Am 6. Mai 2008 findet in Gelsenkirchen die Einfach-für-Alle-Tagung statt. Eingeladen sind Experten aus dem Bereich Webdesign sowie „Ent­scheider aus Behörden, Unternehmen, Politik, Wissenschaft und Medien“.

Die Anreise aus Wien sollte mit dem Flugzeug möglichst am gleichen Tag stattfinden, zumindest war das mein ursprünglicher Plan. Ich rief also die Airberlin-Seite auf, wählte den Tag aus, schaute nach einem passenden Flug Wien–Düsseldorf, gab meine Daten ein und drückte auf bestätigen.

Sekunden später klingelte mein Handy – die Bestätigungs-SMS war angekommen. Auf dem Bildschirm stand allerdings eine Abflugzeit von 18.25 Uhr, was natürlich viel zu spät ist um von der Veranstaltung noch etwas mit zu bekommen. Ich hatte einfach vergessen meinen Radiobutton anzuklicken und hatte die Standardauswahl bestätigt (Wer sich für Usability interessiert, weiß was das bedeutet).

Ich schaute mich auf der Webseite um und konnte Umbuchen – für 30 Euro. Der Flug selbst war nicht viel teurer, so zog ich es vor bei der Hotline anzurufen und mein Glück mit einer kostenlosen Umbuchung zu versuchen. Und was soll ich sagen: Die Dame am Telefon konnte mir den Flug umbuchen und ich musste nur den Differenzbetrag zahlen. Das nenne ich Kundenfreundlichkeit!

(Die Geschichte, weshalb ich dann aber doch noch den Flug vom 6.5.2008 morgens auf den 5.5.2008 abends umgebucht habe erzähle ich ein anderes mal. Jedenfalls gibt es jetzt am 5.5. einen Webmontag in Gelsenkirchen und ich werde dort aufkreuzen…)

Im Anschluss an die EfA-Tagung mache ich eine Woche Urlaub zuhause in der Südwestpfalz – Ich freu mich schon drauf.

Ich bin ein wenig verärgert über die gestern stattfindende ThinkAloud, die zum zweiten Mal von Cisco veranstaltet wurde. Diese barcampähnliche Veranstaltung kam diesmal nicht an das Niveau der Auftaktveranstaltung heran.

1. Der Veranstaltungsort

Letztes Jahr waren wir noch in den Cisco-Büros im Millennium-Tower zu gast, so fand die Veranstaltung diesmal im Rahmen der Cisco-Expo statt. Ziel war wohl eine bessere Vermischung von Web2.0 und themenfremden Personen. Der Tausch von tollem Ausblick und nettem Ambiente gegen einen fensterlosen Holzkasten mit unverrückbaren Konferenz-Sitzreihen war aber mehr als unglücklich.

2. Die Teilnehmer

Letztes Jahr reichte noch die Einladung durch jemanden, der eingeladen war, um an der Veranstaltung teil zu nehmen. Diesmal musste man – sofern man nicht sowieso direkt eingeladen war – eine E-Mail an die Veranstalter schreiben, in der man hätte darlegen sollen über was man gerne sprechen und diskutieren wollte.

Offenbar haben diese Gelegenheit wenige wahrgenommen, gerade einmal 20 Interessierte fanden sich ein, davon waren acht für den Cisco-Web2.0-Award nominiert. Das heißt auch, dass es kaum eine Durchmischung der Teilnehmer gab. Wo im letzten Jahr noch spannende Diskussionen dadurch auftraten, dass die Vertreter klassischer Medien auf Vertreter neuer Medien trafen, herrschte diesmal gähnende Leere. Das Web2.0 war unter sich.

3. Die Präsentationen

Das wichtigste bei jedem Barcamp sind natürlich die Sessions, leider – da die Veranstaltung von 13.30 Uhr–17 Uhr geplant war – war dafür sehr wenig Zeit, die dann auch nicht optimal genutzt wurde. Es kam zu Frontalpräsentationen und dort war alles dabei, schlechte, gute und auch wirklich miese:

  1. Blackbeltmonkey (Mike und Oliver) | Die digitale Werbeagentur aus Hamburg wurde schon mit den Worten angekündigt, dass sie nachher im großen Hauptsaal noch einmal aufspielen würden. Ganz schön viele Vorschusslorbeeren, dachte ich. Was ich nicht ahnte: Die Präsentation wurde die Generalprobe für den Abend, an dem ich (und die anderen Thinkaloudteilnehmer) uns dann exakt die selbe Präsentation noch einmal anschauen durften. Dort wurde von Revolution und Innovation gesprochen, heraus gekommen ist aber ein Projekt, dass mich nicht überzeugen kann. Eine unnütze Flash-Spielerei, die lange lädt, einmal eine begrenzte Witzigkeit hat und danach nur noch banal und uninspiriert wirkt. Da ist nichts, was man seinen Freunden weiter sagt. Nichts, über das man in seinem Blog schreibt. Eine gute Stunde dauerte die Präsentation, wodurch natürlich das Programm so in Mitleidenschaft gezogen wurde, dass wir vor der Pause nur noch einen Vortrag auf dem Programm hatten.
  2. Digitalks (Meral) | Eine kurzweilige Präsentation, aber für mich nichts neues. Wirkliche Diskussionen entfalteten sich auch hier nicht.
  3. Pause | Mit (nicht wirklich gutem) Kaffee, aber ohne Brezeln oder so, was sich im Folgenden noch als wirklich große Herausforderung entpuppen sollte.
  4. Nach der Pause stellten sich die fünf Nominierten für den Cisco-Web2.0-Award vor, hier ein Schnelldurchlauf:
    1. Herculesfilm.com (?) | Ein Screenshot der Beta-Webseite lies mich spontan an ein Web2.0-Erotikangebot denken, so jedenfalls die Aufmachung. Es geht aber wohl darum, dass man das Filmen revolutionieren will und man auf einer Plattform seine Ideen online stellt und dann Schauspieler(?), Regisseure(?) und natürlich die Finanzierung(!) darüber findet. Film ist meines erachtens ein zu komplexes Thema um es auch nur annähernd in ein Social Network abbilden zu können. Außerdem gibt’s ja Youtube.
    2. doctrs.com (Michael und Lukas) | Eine Plattform für Ärzte, werdende Ärzte und wissenschaftliche Ärzte. Und Ärzte. Offenbar bleiben die lieber unter sich. Eigentlich eine gute Idee, aber was ist, wenn ein großes Social Network sich dazu entscheidet eine eigene Plattform für Ärzte zubauen, bei denen man dann auch Kontakte zu den Teilnehmern dieses großen Netzwerkes aufbauen kann. Oder wenn eine Facebook-/Open-Social-Geschichte ein eigenes Netzwerk überflüssig machte. (Und das weggelassene o ist witzlos.)
    3. OpenIdeas.eu (Michael) | Bei der Facebook-Anwendung OpenIdeas geht es darum sich Herausforderungen (Challenges) auszudenken und dann einen Gewinn auszuschreiben, bei dem dann ein Konkurrenzkampf entfacht wodurch Crowdsourcing entsteht. Nicht verstanden? Das präsentierte Beispiel war: Eine Brauerei macht lobt einen Preis für den aus, der es schafft an seiner Uni 100 Studenten dazu zu bringen sich das Logo der Firma auf die Stirn zu kleben. Dies soll funktionieren, weil die, die die Challenges annehmen, ja dann ihre Freunde fragen und die machten das ja dann gerne. (WTF? Da müsste die Brauerei aber schon eine sechsstellige Summe bekommen und ich müsste was davon ab bekommen.) Es stellt sich natürlich die Frage, wie man misst, ob diese Challenge erfüllt ist. Reicht ein Foto, oder muss man sich einen Tag filmen lassen, vom Brauereikamerateam.
    4. Soup.io (Christopher) | Zuerst bei einem Webmontag einem breiteren Publikum vorgestellt und seit dem ständig weiterentwickelt und verbessert. Dazu ein unterhaltsamer Vortrag, auf den Punkt gebracht. Die anderen bis dahin waren schon sehr wischiwaschi. Außerdem ist es der einzige Dienst, der tatsächlich produktiv eingesetzt wird (Herculesfilm: 0, Doctrs: 0, OpenIdeas: 1 (lt. Facebook aktiv), Soup.io: etwa 5000 (Accounts, wenn ich das richtig in Erinnerung habe)).
    5. Tele2 (?) | Was im Jahr 2008 an einem Avatar und an einem Chatsystem für die Kundenbetreuung noch innovativ sein soll, kann ich nicht verstehen. Viele Firmen haben das vorher bereits gemacht. Übrigens werden alle Daten mitgeloggt – ein Umstand, der auf der Tele2-Seite nicht einmal erwähnt wird. Da Kollaborationstools ebenfalls für den Award nominiert sein sollten ist es vielleicht etwas verständlicher. Innovativ ist es nicht.
  5. Collaboration-Tools | Mit einer nicht sonderlich ergiebigen Diskussion über Kollaborationswerkzeuge wurde dann auch die Thinkaloud beendet.

Mit spannungslosen Themen war auf dieser ThinkAloud weder ein Blumentopf noch neue Einsichten zu gewinnen.

Anschließend fand (im Rahmen der Cisco Expo) eine Diskussionsrunde zum Thema „US-Wahl und Web2.0“ statt, mit Menschen, die vom Web wenig Ahnung hatten. Trotzdem war sie weniger unerträglich als es klingt. Die Blackbeltmonkeys wiederholten ihre Präsentation vom frühen Nachmittag. Als Höhepunkt des Abends (die meisten Besucher waren schon wieder nach hause gefahren) wurde dann der Cisco-Austria-Preis ausgegeben. Man lies den Nominierten insgesamt vielleicht zwei Minuten um ihre Projekte in einem Einspieler einem breiteren Publikum vorzustellen, bevor dann mit OpenIdeas der Gewinner verkündet wurde.

Fazit: Es gibt keinen Grund die Veranstaltung in diesem Rahmen zu wiederholen. Weder war sie offen, noch nahmen Personen aus anderen Fachbereichen teil, vier Stunden sind einfach zu kurz. Auch von Cisco, dem Veranstalter selbst schaute niemand vorbei. Es scheint da kein Interesse an den Dingen zu geben, die sich derzeit im Web tun.

Gestern fand der Accessible-Media -Stammtisch in Wien statt und mir wurde die Ehre zu teil einen Vortrag über barrierefreies Javascript zu halten.

Der Vortrag findet sich hier:

 

Artikel zum Thema:

 

Nach der Folie Positiv-/Negativbeispiele endet der Foliensatz abrupt, es wurden dann Praxisbeispiele gezeigt:

Vielen Dank für die positiven Rückmeldungen, es hat viel Spaß gemacht. Bei MAIN waren wir wieder vorzüglich untergebracht.

Vielen Dank an Andreas Hafenscher für die Fotos.

Wie David Maciejewski bei den Webkrauts berichtet könnten schon bald etliche Webseiten Opfer von Abmahnungen werden, wenn sie CSS-Hacks verwenden:

„CSS-Hacks sind Passagen in der CSS-Datei, deren Syntax das Renderverhalten von bestimmten Browsern beeinflussen. Fast jede Webseite nutzt in irgendeiner Form CSS-Hacks. Oft, um dem Internet Explorer 6 dahingehend zu manipulieren, dass er die Seite so darstellt, wie standardkonforme Browser. Und genau das ist der Knackpunkt bei den Juristen.

Wie Thomas Schwenke in seinem Blog aufzeigt, macht sich jeder Webentwickler bei Verwendung von CSS-Hacks strafbar: Die Hacks zwingen den Browser dazu, die Webseite anders darzustellen, als es vorgesehen ist. Genau das sei ein unrechtmäßiger Eingriff in den Programmcode der Software und damit strafbar.“

Weitere Informationen ebenda

(Dies ist natürlich keine Rechtsberatung.)