Nachdem Bundespräsident Horst Köhler die umstrittene Vorratsdatenspeicherung unterzeichnet hat, steht nichts mehr im Weg den gesamten Datenverkehr inklusive Telefon aufzuzeichnen (natürlich nur die Verbindungsdaten, ist doch klar).

Was oft vergessen wird: Auch wir sind kleine Vorratsdatenspeicherer. Dabei hat das Amtsgericht Berlin Mitte entschieden, dass Webseitenbetreiber ohne vorherige explizite Einwilligung keine IP-Adressen speichern darf, da das persönliche Daten sind.

Die Problematik wird sehr schön bei Advisign beschrieben.

Mein Plugin egg_anonymizer bekämpft den kleinen Schäuble in uns zumindest für Textpatternbenutzer: Wenn man möchte werden bei jedem Einloggen in Textpattern alle IP-Adressen von Benutzern gelöscht. Alles Weitere findet man in der Hilfe zum Plugin.

egg_anonymizer_v0.3 herunterladen…

Voraussetzungen: TXP 4.0.5

Vielen Dank liebe Leserinnen und Leser.

Das Jahr 2007 war wieder einmal fantastisch. Ich konnte viele neue Kontakte knüpfen und mir gleich zweimal ein kleines Burn-Out-Syndrom für die Webkrauts einfangen (Großer Bundesliga-Test, erinnert man sich?).

Doch im großen und ganzen hat dieses Jahr eine Menge Spaß gemacht: Barcamp folgte auf Barcamp, der Webmontag in Wien ist eine feste, fast monatliche Veranstaltung. Dazu tolle Kontakte zu den Menschen bei Accessible Media, vor allem über den Accessibility-Stammtisch.

Im Januar geht es mit einem Seminar über „Web2.0 im Unterricht“ weiter, das ich an einer weiterführenden Schule in Wien halten darf. Hinzu kommt – voraussichtlich im Februar – ein Vortrag beim Accessibility-Stammtisch zum Thema „Barrierefreies JavaScript“.

Vorher wird der Januar aber Studiumstechnisch unglaublich anstrengend, stehen doch nicht nur Prüfungen an sondern auch gleich mehrere Projekt-Abgaben, die es unter einen Hut zu bringen sind. Ich hoffe, dass ich da auf einem guten Weg bin.

Aber genug davon. Ich wünsche Fröhliche Weihnachten!

Die Nachricht führte zu Jubelstürmen bei Webdesignern: Der Internet Explorer 8 wird ein weiterer großer Sprung in Richtung Kompatibilität mit Webstandards sein. Mit dem Bestehen des Acid2-Tests bedeutet, dass der IE8 u.a. folgende CSS-Eigenschaften unterstützen wird:

  • CSS-Tabellenlayouts: display:table;
  • Data-URLs (Also eingebettete Dateien z.B. in Grafiken)
  • Generated Content
  • Korrekte Verwendung des inherit-Wertes

Das klingt alles sehr gut. Zudem wird es kein hasLayout mehr geben. Das bedeutet, dass dieses seltsame Verhalten des IE endlich verschwindet.

Etwas verwundert hat mich die Auffassung in den Kommentaren zur Ankündigung, dass man den Standards-Modus erst in den Einstellungen aktivieren müsse. Ich empfehle, sich mal mit dem Prinzip des Doctype-Switching vertraut zu machen.

Die Frage ist nur, wie es dann weiter geht: HTML4 ist am 18. Dezember 10 Jahre alt geworden. HTML5 hat noch viele Jahre bevor es verabschiedet wird.

CSS2.1 ist effektiv noch kein Standard, sondern hat im Juli die Empfehlung zur Veröffentlichung enthalten.

Browserhersteller stellen aber bereits Elemente aus HTML5 dar (canvas) und auch CSS2.1/CSS3-Eigenschaften werden schon fleißig implementiert.
Einerseits zeigt das, dass wir die neuen Elemente und Eigenschaften benötigen und auch die Browserhersteller dieses Bedürfnis erkennen und bedienen wollen. (Wobei ich vom IE8 weder Unterstützung für canvas noch für die fortgeschrittenen CSS3-Eigenschaften erwarte.)

Aber die Zeit bis zur Verabschiedung von HTML5 ist lang und es kann bis dahin keine vernünftigen Prüftools geben. Der experimentelle HTML5-Validator ist wirklich Experimentell und die Überprüfung auf CSS3 bringt nichts, weil die Präfixe nicht erkannt werden: webkit und moz bringen den Validator – zurecht – aus dem tritt.

Als Webstandards-Verfechter sitzt man da natürlich zwischen zwei Stühlen: Einerseits möchte man die neuesten und besten Techniken anwenden, andererseits soll das ganze natürlich auch überprüfbar dem Standard entsprechen. Noch schlimmer wird das, wenn man an Menschen denkt, die gerade HTML und CSS lernen. Wie sollen sie zwischen absichtlichem und versehentlichem Verstoß gegen die Regeln unterscheiden? Und was ist ein guter absichtlicher Verstoß und was ein schlechter? Und kann ich mich überhaupt darauf verlassen, dass die Darstellung meiner Seite auch dann noch so ist wie gedacht, wenn die Verhandlungen über neue Elemente und Eigenschaften erst einmal abgeschlossen sind?

Wie so oft erscheint mir Maß und Ziel die Antwort auf diese Fragen. HTML4 (auch in der XHTML-Variante) und CSS2.1 sollten die Basis für unser Verständnis des Webs legen. Dazu sinnvoll eingesetztes JavaScript. In besonderen Situation kann dann im Moment schon das eine oder andere neue HTML5-Element hinzu oder die eine oder andere CSS3-Eigenschaft verwendet werden. Um sich darauf zu verlassen ist es allerdings noch viel zu früh.

Was macht man, wenn man fast eine Stunde Technikwürze aufgenommen hat? Richtig: Man wirft das Ergebnis weg und verkürzt das ganze auf gute 30 Minuten.

Okay: Es war keine Absicht, dass das Programm uns einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Und die witzigsten Momente des Originals bleiben jetzt auch für immer verloren. (Weil ich zu David sagte: „Mach das Programm einfach aus!“ — Das war nicht klug. Wird aber wieder gut gemacht!)

Thema dieser Ausgabe war übrigens eines, das mir schon immer am Herzen liegt: Qualifizierte Ausbildung im Bereich Frontend-Webdesign. Es ging mir aber nicht darum Personen anzugreifen sondern ich wollte zeigen, dass viele Dinge strukturell einfach nicht vorhanden sind.

Zudem habe ich gehört – ich bin leider noch nicht dazu gekommen selbst einmal vorbei zu schauen –, dass die Qualität in diesem Bereich an der TU Wien besser ist als an der „Hauptuni“. Vielleicht habe ich auch einfach nur das Problem die falschen Kurse belegt zu haben.

Mein Appell ist: Wenn Grundlagen vermittelt werden sollen, dann bitte keine Tabellenlayouts. Dann vielleicht auch kein CSS. Dann einfach sagen: Ihr definiert damit (als Journalisten) eine Überschrift xter Ordnung und wie das dann aussieht definiert ein Webdesigner.

Und bitte keine Sachen aus HTML3 (Seite 52). Danke.

(Und nächste Woche gibt’s mit Jens und Tomas einen Rückblick auf zwei Jahre Technikwürze.)