistete strikte Trennung zwischen “zivilem” und militärischem Atomprogramm Indiens setzt, bringt die US-Regierung in Widersprüche zu ihrer bisherigen Behauptung der Unzuverlässigkeit internationaler Rüstungskontrollregimes. Eine Behauptung, mit der die präventive Militärstrategie von 2002 sowie der Irakkrieg begründet wurden und mit der demnächst vielleicht auch Angriffe gegen Iran gerechtfertigt werden. Wie die IAEO die ihr von den USA zugedachte Rolle wahrnehmen soll, die strikte Trennung zwischen “zivilem” und militärischem Atomprogramm Indiens – eines Nichtmitglieds des Sperrvertrages – zu überwachen, ist bislang nicht geklärt. Andreas Zumach, die tageszeitung vom 03.03.2006, Seite 2, Bushs Geschenk für Ahmadinedschad