Seit Freitag in meinem Besitz: Das Album „Stadtaffe“ von Seeed-Frontsänger Peter Fox (aka Pierre Baigorry aka Enuff aka Pete Fox). Dem (von mir) lang erwarteten Album ging die Single „Alles neu“ voraus, die einen tollen Vorgeschmack auf die weiteren Tracks gab.

Größter Pluspunkt sind meiner Meinung nach die pointierten deutschsprachigen Texte. Das hatte ich bei „Next“ ein wenig vermisst. Die zweite Singleveröffentlichung, „Haus am See“, ist jedoch eine perfekte Ergänzung zu „Aufstehn“ und fügt sich musikalisch toll in das Album.

Texte und Rhythmus passen hervorragend zusammen, die Produktion ist hochwertig und der Sound abwechslungsreich. Mit „Ich Steine, du Steine“ gibt es zudem eine wunderbare Balade, „Stadtaffe“ ist der Partysong der Platte und „Zucker“, ein Duett mit der fantastischen Vanessa Mason, sprüht nur so mit Wortwitz.

Alles in allem überzeugt das Album, weil es keine negativen Ausreißer hat. Wenn ich drei Anspieltipps geben müsste wären das auf jeden Fall „Schwarz zu Blau“, „Stadtaffe“, „Haus am See“. Ich freue mich schon aufs Konzert am 2. Dezember in der Arena Wien.

Das Album ist natürlich eine Kaufempfehlung!

(Bildrechte: Warner Music)

Hoffentlich mit funktionierendem Notebook werde ich am Wochenende vom 4./5.10.2008 am BarCamp Vienna teilnehmen, welches bei HP stattfindet. Seit dem BarCamp Hannover London tatsächlich meine nächste Unkonferenz und erst die dritte vierte in diesem Jahr. (Wie konnte ich nur London vergessen?)

Ich plane zwei Sessions, die erste ist „Fleisch ist mein Gemüse – Und das Web mein Social Network! Ein Plädoyer gegen Walled Gardens und für offene APIs“ (Arbeitstitel ;)) und soll sich hauptsächlich um Technologien wie OpenID oder OAuth drehen sowie über microformatierte Webseiten. Wahrscheinlich erst Sonntag, weil ich den Samstag noch zur Recherche im Netz brauche.

Samstags würde ich gerne, zusammen mit einem Panel von Experten, eine Frage-und-Antwort-Session zum Thema Barrierefreiheit machen.

So, jetzt habe ich auch dem Grundsatz “You do blog about BarCamp.” erfüllt.

Dirk Jesse hat CSSDoc-Snippets für Aptana veröffentlicht. Auf dem Mac ist Aptana jedoch nicht wirklich erste Wahl um CSS zu schreiben, Textmate, CSSEdit und Coda sind doch viel weiter verbreitet.

Leider gibt es für CSSEdit keine Möglichkeit Code-Snippets einzufügen, doch in Textmate ist das sehr komfortabel durch so genannte Bundles möglich.

Einfach die Datei CSSDoc.tmbundle herunter laden und entpacken und dann mit Doppelklick installieren.

Dokumentation:

Das Bundle nutzt für das Projekt-Snippet zwei Textmate Shell Variablen, die erst in den Einstellungen unter Advanced -> Shell Variables eingestellt werden sollten. Die beiden Variablen TM_AUTHOR und TM_COPYRIGHT stellen die Standardwerte für das Snippet dar.

Die Snippets werden per Tab-Trigger aktiviert, also indem nach dem Codewort die Tabulator-Taste gedrückt wird. Die Codewörter im Einzelnen:

  • Projekt-Snippet: cdproject
  • Section-Snippet: cds
  • Sub-Section-Snippet: cdss
  • Bugfix: cdbug
  • Work Around: cdwa

Danach kann man sich durch die einzelnen variablen Teile der Snippets „durchtabben“ und sie einfach überschreiben.

Zudem habe ich eine Tastenkombination für einfache Kommentare hinzugefügt, die durch ⌥⇧⌘C (Alt+Shift+Command+C) aktiviert wird.

Mal schauen, was noch aus dem CSSDoc-Standard sinnvoll dem Bundle hinzugefügt werden kann. Aber dazu muss ich mich erst noch mehr mit dem Standard auseinander setzen.

Weitere Infos zu CSSDoc gibt es unter CSSDoc.net, der erste Draft der Spezifikation ist auch verfügbar.

Aktualisiert mit den Hinweisen von Dennis !

UPDATE: Olaf Gleba hat eine aktualisierte Version entwickelt.

„[Die Arbeit in der HTML5-Arbeitsgruppe] ist ein sehr schwieriger Balance­akt. Die Be­nutzer kommt zuerst, gleich dahinter die Web­autoren. Aber das Pro­blem ist, dass die Browser­hersteller die Spezi­fikation ignorieren, wenn wir etwas beschließen mit dem sie nicht ein­ver­standen sind. Dann können wir auch nach Hause gehen. Wenn wir eine Spezi­fikation schreiben, die ignoriert wird, sind wir nur Prosa-Schreiber.HTML5-Editor Ian Hickson im Interview auf Techrepulic.com

Hickson legt dort auch den Zeitplan für die HTML5-Spezifikation vor. Die Arbeiten daran sollen 2009 abgeschlossen sein und spätestens 2012 in einer „Candidate Recommendation“ vorliegen. HTML5 ergänzt und ersetzt nicht nur HTML4 sondern auch DOM 2 HTML und XHTML, eine wahrhaft komplexe Aufgabe.

Mehr im langen Interview auf Techrepublic.com

Wow, das waren intensive zwei Tage zum Thema Web in Erlangen. Besonders gefreut hat mich das Zusammentreffen mit vielen, vielen Webkrauts, darunter auch zum ersten mal Nils Pooker und Dirk Jesse. Ein besonderer Dank geht allerdings an Wolfgang Wiese und sein Team, die eine ganz tolle Veranstaltung über die Bühne gebracht haben.

Tag 1

Nicolai Schwarz: „Wenn der Hund beim Jonglieren scheitert, sollte er vielleicht das Kleid ausziehen“

Gleich die ersten beiden Tracks waren eine Herausforderung: Martin Kliehm oder Nicolai Schwarz, keine einfache Entscheidung. Letztlich hab ich mich für Nicolai entschieden, da ich Martin im Namen des A-Tag ’08 nach Wien einladen durfte.

Im Vortrag von Nicolai ging es dann natürlich nicht um jonglierende Hunde sondern um Texte auf Websites, die den Benutzer auf die Seite locken und ihm die Vorteile dieses Service näher bringen. Alles in allem ein solider Auftritt, ein wenig mehr Abwechslung hätte mir aber noch einen Tick besser gefallen.

Dirk Jesse: „CSS Frameworks – Erwartungen, Mythen und reale Vorteile“

Dirk sprach über den Unterschied zwischen CSS– und Grid-Frameworks. Eine wichtige und gute Unterscheidung. Sein eigenes YAML ist ein CSS-Framework, es bestimmt keine Aspekte des visuellen Designs sondern gibt nur Mittel in die Hand um alle möglichen Layoutvarianten umzusetzen.

Paul Bakaus: „Effizientere Applikationen mit jQuery UI“

Die erste Präsentation von Paul Bakaus auf Deutsch war eine gelungene. Er zeigte einige Beispiele für den Einsatz von jQuery UI sowie einen Ausblich auf die zukünftigen Neuerungen. Sehr positiv: jQuery UI ist gerade im Prozess WAIARIA-Kompatibel zu werden.

Ich wünschte ich hätte ein Anwendungsgebiet für diese JavaScript-Spielereien…

Lightning-Talks

Die Lightning-Talks waren leider nicht so erleuchtend wie erhofft. Bis auf Jens Grochtdreis („Gute Arbeit braucht Zeit“) konnte keiner in seinen 5 Minuten die Zuschauer mitreißen. Die anderen waren entweder zu speziell (Jörg Peschke: „Local Shared Objects – Next generation Cookies?“, Christian Schaller: „Lehrstuhl Webseiten aus der Box: univis2typo3“) oder hatten gefühlten werblichen Charakter (Tobias Baier: „Enterprise 2.0 – Schaffen Blogs Vertrauen?“). „SMIL – Stand der Dinge“ war auch zu undurchsichtig, Matti Popesku schaffte es nicht diesen komplexen, und sehr nützlichen Webstandard, auf fünf Minuten herunter zu brechen und nützliche Anwendungsgebiete zu beschreiben. Schade.

Ansonsten fehlte mir generell bei diesem Format die Diskussion, das Auseinandersetzen mit der vorgestellten Idee.

Tomas Caspers: „Barrierefreiheit im Jahre 2008 – Mehr offene Fragen als Antworten?“

„Menschen mit Lernschwierigkeiten ist ja eigentlich auch Diskriminierend. Das klingt als ob sie etwas ändern könnten, wenn sie sich nur genug anstrengen würden. Ich sag doch auch nicht zu einem Rolli-Fahrer ‚Mensch mit Gehschwierigkeiten’ oder zu einem Blinden ‚Mensch mit Guckschwierigkeiten’.“ Tomas Caspers

Tomas Abschlussbeitrag des ersten Tages war wie immer sehr gut. Seine lockere Art war wirklich ein Highlight des Kongresses und machte auch auf die Schwächen der Hilfsmittel aufmerksam, die zum Beispiel weder strong noch ins oder del interpretieren oder sich bei einem fehlenden legend in einem Formular-Fieldset einfach irgendetwas auf der Seite suchen, von dem sie denken, dass es die Legende sein könnte. Tomas Vorträge entlassen den Zuhörer immer mit mehr Fragen als Antworten, regt zum Nachdenken und immer wieder reflektieren an. Ich mag das, vorgekaute Lösungen sind ja auch blöd :)

Tag 2

Brigitte Bornemann-Jeske: „Barrierefreies JavaScript“

Bei diesem Vortrag fehlten mir einfach die praktischen Anwendungsfälle, Codebeispiele von 2005 reichen dabei nicht aus. Auch die Betrachtung der Geschichte des JavaScripts war nicht nötig. Wer sich einen Einblick in barrierefreies JavaScript im Web-2.0-Einsatz erhoffte, und das tat ich, wurde enttäuscht.

Jens Grochtdreis: „Die 10 drängendsten Herausforderungen des Web“

Bei Jens merkt man einfach, dass er sich viele Gedanken zu diesen Themen macht und es daher auch keiner Choreografie in seinem Vortrag bedarf. Mit „Sicherheit“, „Spam“, „Internationalisierung“, „Usability“, „Barrierefreiheit“, „Mobiles Web“, „Professionalisierung“, „Auffindbarkeit“, „Rechtlicher Rahmen“ und „Medienkompetenz“ traf er den Nerv der Zeit und regte dazu an sich weitere Gedanken zu diesen Themen zu machen.

Eric Eggert: „Webdesigner an die Macht!“

„Eric Eggert zeigt, dass Keynote das bessere Powerpoint ist…“ aus dem Twitterfeed des WKE

(Auf Slideshare betrachten oder die leichter zugängliche Version benutzen)

Michael Jedryschik: „6 Beispiele für die nützliche Anwendung von Microformaten“

Es gibt ein Henne-Ei-Problem mit Mikroformaten: Zu wenige Services unterstützen sie bisher. Michael hat jedoch sechs mehr oder weniger nützliche Beispiele gefunden, die zumindest die Richtung aufzeigten in die Microformate einmal gehen könnten.

Nils Pooker: „Webstandards – noch immer ein Thema?“

Der Abschluss-Vortrag war einem Webkraut vorbehalten: Nils zeigte wie man auch visuell ansprechend präsentiert, sein Kunst-Background kommt ihm da sehr zu gute. Dazu sein trockener Schleswig-Holsteiner Humor und seine blumige Beschreibung der Dinge brachten ihm viel Applaus ein. Ein überaus gelungener Abschluss des zweiten Tages.

Fazit

Ich danke Wolfgang für die Einladung zum Kongress, die Unterhaltungen waren sehr lehrhaft und auch die Erfahrung mal mehr auf der anderen Seite der Bühne zu stehen war toll.