Naja, viel gibt es da in der Tat nicht, vielmehr sind es die Standardsachen.

  • Meine Blogeinträge verfasse ich allesamt in Textpattern, das mir als CMS dient.
  • Meine (ungefähr unendlich vielen) Feeds verwalte ich per NewsFire.
  • Twitter ist zu einem wichtigen Werkzeug geworden um Stimmungen einzufangen oder auch mal – ganz eigennützig – um Hilfe zu fragen. Dafür benutze ich natürlich wie alle coolen Mac-User Twitterrific.
  • Screenshots mache ich zu selten um da schon ein Programm zu haben, ich schaue mir Michaels Wahl SnapNDrag aber mal an. Was ich häufig benutze ist ImageWell, einer Art Mini-Bildbearbeitung.
  • Jetzt kommt ein kleines Outing: Wenn es um Bildbearbeitung geht, dann muss Parallels herhalten. Dann wird Windows gestartet und Paint Shop Pro benutzt, in der Version 7. Für MacOS habe ich einfach noch nicht das richtige gefunden. Eventuell ja Fireworks CS3 in Zukunft.
  • Für die Webentwicklung benutze ich TextMate (aber nicht CSSEdit), für FTP-Sachen YummyFTP. Hinzu kommt Firefox mit der Extension Firebug.

Ansonsten fällt mir nichts mehr ein :( Ich reiche das Stöckchen mal an Markus Stefan weiter, nicht ohne auch ihn daran zu erinnern, dass morgen Webmontag in Wien ist.

Ich rege mich ja über jeden Politiker immer mal auf, aber was mit Wolfgang Schäuble los ist spottet jeder Beschreibung. Nicht nur, dass er jetzt diese dubiosen Online-Durchsuchungen mal gestoppt hat, sondern auch, dass er sämtliche Verbindungsdaten für sechs Monate speichern will – was komplette Profile möglich macht.

Wie wirkungsvoll Online-Durchsuchungen sind zeigt die Anzahl von Durchsuchungen, die vorgenommen wurden: 12. Wahrscheinlich hatten alle anderen Anti-Trojaner-Software auf ihrem Rechner.

„Das Internet gewinnt bei der Bedrohung durch den internationalen Terrorismus immer mehr an Bedeutung“ näselte der Minister in seinem skurrilen Akzent. Deshalb, weil das Internet bei Terroristen wichtige Bedeutung hat, müssen die Daten aller Bundesbürger aufgezeichnet werden. Ich schätze mal, dass 99,99% aller in Deutschland lebenden Menschen keine potenziellen Terroristen sind.

Ich habe meinen beiden Vertreterinnen im Bundestag, Anita Schäfer und Lydia Westrich, eine E-Mail geschickt, auf die Antwort warte ich noch. Ein Auszug:

Ich bin in ihrem Wahlkreis aufgewachsen, wo Bespitzelung und Spionage nie ein Thema waren. In Westdeutschland war man immer stolz darauf auf den Osten zu zeigen, der seinen Bürgern nicht vertraute und sie kontrollierte, und zu sagen: Wir sind frei. Anscheinend ist es damit vorbei. In der Paranoia in der sich die Innenminister beider Lager (Schily, Schäuble) scheinen diese rechtsstaatlichen Grundsätze nicht mehr zu gelten.

Jeder Demokrat, jeder freiheitsliebender Mensch muss strikt gegen diese informationstechnische Paranoia sein, sie ablehnen. Man bedenke: Unsere Nationalhymne enthält die Zeile „Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand“. Eine ständige Überwachung fördert die Einigkeit sicherlich nicht und ist Unrecht. Von Freiheit zu sprechen wäre glatter Hohn. Glücklich wäre nur einer: Paranoia-Schäuble. Er muss gestoppt werden, da gibt es keine Diskussion.

(Grafik mit der Schriftart „Parole“ von FontShop)

Generell muss man sagen: Es war okay. Und „okay“ ist weniger als ich mir erwartet hatte. So hochkarätig einige der Sprecher waren, so flach war das Niveau der Konferenz. Keine „Advanced Topics“, eher basics. Die Vorträge im Einzelnen:

Brendan Dawes (Magnetic North): “Finding your Creative Vein”

Brendan beschrieb Methoden und Situationen, durch die man inspiriert werden sollte. Die Interaktion von Bergsteigern mit dem Berg war ein Beispiel, das ihn inspirierte, als er von Reinhold Messner las. (4/5)

Ryan Singer, George Oates und Denise Wilton (37signals, Flickr, Moo): “Designing for Web Apps”

Im nach hinein wirklich die beste Session. Ryan referierte über Anmeldungsformulare, Denise sprach davon Web Applikationen einen eigenen Charakter zu geben, nicht alle Anwendungen müssen den gleichen Ton haben. George gab dann acht wichtige Tipps für Webanwendungen: 1) Anwendungsschritte als Tore, keine Sitemap. 2) Schöne URLs. 3) Auch für Zero-Data designen. 4) Pass mit den Standardeinstellungen auf, sie werden meist nicht umgestellt. 5) Mehrsprachige Inhalte zulassen. 6) Aktivität zeigen. 7) Exploration: Erforsche wie andere die Anwendung benutzen. 8) In Diskussionen einen neutralen Standpunkt einnehmen. Im Panel wurde dann über verschiedene Seiten diskutiert: Ryan Singer nannte es „Zeitverschwendung“ eine Desktopanwendung nachzubauen, während sich Ryan Carson über die Verwendung des Begriffs „email id“ wunderte, beides beim Zoho Writer. (5/5)

Mike Downey (Adobe): “Rich Internet Application for the Desktop – Introducing Apollo”

Okay, Online-/Offline-Applications sind DAS große Ding in den nächsten Jahren. Gecheckt. Nette Spielereien gehen dank Flash auch. Auch gecheckt. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass die User sich Apollo installieren müssen, bevor sie die Applications nutzen können. Also nix mit 1-Schritt-Installation… (4/5)

William Rosen (Leo Burnett): “Maximizing Consumer Engagement Online” & Nat Hunter (Airside): “Integrated Design Across Different Media” & Joshua Hirsch (Big Spaceship): “Creating Award-winning Online Campaigns”

War interessant vom Thema her, aber nicht in der Vortragsweise. Zuviel „Schau mal, wir haben das und dies gemacht und das war ganz toll.“ Es geht ja nicht darum keine Case Studies mehr zu zeigen, aber das war einfach zu viel herumgeflashe. Die zweite Vormittagssession wird hiermit am Besten zusammengefasst: (0/5)

Nach dem Mittagessen ging es allerdings besser weiter:

Andy Clarke (Stuff and Nonsense): “Designing for Developers”

Gute, wenn auch nicht herausragende Präsentation des Webrockers. Kernaussage: Macht keine Vorlagen in Photoshop sondern arbeitet im Medium, also im Browser. Guter Rat, mache ich schon immer so (Ich ’abe aber auch kein Photoshop). (4/5)

Rei Inamoto (AKQA): “Branding and Identity”

Hüllen wir den Mantel des Schweigens darüber, keine wirklich handfesten Tipps sondern Selbstpräsentation. Schade. (0/5)

Ryan Freitas (Adaptive Path): “User Centered Design for Evolving Products”

Wie sich Produkte, also Webseiten im Speziellen entwickeln können zeigte Freitas eindrucksvoll in seiner Präsentation – entweder kontinuierlich oder punktuell. Da ich mit dem Snookerblog in einer ähnlichen Situation bin, war das wirklich wertvoll für mich. (4/5)

Florian Schmitt (Hi-ReS!) & Jeff Croft (World Online): “Flash vs. Standards”

Leider lies die Präsentation der Beiden die erhoffte Kontroverse vermissen. So wurde daraus eine belanglose Präsentation, dass Standards und Flash ganz gut zusammen passen. Nett waren die Beispiele aus den Anfangstagen von Florians Flash-Spielereien. (3/5)

John Harris (Microsoft): “Bringing Vision to Campaigns”

Zu Beginn seiner Präsentation verließen viele Besucher den Raum. So viele, dass ich von dem sachverständigen Türaufhalter gefragt wurde, ob denn keiner Harris mögen würde. Das verneinte ich, es wäre angekündigt worden, dass es noch einen Moment dauere bis er fertig sei. Ansonsten Werbung für Microsofts Expression Web. Und Silverlight (?), das HD-Darstellung mit reinem XHTML und CSS erlaubt (ich schätze ja, dass man das Silverdingensplugin trotzdem braucht…). (2/5)

Steve Pearce (Poke): “15 things in 15 minutes”

Nette Präsentation, die allerdings zu komplex war als das ich jetzt noch irgendwas davon wüsste. Hoffe auf Folien als Erinnerungsstütze. (3/5)

Panel: “Questions on the Future of Web Design”, Moderation Jason Arber (PixelSurgeon)

Sehr nett, auch einige gute Zitate, die man einfangen konnte, wie folgendes von Andy Clarke: „Es geht um persönliche Weiterentwicklung, ich muss immer interessiert bleiben am Web.“ Er hat auch das Zitat des Tages gebracht: „Manchmal nehmen wir uns einfach zu ernst, es sind nur scheiß Webseiten!“ Und Jeff Croft schloss sich an: „Die Antwort auf alle Fragen lautet beim Design immer: Es kommt darauf an.“ (4/5)

So, ich muss dann so langsam los Richtung Flughafen, hoffe da Internet zu haben.

Mit 59£ und Sprechern wie Ryan Singer, Andy Clarke, Jeff Croft und Simon Collison auf jeden Fall eine lohnende Investition.

Wohnen werde ich in einem luxuriösen Mehrbett-Zimmer in der Jugendherberge “Holland Park”.

Falls mir einer der Vorträge nicht gefällt kann ich mich in die Microsoft-Lounge zurück ziehen. Neben Wlan gibt es auch eine Liveübertragung der Vorträge, damit man weiß, wenn es vorbei ist. Auch XBoxen sollen dort herumstehen – für mich als Wiiler eher uninteressant.

Besonders freue ich mich auf die Veranstaltungen am Morgen, die mit “Finding your creative vain”, “Designing for web apps” und “Rich internet applications for the desktop: Introducing Adobe’s Apollo” spannende Themen versprechen. Doch auch die anderen Programmpunkte versprechen Spannung.

Nach dem offiziellen Programm gibt es Drinks und Socializing bis etwa 19.30 Uhr Ortszeit. Ab halb neun gibt es dann auch eine After-Show-Party im Dunes, nicht weit vom Kensington Conference Center entfernt.

Treffen werde ich dort Dennis Frank, einem Mit-Webkraut. Ich hoffe zudem ein paar Worte mit Paul Boag wechseln zu können.

Bei Jeff Croft gibt es einen Artikel mit hochwertigen Informationen zum Londonbesuch. Schade, dass ich nur von Dienstag Nachmittag bis Donnerstag Nachmittag da bin und hauptsächlich das Konferenzgebäude sehen werde. Ich sollte im Sommer nochmal eine Woche London einplanen.

Ich habe meinen Twitter-Account freigeschaltet und werde zu jeder Präsentation ein kurzes Resümee veröffentlichen: twitter.com/yatil

Zur Erklärung: Zuhause habe ich kein DSL sondern nur ordinären Modemanschluss, weshalb es bisher keine Option war mit dem Wii online zu sein. Am Wochenende war ich jedoch zu Besuch bei meinem mit DSL ausgestatteten Bruder.

Nach kurzer Aktualisierung und dem Herunterladen des (kostenlosen) Wii-Meinungskanals und Street Fighter 2 (SNES, Virtuelle Konsole, 8€) probierte ich den Internetkanal aus, den ich zuvor bereits heruntergeladen hatte aber nicht austesten konnte.

Zudem gab es damals noch kaum Wii-optimierte Webseiten. Das hat sich sehr verändert. Über Michael Preidels WiiMix stieß ich auf das perfekte YouTube -Interface WiiToob. Es macht wirklich Spaß die Videos am TV anzuschauen. Die Auflösung ist deutlich ausreichend.

Die Bedienung ist genial. Es hilt aber auch, wenn man nicht in die Webseite einzoomen muss um die Schrift lesen zu können, ansonsten geht die Orientierung doch ein wenig verloren. Insgesamt ist es sehr intuitiv bedienbar. Auch die Texteingabe ist dank Wortvervollständigung einfach und schneller als man das für möglich hält.

Durch den eingebauten Opera-Browser kann Wii auch alle technischen Spielereien. Flash, XML„>AJAX und JavaScript sind ganz ohne Probleme möglich. Mehrere Fenster gibt’s (noch) nicht. Das macht aber zumindest auch das aufpoppen von Pop-Ups unmöglich. In der finalen Version sollten Tabs verfügbar sein. Ein knappes halbes Jahr nach der Auslieferung müsste aber bald die (kostenpflichtige) Vollversion zur Verfügung stehen.

Einen kurzen Blick konnte ich auch auf joost („juiced“) werfen, IP-TV der neuen Generation. Machte einen guten, aber benutzertechnisch verwirrenden Eindruck. Sobald ich nächste Woche wieder in Wien bin, werde ich einen ausführlichen Blick auf die Software werfen.