Gestern war es so weit: Der Live-Event zur erfolgreichen Accessibility Blog Parade, veranstaltet von MAIN_web und „Nur ein Blog von Robert Lender“.

Nach der Begrüßung durch Beate Firlinger, die auch im weiteren Verlauf des Abends durch das Programm führte stellte Robert Lender seine Erkenntnisse aus dem „Nur ein Blog Accessibility Projekt“ vor. Er zeigte, dass es für den „kleinen, privaten Blogger“ keine wirkliche Lösung von der Stange gibt. Er untersuchte auch die Webseiten von Blogsoftwares und kam zu dem Ergebnis, dass Accessibility nur bei Textpattern und WordPress überhaupt ein Thema war. Zudem hängt es natürlich stark von den verwendeten Vorlagen ab, ob ein Blog überhaupt zugänglich ist.

Direkt im Anschluss referierte Eva Papst über das Zusammenspiel von Accessibility und Usability, also von Barrierefreiheit und Benutzbarkeit der Seiten. Sie zeigte unter anderem wie schwierig verschachtelte Sätze zu verstehen sind und dass bei Sprunglinks in der Kürze die Würze liegt.

Ohne Maus surfen? Diese Hürde baute sich Maria Putzhuber selbst und versuchte damit an Informationen auf Nachrichtenseiten zu kommen. Am schlechtesten schnitten dabei die Kronenzeitung ab, dicht gefolgt von derStandard.at. Mit 146- bzw. über 100-fachem Drücken der Tabulatortaste sind die Angebote sehr Suboptimal. Alle Ergebnisse gibt es im MAIN_blog.

Martin Ladstätter rundete den ersten Teil mit seiner gelungenen Präsentation zur „Baustelle ORF“ ab. Den Titel entlarvte er sofort als ungeschickt gewählt, weil auf einer Baustelle ja etwas repariert werde. Das Angebot des ORF sei nur eine „Bruchbude“. Konkret ging es um die Weigerung des ORF sein On-Demand-Angebot untertitelt anzubieten. Die Forderung bezieht sich auf eine Sendung („Zeit im Bild“), die so oder so untertitelt über herkömmliche Verbreitungswege ausgesendet wird. 2008, so Martin Ladstätter, muss das Jahr werden in dem sich der ORF eine Online-Strategie zurechtlegen werden muss.

Nach der Pause referierte Jo Spelbrink über den „Spirit of Accessibility“. Das war für mich der interessanteste Beitrag an diesem Abend. Jo stellte die beiden Portale dotsub und stromberry.tv vor, auf denen die Benutzer Videos in verschiedenen Sprachen untertiteln und damit zugänglich machen. Auch die Lösung eines Promotionsvideos für die Olympischen Spiele in London 2012 war zugänglich aufgebaut. Zuletzt zeigte er einen Player, der Untertitel, Gebärdensprache und Film vereinte. Er plädierte zudem für eine bessere Integration von Hilfstechniken in die Webangebote.

Max Kossatz stellte seinen Blog-Parade-Beitrag „Accessibility in Second Live“ vor. Faszinierend und witzig waren seine Beschreibung vom Umgang von behinderten Menschen mit diesem Teil des Internets. Vielleicht der wichtigste Satz des Abends: „Die haben mich dann gefragt ob ich im richtigen Leben eine Behinderung habe. Als ich das verneint habe, haben sie kaum noch mit mir gesprochen.“ – Diskriminierung mal in die andere Richtung…

Kurz nach 21 Uhr schloss dann Michael Stenitzer den Abend mit einem unterhaltsamen Vortrag zu Webshops ab. Er stellte unter anderem die abschreckenden Beispiele von Billa, Spar und Otto vor (absichtlich ohne Links), zeigte dann aber die barrierefreie Version des Otto-Angebots, die gut gemacht sei. Leider sei sie für Tastaturnutzer unauffindbar (und auch ich musste Google bemühen). Man fragt sich, warum das Know-How nicht in das Hauptangebot eingeflossen ist.

Alles in allem ein sehr netter Abend, mit guten Gesprächen. Es hat mich sehr gefreut eingeladen gewesen zu sein. Die meisten Gesichter werde ich in der nächsten Woche schon wieder sehen, am 4. Dezember findet nämlich der Accessibility-Stammtisch statt.

Die Webkrauts lassen euch dieses Jahr mehr Zeit für die Familie. Der Adventskalender wird dieses Jahr nämlich kurz gehalten und das ist gut so. Ab 1. Dezember gibt es also wieder Tipps und Tricks rund um das Design von Webseiten, Barrierefreiheit, technischen Schnickschnack und so weiter, und so weiter.

Kurzum: Als Redakteur weiß ich, dass da guter Stoff dabei ist, also schaut es euch an! Die Banner gibt’s irgendwann in den nächsten Stunden auch öffentlich. Einfach Webkrauts.de beobachten oder, noch besser, den Feed abonnieren.

PS: In Österreich müsste es korrekterweise Adventkalender heißen, also ohne s. Warum? Fugenlaute haben sich noch nicht bis hierher rumgesprochen! ;)

Von Zeit zu Zeit bekomme ich halbdubiose E-Mails mit der Anfrage, ob ich nicht an einem Linktausch teilnehmen möchte.

Das sei gut für das Suchmaschinen-Ranking und überhaupt lässt sich dann super viel Geld mit Adsense und Werbung verdienen, irgendwann.

Nein, will ich nicht!

Wenn ich auf eine Seite verlinke, dann innerhalb eines Artikels und auch nur weil ich den Inhalt gut finde (oder weil es eine bezahlte, als Werbung gekennzeichnete Einschaltung ist). Ich werde nicht jemanden verlinken, nur weil er mich verlinkt.

Deshalb habe ich auch keine Blogroll. Die wird mir nämlich zu selten aktualisiert, als das sie einen konkreten Nutzwert hätte.

Übrigens sind Seiten, deren Inhaber sich so anbiedern muss, eine Verlinkung sicherlich nicht wert:

Hallo Webmaster-Kollege,

ich habe mir soeben deine Web-Site angeschaut und bin zu dem Entschluss gekommen, dir eine Linktausch-Partnerschaft anzubieten. Ich stelle einen Link (unter Partner) zu deiner Seite auf meine Web-Site und eben andersrum.

Im Zuge von Pageranks und Suchmaschinenranking (Link Popularity) ist das sicherlich eine förderliche Sache für uns beide. Ich habe deshalb deine Seite schon auf meiner Website eingebunden [… URL der Seite auf der ein Link zu einer Unterseite von mir eingebunden ist, Anm. d. Autors …] … Gib mir kurz Bescheid wie deine Entscheidung ausfällt, weil ohne Gegenleistung belasse ich deinen Link natürlich nicht auf meiner Seite.

Wenn du Interesse hast kannst du auch an meinem Partnerprogramm teilnehmen und mit deiner ID den Linktausch machen. Mit dem Handbuch „[Thema: Sportwetten, Anm. d. Autors]“ vertreibe ich ein hochinteressantes E-Book. Bei Google AdWords habe ich eine Conversion-Rate von 2,9!

Überlege es dir und gib mir bitte kurz Bescheid. Eine absolute Win-Win-Kiste für uns!

Und vielleicht interessiert dich ja speziell auch mein E-Book. Mit Sportwetten selbständig und dauerhaft eine Einkommensquelle sichern! Wie gesagt: Hochinteressanter Stoff.

In diesem Sinne viele Grüße

Ich weiß ja nicht ob der Autor der E-Mail hochinteressanten Stoff nahm – und wenn ja welchen -, aber Sportwetten sind echt nicht mein Metier. Und wo ein Link von einer PR0-Unterseite eine Win-Win-Situation für mich sein soll, verstehe ich auch nicht.

Und das mit der Gegenleistung kann man im freien Internet vergessen. Das ist eine der miesesten, fast erpresserischen Maschen, die ich in letzter Zeit gehört habe. Die anderen haben wenigstens nachgefragt bevor sie mich verlinkt haben und es dann einfach gelassen, nachdem ich mein nicht vorhandenes Interesse bekundet habe.

Ich habe nichts gegen ein gegenseitiges Verlinken (auch, wenn ich es hier nicht tue), aber nicht, wenn es eindeutige einseitig kommerzielle Absichten dahinter stehen. Bei einer privaten Anfrage hätte ich diesen Blog-Eintrag nicht geschrieben, doch auf diese Weise funktioniert das einfach nicht.

Wer für mich interessante Inhalte schreibt hat gute Chancen von mir verlinkt zu werden. Wer per E-Mail um einen Link bittet wird im besten Fall bemitleidet, im schlechtesten Fall ausgelacht. Also lasst es einfach.

Nachtrag: Übrigens fände ich es schon nett mit Namen angeschrieben zu werden, wenn man schon meine E-Mail-Adresse heraussucht…

(Übrigens werde ich von meinem Hausrecht gebrauch machen und auch in den Kommentaren jede URL zu der Seite löschen, falls sich der Urheber der E-Mail hier äußert oder sonst jemand einen Link zur Seite postet. Danke.)

Bis vorgestern habe ich exzessiv getwittert. Im Moment mache ich einen Sabbat, der unbestimmte Zeit dauern wird. Da es Nachfragen gibt, weshalb ich diesen Schritt getan habe, möchte ich hier meine Gründe darlegen:

Zuerst: Twitter ist cool und nützlich. Twitter hilft mit vielen coolen Leuten in Kontakt zu stehen, Meinungen auszutauschen und sorgt generell dafür andere Menschen aus dem Netz besser kennen zu lernen und wirklich am Ball zu bleiben. Bestes Beispiel sind Barcamp-Anmeldungen. Über Twitter verbreiteten sie sich solche Nachrichten unheimlich schnell.

Was mich aber zuletzt an Twitter nervte ist das vermehrte, ständige Rauschen. Unnötige informationslose, teilweise exzessive, Selbstgespräche und jeden Tag die gleichen Grabenkämpfe: Windows gegen MacOS, Microsoft gegen Apple und iPhone gegen [beliebiges Handymodell einsetzen].

Für mich ist das belanglos. Ja, es ist in Ordnung, wenn jemand über das iPhone schreibt und es ist auch okay, wenn jemand über sein N95 schreibt. Es muss jedoch nicht jedem iPhone-Tweet ein Aber-mein-N95-ist-doch-eh-viel-besser-Tweet folgen.

Immer und immer wieder das selbe zu lesen, das hat mir Twitter zuletzt vermiest. Manche lassen ihre Feeds nach Twitter importieren. Wofür hab ich denn einen Feedreader? Wenn mich die Person interessiert, dann muss mich ihr Blog nicht interessieren. Und wenn es mich interessiert, dann abonniere ich es.

Eventuell hätte ich am Anfang besser selektieren müssen, nicht jedem folgen, der etwas interessant klingt und eventuell mal was von interesse twittern könnte. Aber ich habe beileibe keine Lust – jedenfalls im Moment – 237 Kontakte durchzugehen und dort auszumisten. Vielleicht werde ich das mal machen, aber nicht in nächster Zeit.

So lange genieße ich meine „ungestörten“ Tage…

(PS: Übrigens hat mich Twitter auch ein wenig vom Bloggen abgehalten, ihr werdet das also vermutlich bald zu schätzen wissen.)

Text verfasst von Kai Uhlemeyer unter Creative Commons:


Eigentlich weiß jeder was zu tun ist. Gründe gibt es genug, sich der Sammel-Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung anzuschließen. Gründe findet man ausreichend auch noch in einer fünfminütigen Info (Mehr Aufklärungsmaterial gibt es hier).

ABER oft läuft dabei etwas schief, weil nämlich die zwingend erforderliche Vollmacht nicht ausgedruckt und verschickt wird. DARUM, damit bei dieser wichtigen Sache nichts schief läuft – hier eine Anleitung in 3 Schritten. So und nicht anders muss das gemacht werden. Also auf, die Zeit drängt, denn Registrierungen und Vollmachten werden nur noch bis zum 19.11.2007 (Poststempel) – also nächsten Montag – angenommen! Auf auf!!!

Schritt 1: Registrierung ausfüllen

Registrierungsformular Das Registrierungsformular wird ausgefüllt und danach durch Klicken auf “Absenden” abgeschickt.

Die Registrierung enthält die Daten zur Verfassungsbeschwerde. Das Registrierungsformular findet man hier: http://www.vorratsdatenspeicherung.de/ content/ view/51/ 70/lang,de/. Das wird online ausgefüllt und dann per Klicken auf “Absenden” übermittelt. Die Daten, die für die Verfassungsbeschwerde benötigt werden, gehen dann beim Berliner Rechtsanwalt Meinhard Starostik ein. Damit Starostik die Verfassungsbeschwerde durchsetzen kann benötigt er aber aber das Vollmachtsformular, das es nach dem Abschicken der Registrierung zum Herunterladen gibt.

Schritt 2: Vollmacht ausdrucken und ausfüllen

Vollmachtsformular Das Vollmachtsformular wird vollständig ausgefüllt und unterschrieben.

Die benötigte Vollmacht gibt es nach dem Abschicken der Registrierung zum Download als PDF- oder RTF-Dokument. Das lädt man herunter, druckt es auf dem Drucker aus und füllt dann alle erforderlichen Felder (im PDF auch direkt am Computer möglich) aus. Nicht vergessen; die Unterschrift!

Schritt 3: Eintüten und Abschicken

Vollmacht ausgefüllt Die ausgefüllte Vollmacht kommt in den Briefumschlag und wird an Rechtsanwalt Meinhard Starostik geschickt. Frankieren nicht vergessen!

Danach liegt das ganze ungefähr wie oben dargestellt auf dem Tisch (oder wo auch immer). Das große Eckige kommt ins kleine Eckige. Wer so luxuriöse Briefumschläge mit Fenster besitzt, braucht den Brief nur noch frankieren und in den nächsten Briefkasten stecken. Wer kein Fenster im Umschlag hat, schreibt es eben drauf und steckt den fertig frankierten Briefumschlag ebenfalls in den nächsten Briefkasten. Alles bis zum 19. und man hat seinen Teil geleistet. Gekostet hat es nicht mehr als einen Briefumschlag, eine 55 Cent Briefmarke, etwas Druckertinte und einen Gang zum Briefkasten. Die Verfassungsbeschwerde kostet nichts (in Ziffern: 0), denn…

Das Gerichtsverfahren und Ihre Vertretung vor Gericht ist für Sie kostenfrei. Ihnen entstehen also keinerlei Gerichts-, Anwalts- oder sonstige Kosten. Dies gilt auch dann, wenn die Verfassungsbeschwerde keinen Erfolg haben sollte.

(Quelle: http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/51/70/)

Viel Erfolg beim Mitmachen! Jetzt handeln!


Ich werde meine Vollmacht heute noch absenden. Und du solltest es auch!