Jaja, man hört es immer wieder: Das W3C ist zerstritten und langsam und es kommt sowieso nix dabei heraus.

Als (eher stilles) Mitglied der HTML5-Arbeitsgruppe sehe ich das mittlerweile anders. Das W3C ist nicht in der Position Fehler in einer Spezifikation durch ein Update zu beheben, kann keine HTML5.0.0.11 nachreichen. Spezifikationen sind – für Internetverhältnisse – für die Ewigkeit ausgelegt. Das heißt 5, 10 oder gar 20 Jahre.

Oft wird dem W3C vorgeworfen, dass es die CSS2.1-Spezifikation nicht abgeschlossen hat, es wird aber übersehen, dass eine Spezifikation erst dann abgeschlossen werden kann, wenn es zwei komplette, voneinander unabhängige Implementationen gibt. Das liegt bei CSS2.1 nicht vor.

Und da mag sich ja die Katze in den Schwanz beißen, aber solange es keine Implementationen gibt ist die Spezifikation nicht fertig und solange es keine Spezifikation gibt bauen die Browserhersteller es nicht vollständig ein.

Das ist gut und richtig so.

Weshalb? Nun HTML4 wurde in einem atemberaubenden Tempo verabschiedet, ohne Implementationen abzuwarten. Das brachte uns nicht nur eine neue HTML-Version sondern auch viele Probleme. So gingen Browser mit Fehlern im Quelltext anders um, hatten schlechtere oder bessere SGML/HTML-Parser und durften sich auch an vielen Stellen einfach aussuchen, wie sie es anzeigen wollten. HTML4, und der darauf aufbauende XHTML1.0-Standard, sind eigentlich ganz schlechte Spezifikationen. An vieles wurde nicht gedacht, manches einfach ignoriert.

Das W3C hat eine viel größere Verantwortung. Anfang 1998 gab es 101 Millionen Internetbenutzer, mittlerweile liegt diese Zahl zwölfmal so hoch bei 1,2 Milliarden Benutzern weltweit. Das ist ein gutes sechstel der Weltbevölkerung.

Alle Arbeitsgruppen im W3C, auch HTML5 und CSS2.1/3, haben die Verantwortung und die Verpflichtung gute Standards zu machen. Keine, die „schon irgendwie“ funktionieren und wir damit den nächsten IE bekommen. Sondern wirklich verlässliche Standards, die implementiert werden können und implementiert werden. Schnellschüsse helfen da überhaupt nichts.

Übrigens geht man bei den WCAG 2 einen ähnlichen Weg. Die Spezifikation wird als W3C Recommendation veröffentlicht, alle Supportdokumente nur als Working Group Notes. Das heißt sie können schnell und effizient an Entwicklungen angepasst werden und es bleiben keine Leichen wie in der WCAG1 übrig. Stichwort da: „Until User Agents support“.

Am Dienstag Abend Deutscher Zeit hat Steve Jobs in San Francisco das „dünnste Notebook der Welt“ (Apple) vorgestellt: Das MacBook Air. Was es damit auf sich hat, hat sich auch die Redaktion von N24 gefragt und sich einen „Computerexperten“ eingeladen (Video).

Der eingeladene Burkhard Schröder klärt die beiden Moderatorinnen dann zuerst einmal auf, dass der „Rechner rechnen“ kann. Daher müsse er nicht über das Aussehen reden, wie man das ja bei Frauen täte.

Dann behauptet Herr Schröder doch direkt, dass es nur ein Zweitrechner ist, weil man keine Computerspiele darauf spielen könne, „bei einem kleinen Bildschirm“. Die Vorteile des Notebooks interessieren ihn in der Folge weniger, weil er, wenn er kein „Bluetooth machen darf“ kein Kabel benutzen kann. Gemeint ist sicherlich WLan, welches da verwechselt wird. Passiert in der Aufregung schonmal, wird aber in der Einblendung genau so falsch gemacht.

Wie das Argument dazu passt, dass das MacBook Air dann auch nur für Leute gedacht ist, die „alles nur vom Feinsten haben“, erschließt sich mir nicht: WLan ist ja deutlich verbreitet und viele Menschen benötigen keine Ethernet-Buchse mehr (und die, die sie unbedingt brauchen suchen sich evtl. eh kein Air heraus).

Man könne aber mit dem MacBook mehr machen „als mit den normalen Subnotebooks, ein Subnotebook ist ja nur ein Ersatz für ein richtiges, großes. Es ist genauso wie ein richtiges Laptop, außer, dass es so klein ist, dass man es in einen Brief fast verpacken kann“.

„Allerdings ist es letztlich nur ein Ersatz weil der Bildschirm so klein ist, das lässt sich aber auch nicht ändern, wenn man ein Subnotebook hat.“ Immerhin sei es „von den Innereien her“ besser als normale Subnotebooks.

Dann meldet sich die Moderatorin (blond) noch einmal zu Wort: Die offensichtlichen Nachteile „sind ja, wenn es natürlich klein ist, dann ist alles in der Auflösung sehr klein und natürlich auch sehr empfindlich.“ Burkhard stellt klar, dass das Notebook nicht empfindlicher ist, als andere auch, er betont aber noch einmal, dass es sooo klein ist. Und kein Ersatz für einen richtigen Rechner. „Weil sie dann ein bisschen dröseln müssen, trotz der beleuchteten Tastatur und wenn sie ganz lange auf einen so kleinen Bildschirm schauen kriegen sie Augenkrebs.“

Damit glücklich werden wohl nur „Freaks, die alles toll finden, was von Apple kommt“ (Moderatorin (brünett)).

Okay. Zum mitschreiben:

Das MacBook ein 13,3”-Display, wie alle „kleinen“, normaldünnen Macbooks auch, und eine normalgroße Tastatur. Man bekommt keinen Augenkrebs, weil die Darstellung von 1280×800 Pixeln auf einem 13,3”-Display glasklar ist. Das MacBook Air ist flächenmäßig als „abnormales Subnotebook“ genau so groß wie ein „normales Notebook“, nämlich ein MacBook.

Es ist nicht klein. Zumindest nicht da wo es darauf ankommt. Beim der Größe der Tastatur hat Apple genauso wie beim Bildschirm keinen Kompromiss gemacht. In der Höhe ist das Air an der dicksten Stelle mit 1,94cm wesentlich dünner als ein MacBook (2,75cm). Beim Gewicht konnte fast ein Kilo gespart werden. Das sowieso schon leichte MacBook (2,27kg) wird vom Air mit 1,36kg ausgestochen. (Alle Angaben von Apples Webseite, zum MacBook und MacBook Air)

Schade, dass so ein Mist auf den Unterhaltungssendern präsentiert wird, die sich gerne Nachrichtensender nennen. Das nächste Mal bitte ein wenig mehr recherche. So schwierig ist das schließlich nicht.

Übrigens gibt es bei Daring Fireball, einem der wichtigsten Mac-Blogs, eine regelmäßig vergebene Auszeichnung: „Jackass of the Week“ – vielleicht sollte man sie wegen N24 auch in Deutschland einführen.

Ab Montag, 7. Januar 2008, startet die bisher größte1 Webworker-Umfrage. Alle Webworker aus dem deutschsprachigen Raum sind dazu aufgerufen sich zu beteiligen. Das Motto der Umfrage lautet „Wir wollen es wissen“.

Die Umfrage ist eine Adaption der Umfrage des amerikanischen A-List-Apart-Magazins, deren umfangreiche Ergebnisse im Oktober veröffentlicht wurden.

Michael Jendryschik hat die Fragen auf- und umgearbeitet.

Weitere Infos gibt es bei den Webkrauts und bei Michael, wo sich später auch der Fragebogen befindet.

1 Hoffen wir zumindest ;)