Ich weiß ja, dass die Mitarbeiter der Bahn schon stark überlastet sind. Deshalb habe ich mich bei meiner E-Mail-Anfrage schon sehr zurück gehalten. Überhaupt war es eine Qual ein entsprechendes Formular zu finden. Bahn.de findet nämlich, dass nur Leute mit einer Bahncard Fragen zu einer Bahncard haben dürfen…

Nun habe ich folgendes ins Formular eingetippt:

Guten Tag,

Ich bin Student in Wien und möchte mir die vergünstigte Bahncard50 für Studenten kaufen. Dazu habe ich folgende Fragen:

a) Bin ich als in Österreich studierender Deutscher berechtigt diese BahnCard zum Preis von 106€ Euro zu kaufen?

b) Wenn ich berechtigt bin, kann ich dann das Formular in einem ihrer Kundenschalter hier in Wien ausfüllen oder ist dies nur in Deutschland möglich?

Mit freundlichen Grüßen,
Eric Eggert
KdNr. 2745155

Das sollte doch einfach zu beantworten sein, nicht wahr? Zwei direkte Fragen, möglichst mit Ja/Nein beantwortbar und damit ganz easy zu beantworten, braucht man nicht mal Textbausteine für.

Naja. Fünf Tage nach dem Absenden des Kontaktformulars auf Bahn.de (E-Mail ist ja leider langsamer als normale Post) bekomme ich folgende Mail:

Sehr geehrter Herr Eggert,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 22. Juni.

Wir freuen uns, dass Sie sich für unsere BahnCard 50 interessieren. Es besteht Ihnen viele Möglichkeiten, eine BahnCard zu erwerben: am Schalter in unseren ReiseZentren, im Internet und über BahnCard-Service +49 1805 34 00 35 (Montag – Freitag von 7 bis 21 Uhr).

Schüler und Studenten im Alter von 18 bis 26 Jahren erhalten die ermäßigte BahnCard 50 gegen Vorlage eines geeigneten Nachweises (z.B. aktueller Schüler- oder Studiennachweis).

Sollten Sie hierzu noch Fragen haben, so rufen Sie uns einfach unter der Service-Nummer +49 1805 340035 an. Wir sind montags bis freitags in der Zeit von 07.00 Uhr bis 21.00 Uhr für Sie da. Alternativ können Sie sich auch gerne an Ihre nächste DB-Verkaufsstelle wenden.

Wir würden uns freuen, Sie wieder als Gast in unseren Zügen begrüßen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Kundendialog
DB Fernverkehr AG

Lieber Ihr, lieber Herr Kundenmonolog. Danke. Danke, dass Sie mich lieber auf Ihre kostenpflichtigen Telefonangebote verweisen. Danke, dass Sie auch nicht auf meine Fragen eingegangen sind, und das Sie sich fünf Tage lang die Zeit nahmen über meine E-Mail zu philosophieren um mir dann eine so unpräzise wie auch unnötige Antwort zukommen zu lassen.

Ich überlege weiterhin mehrmals im Jahr mit Ryanair nach Hause zu fliegen statt mit der Bahn zu fahren. Ich meine, wenn die mich nicht will.

Hinweis: Aufgrund mangelndem Interesse findet 2007 kein Kurs statt.

Molly E. Holzschlag hat auf ihrer Seite ein Angebot für Lehrende gemacht: Ab September wird sie an jedem Wochenende für ein ganzes Jahr kostenlose 2-Tages-Kurse zum Thema Webdesign anbieten. Nun ist es zwar ein tolles Angebot, jedoch setzt es voraus, dass man nach Tucson, Arizona, fliegt. Ein sehr weiter Weg für Lehrende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Da ich grundsätzlich auch solch einem Projekt aufgeschlossen bin und ebenfalls ähnliche Kurse anbieten würde, bitte ich um (unverbindliche) Meldung per email@yatil.de, falls Interesse besteht. Wo und wann die Kurse stattfinden werde ich anhand der Einsendungen festlegen.

Die Bedingungen: Die Kurse sind für Lehrende kostenlos. Lehrende sind in diesem Falle vor allem Lehrer und Professoren, aber auch für Schulungsleiter in Firmen. Entsprechende Nachweise müssen vorliegen. Es werden pro Wochenendkurs nicht mehr als 10 Leute eingeladen. Um Anreise, Unterkunft und Verpflegung ist selbst zu kümmern. Es wird eine gute Mischung aus Praxis und Theorie geben, sowie einen (ganz kurzen) Einblick in zukünftige Technologien. Wahrscheinlich ist ein Notebook mitzubringen.

Bitte verbreitet diese Meldung, damit möglichst viele Leute erreicht werden.

Anlass für diese Aktion sind alarmierende Statistiken nach denen bei einer nicht-repräsentativen Umfrage nur 10% mit CSS designen und nur wenige Leute etwas mit grundlegenden Begriffen des Webdesigns anfangen konnten.

Welche Agentur hat denn den neuen Tagesspiegel verbrochen? Was war das Konzept? Über 1200 Pixel breit muss das Fenster sein um keinen horizontalen Scollbalken zu haben1. Die doppelten Istgleich-Linien machen das Design auch nicht besser. Das Design ist unruhig, nicht aufeinander abgestimmt. Ein Raster ist nicht zu erkennen.

Die Schrift ist zu klein und läuft zumindest im oberen Teil zu klein, wenn es dann zum Hauptteaser geht ist der unheimlich Groß im Verhältnis. Dazu gibt es größere Löcher im Layout, wo Inhalte und Layout überhaupt nicht aufeinander abgestimmt sind. Wie man auf die Idee kommt Inhalte in 9 100 Pixel Breite zu pressen kann ich mir auch nicht erklären. Unten gibt es dann auch noch sechs etwa 160 Pixel breite Spalten.

Und das sind nur die Sachen, die man auf anhieb sieht. Nicht weniger als 626 Divs werden auf der Startseite benutzt. Der Validator zeigt 217 HTML-Fehler. Von Alt-Attributen hat man noch nichts gehört.

Die Ladezeiten sind heftig. Laut WebSiteOptimization.com ist die Seite über ein halbes Megabyte groß, über zwei Minuten Ladezeit auf einer 56k-Modemverbindung. Und 149 Serverzugriffe für die Startseite sind eine große Belastung für den Server.

Übrigens: Die Teaser oben gehen nur mit JavaScript, genauso wie viele andere Inhalte. Das sind Methoden von 1997. Es gibt folgende, völlig hirnrissige, Codepassagen:

<span class="ps_rs_versteckt"
id="ar_unterzeile_2316336">bild</span>
<span class="ps_rs_versteckt"
id="ar_stichzeile_2316336"></span>
<span class="ps_rs_versteckt"
id="thumb_2316336"><img border="0"
src="/storage/pic/nomc/skyboy/144847_2_oceans13_2_outnow_195.png"
width="195" height="117" alt="" /></span>
<span class="ps_rs_versteckt" id="li_link_2316336"></span>
<span class="ps_rs_versteckt" id="link_2316336">href="#"
onclick="var los
=multimedia('/medien/cme1,139662');;return(false);"
onmouseover="return(true)"</span>
<span class="ps_rs_versteckt" id="ar_title_2316336">Oceans
13</span>
<span class="ps_rs_versteckt" id="ar_merker_2316336"><img
src="/storage/tog/artpin/2316336/status.gif?46672a8dead4f"
onclick="this.src='/storage/tog/artpin/2316336/toggle.gif?'+Math.random()"></span>
<span class="ps_rs_versteckt" id="ar_short_2316336"></span>
<span class="ps_rs_versteckt" id="rurl_2316336"></span>
<span class="ps_rs_versteckt" id="rname_2316336"></span>
<script type="text/javascript">
var arid = 2316336;
inc = skybox(2316336,inc);
</script>

Aus diesen Blöcken werden dann per JavaScript die Teaser erzeugt. Das ist nicht nur Umständlich, es vermischt auch Markup mit Inhalten. Das ist wohl der Worst Case, das ist schlimmer als Layout-Tabellen (die es natürlich auch noch gibt).

Ich kann nicht verstehen, dass es heutzutage noch professionell erstellte Webseiten gibt, die a) visuell kaum durchdacht, b) technisch schlecht und c) unter vollkommener Missachtung anerkannter Webdesign-Paradigmen erstellt sind. Zudem erfüllt die Seite nicht einmal grundlegende Anforderungen an Zugänglichkeit wie vergrößerbare Schrift oder Trennung von Inhalt und Layout. Und von JavaScript abhängig ist.

Das ist eine klare 6, eher eine 8, das ist ein Armutszeugnis für Webdesign in Deutschland. Und wenn Mercedes Bunz dann in ihrem Text zum neuen Layout schreibt:

Mit dem Auftritt reagieren wir auf die Zeichen der Zeit: Allzu oft verliert man in der Fülle der heutigen Informationen den Überblick. Deshalb zeigt sich der Tagesspiegel im Internet für Sie in einem neuen Gewand.

Dann ist Hohn und Spott einfach angebracht, wie kann man so an der Internetrealität vorbeileben? Es tut mir leid, ich kann das weder verstehen, noch tolerieren.

1 Anscheinend gab es zum Zeitpunkt als der obige Screenshot entstand ein zusätzliches Banner am rechten Rand der Seite, welches jetzt horizontal über dem eigentlichen Kopf der Seite liegt. Die Seite ist daher auch bei 1024er-Auflösung noch komplett zu sehen. Glückwunsch.

Es gibt schon seltsame Angelegenheiten Blogeinträge zu verfassen. Heute berichte ich über ein Treffen der besonderen Art:

Yahoo! und die BBC laden am 16./17. Juni 500 Webentwickler nach London ein, freie Kost und Logis (mit Schlafsack) inklusive. Sinn der Sache ist es innerhalb von 24 Stunden Ideen zu Webprojekten umzusetzen und fertige Prototypen zu erstellen. Das ganze nennt sich dann Hack Day und macht sicherlich eine Menge Spaß.

Leider ohne mich. Zum einen muss ich am 16. Juni an der Uni hier in Wien sein und zum anderen ist der Flug noch nicht einmal über Ryanair finanzierbar gewesen. Zwei triftige Gründe also, die gegen eine Teilnahme sprechen und weshalb ich auch vor ein paar Minuten abgesagt habe.

Mit ziemlicher Sicherheit teilnehmen werde ich aber beim DevHouseCologne (21./22. Juni) sowie beim Barcamp in der selben Stadt (18./19. August) werde ich ganz stark versuchen teilzunehmen.