Am 23. und 24. Mai besuchte ich zwei BarCamps im wunderschönen Graz, wo Design- und PolitCamp gleichzeitig an einem Wochenende stattfanden. Nachdem ich bereits am Freitag Mittag angereist war machte ich mich auf eine Fotosafari auf dem Schlossberg und in der Grazer Altstadt.

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Ich muss wirklich sagen: Graz gefällt, im Stadtkern klein und trotzdem Spektakulär. Der Blick vom Schlossberg auf die Stadt sagt alles. Ich musste mein Sightseeing wegen eines kleinen Unwetters unterbrechen, was mich nicht davon abhielt danach noch einmal die Murinsel, Schlossbergbahn und Uhrturm zu besuchen. Übrigens gilt ein Öffi-Ticket auch für die Fahrt den Schlossberg hinauf, selbst ich mit meinem 24h-Handy-Ticket konnte kostenlos mitfahren.

Die Teilnehmerzahlen waren enttäuschend, was auf den Zwickltag (de-de: Brückentag) am Freitag und dem daraus resultierenden langen Wochenende zurückzuführen ist. Die Teilnahme beim PolitCamp wurde zudem durch den Wahlkampf beeinflusst.

DesignCamp Graz

Von den 37 angemeldeten Teilnehmern (Platz war für 100!) kamen etwa 20 zu dieser 1-tägigen Veranstaltung, was zu natürlichen Verwerfungen in der Planung des Camps führte. Ich stellte in einer Session Wege vor sich ohne Technikkenntnisse online zu zeigen und in einer zweiten Session zeigte ich, dass das Web nicht (nur) aus Pixeln besteht. Für die webaffinen DesignCamper waren das wohl aber leider keine Neuigkeiten.

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PolitCamp Graz

Das PolitCamp hatte bereits Samstags angefangen und ich konnte dann am Sonntag dazu stoßen. Veranstalter @heinz Wittenbrink hat auf seinem Weblog auch ein Fazit veröffentlicht. Was mich ein bisschen störte war der reine Fokus auf „Politik und Web2.0“, der natürlich von den Teilnehmern mitgestaltet wurde. Ich habe – am zweiten Tag – die Grundsatzfragen vermisst, die das System in Frage stellen und neue Erkenntnisse bringen, ganz oder losgelöst von diesem Webthema.

Das haben nämlich Politiker und Parteien noch nicht verstanden, es findet zwar ein Social-Web-Wahlkampf statt, doch die Inhalte bleiben austauschbar und die Persönlichkeit bleibt bis auf Ausnahmen hinter der professionellen Wahlmaschinerie zurück. Eine dieser Ausnahmen ist der Grüne Christoph Chorherr, der sich immer offen und authentisch zeigt und dem das Format nicht nur liegt sondern auch gefällt.

Ebenfalls vertreten war die SPÖ, bzw. deren Social-Network-Wahlkampfleiter. Ich konnte ihn nicht mehr fragen, wie eine 2009 erstellte Kampagnenseite so mangelhaft barrierefrei umgesetzt werden konnte, ich denke, die Antwort wäre genauso mangelhaft gewesen. Ich finde es unzumutbar, dass eine politische Partei auf Partizipation setzt, dann aber weder Transkriptionen auf ihrer Webseite anbietet noch funktionierende Sprunglinks auf ihrer Seite anbietet. Legt sie keinen Wert auf diese Wählergruppe? Dann sollte sie so konsequent sein und das entsprechende Gesetz abschaffen, dann ist die Diskriminierung wenigstens nicht illegal.

Meine eigene Session war ohne Folien zu Entscheidungsprozessen im W3C und ich fand es relativ langweilig (weil ich fast völlig unvorbereitet war). Da aber schon seit geraumer Zeit ein Entwurf für einen Artikel dazu bei mir herum liegt, werde ich das bald in – hoffentlich verständlichere – Worte fassen. Wer es sich trotzdem anschauen will: Bei make.tv können alle Sessions nachgeschaut werden, auch meine.

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Alles in allem war es aber ein tolles Wochenende mit dem Austausch vieler Erfahrung auf ganz anderen als den technischen Ebenen, die man normal von BarCamps kennt. Danke Graz, das wird nicht der letzte Besuch gewesen sein!

Natürlich wusste ich, dass die Einbindung der Schrift Sketch Block via Cufón nicht auf ungeteilte Zustimmung stoßen würde. Auch ich war mir unsicher, vor allem was den schmal laufenden Light-Stil anbetraf.

Ich habe mich nun entschieden den Light-Stil ersatzlos zu streichen und stattdessen überall, wo ich Cufón einsetzen möchte auf den fetten Schriftstil zu setzen. Dort ist – auch in der kleineren Schriftgröße – der Charakter der Schrift gut erkennbar.

Weiterer Vorteil: Die Cufón-JavaScript-Datei ist weniger als halb so groß wie zuvor und kann dadurch schneller herunter geladen werden. Jetzt müsste nur noch das mit dem Cachen der Datei funktionieren…

Hier sieht es (endlich) mal wieder anders aus, und neben dem (zugegeben wenig spektakulären) Design habe ich aus dem Vollen geschöpft, was neue Webtechnologien angeht. Nicht nur HTML5 und CSS3 haben es geschafft, auch Cufón wurde eingesetzt um Nicht-Standard-Schriften benutzen zu können. Und auch diverse WAIARIA-Attribute kann man im Quelltext finden.

Natürlich liegt hier überall noch ein wenig Bauschutt rum, so wird das Archiv noch aufgeräumt und die Sidebar (ja, liebe Feedleser, es gibt wieder eine Sidebar!) noch ein wenig erweitert.

Ich bin auf euer Feedback gespannt.

Cover des Webstandards-MagazinGleich vorweg: Ich bin kein großer Fan Web-Sachen ins Print-Medium zu verbannen, weil die Halbwertszeit von Nachrichten gegen null tangiert und auch die von Techniken relativ kurz ist.

Es sind also ganz spezielle Ansprüche zu erfüllen, will man ein gutes und erfolgreiches Web-zentriertes Magazin machen, und das Webstandards-Magazin erfüllt diese fast vollständig.

 

Konkret dreht sich die erste Ausgabe rund um das Thema E-Commerce, das sich durch die Heftbereiche „E-Business + Trends“, „Webdesign“, „Accessibility + Usability“ und „Web-Anwendungen“ zieht. Zudem wird explizit auf die Frontend-Aspekte hingewiesen. Die Texte sind alle von bekannten Autoren geschrieben, man fühlt sich sofort zuhause. Vielleicht auch mit meiner Redaktionstätigkeit bei den Webkrauts hängt zusammen, dass ich meist nur durch das Lesen der ersten einleitenden Sätze den Autor erraten konnte.

Zum Leitthema schreibt Nicolai Schwarz einen Artikel zum Thema „Wording“ in Onlineshops, goldene Regeln für deren Gestaltung werden ebenso besprochen wie Dinge, die den Frontend-Code direkt betreffen, so schreibt Nils Pooker wie man Warenkörbe als Datentabelle auszeichnet und es wird auf die Usability von Online-Shops ein Auge geworfen. Auch die „Informationswüste Onlineshop“ wurde genauso unter die Lupe genommen wie „Webshops für die ältere Generation“.

Abseits des Leitthemas geht es dann um CSS3, RDFa und Microformats und die Barrierefreiheits-Richtlinien WCAG2 oder es wird gezeigt, wie man Smarty benutzt und mit jQuery Tabellen einfach schön sortiert.

Meine Lieblingskategorie allerdings befindet sich ganz vorne im Heft genau nach dem Inhaltsverzeichnis und den News: Der Twitter-Ticker. Die Redaktion hat die Diskussionen rund um Webstandards und Webseiten auf Twitter eingefangen und zusammen gestellt inklusive Links zum Weiterlesen. Auch das Webstandards-Magazin ist auf Twitter unterwegs.

Das Magazin ist auf 100 Seiten geballtes Frontend-Wissen (was es gegen alle anderen Magazine auf dem Markt abheben dürfte) und sollte wirklich in keinem gutsortierten Web-Haushalt fehlen, es erscheint alle 3 Monate der Preis von 7,80€ ist gut investiertes Geld.

(Photo: Patrick H. Lauke)