Die Schulen in Deutschland versagen immer öfter, auf ein System der Industrialisierung hin entwickelt schaffen sie es nicht sich an neue Gegebenheiten anzupassen. Dabei sind die Möglichkeiten in den Informationsgesellschaften unendlich, doch niemand möchte es wahr haben.

Das Problem ist, dass keinerlei persönliche Einflussname auf das, was eigentlich erlernt wird, genommen werden kann. Mathe, Deutsch, Englisch und eine weitere Fremdsprache werden allen anderen Fächern so weit vorangestellt und bevorzugt, dass eine ganzheitliche Bildung eben genau nicht erreicht wird.

Die individuellen Vorlieben können meist von der Schule nicht gefördert werden. Das führt zu einem uniformierten Haufen von Schülern, deren Persönlichkeit vollkommen unterdrückt wird.

Warum, ich finde das Beispiel gut, konnte ich Informatik nicht als Leistungskurs nehmen, warum gab es Informatik erst ab der Oberstufe? Wenn ich nicht neben der Schule mich zusätzlich damit auseinander gesetzt hätte, dann hätte ich keinerlei Qualifikation in diesem Bereich.

Ein anderes Beispiel ist, dass man auf dem Weg von der 10. in die 11. Klasse wegen eines Faches sitzen bleiben kann, welches man in der 11. überhaupt nicht mehr hat. Wenn ich also Französisch nicht mag – und das weiß – und es deshalb in der Oberstufe nicht wähle – weil ich das weiß -, dann ist eine schlechte Leistung im letzten Jahr davor zumindest für mich kein Grund einen Schüler sitzen bleiben zu lassen.

Doch mit Flexibilität ist es in unserem Schulsystem ja nicht weit her. Dazu kommen Noten, die zu keiner Zeit nachvollziehbar sind. Epochalnoten (Mitarbeitsnoten in einer bestimmten Epoche) sind so ein Beispiel. Zum einen ist die Frage, warum man Eponoten auf ein paar Wochen im Schuljahr überhaupt begrenzt, sollen sie doch zum Mitmachen antreiben (tun sie selten). Zudem können Schüler oft nicht nachvollziehen wo sie stehen. In einer Stunde mit Frontalvortrag, in der es nur zwei, drei Möglichkeiten zur Beteiligung gab, reicht es da sich auch mal nicht gemeldet zu haben? Hätte man sich mindestens ein-, zwei-, dreimal melden müssen um eine gute Note zu bekommen? Oder muss man auch dran kommen? Und wenn man dran kommt und was sagt, zu welchem Grad war die Antwort richtig?

Jede Stunde unterscheidet sich von einer anderen und es ist für Schüler schwierig die Notengebung nach zu vollziehen. Manchmal gibt es erst nach der Hälfte der Zeit einen Zwischenstand. Bei manchen Lehrern lautet der „Naja, ich würde mich noch ein bisschen mehr anstrengen.“ (was alles heißen kann) und bei anderen bekommt man konkrete Noten „4-5-4-4-5-6-3-2-4-5“ – Diese Stunden zuzuordnen, zu wissen, wann man was weshalb richtig gemacht hat und wann was falsch, ist schwierig bis unmöglich.

Letztlich müssten die Lehrer nach jeder Stunde direkt jeden bewerten und dies ihm auch mitteilen, nur so hat der Schüler die Chance auf Verbesserung.

Ein weiterer großer Fehler des Schulsystems liegt darin, dass es keine einheitlichen Regeln für die Notengebung in Nebenfächern gilt. In einem Fach gibt es zwei Noten im Halbjahr, in einem anderen vier im nächsten sechs. Wenn dann die zwei Noten noch aus einem Überraschungstest und einer Eponote (s.o.) bestehen, so ist die Note im Zeugnis nur eine Lotterie.

Jede Note bei dem den Schülern die Chance genommen wird sich zu verbessern enttäuscht diese Schüler, nimmt ihnen die Lust am Lernen. Nicht mal der Ehrgeiz es dem Lehrer zeigen zu wollen kann dann noch eine Verbesserung bewirken.

Und mit einem fünfer zur Halbzeit ist es dann auch schwierig auf eine gute Note im zweiten Halbjahr zu kommen – wie auch immer man das drehen und wenden mag.

Hinzu kommt das kaputte Lehrer-/Schülerverhältnis. Lehrer empfinden anscheinend sadistische Lust schlechte Noten an Schüler zu verteilen. Dazu haben sie sich sogar Strategien einfallen lassen wie das von Jochen Lüders in seinem Blog JochenEnglish vorgestellte ALP, die ungefähr so funktioniert:

Das Grundprinzip von ALP besteht darin, Schulaufgaben zu schreiben, auf die sich der Schüler kaum bzw. überhaupt nicht vorbereiten kann. Schließlich soll er ja „selbständig“ und „selbstorganisiert“ sein Englisch verbessern und nicht lediglich „extrinisch motiviert“ nur auf die nächste Schulaufgabe lernen. (…) Wichtig ist bereits die Ankündigung der Schulaufgabe. Entweder man bleibt sehr vage („irgendwas mit Immigration“) oder – noch wesentlich effektiver – man sagt den Schülern ganz genau was sie machen und lernen sollen, bringt in der Schulaufgabe dann aber etwas völlig anderes. (…) Dabei übt er wertvolle skills wie intelligent guessing, speculating und predicting.

Was er schreibt trifft meiner Erfahrung nach auf fast alle Fächer zu, bei fast allen Prüfungen. Und das ist das wirkliche Problem dabei. Wie oft wird am Anfang eines Schuljahres angekündigt, dass für jede Stunde die letzten beiden Stunden zu lernen sind? Das ist genau der Umfang, der in Tests abgefragt werden darf. Meist ist aber auch die Stunde davor noch Teil des Prüfungsstoffs – wenn der Lehrer so was sagte wie „Wie Sie letzte Stunde ja gesehen haben war…“. Das reicht um die komplette Stunde vorher ebenfalls prüfungsrelevant zu machen, zumindest aus der Sicht des Lehrers. Für Schüler ist das selten nachvollziehbar.

Zudem gibt es zu viele Fächer, die alle um die Aufmerksamkeit des Schülers buhlen. So ist das – zumindest bei schwächeren Schülern – Lernen für das Fach in dem der Test geschrieben wird eher Glückssache, weil er ja für alle (sechs) Fächer am nächsten Tag lernen soll, sich vielleicht noch was hinzuverdient und auch noch außerschulisch sich weiterbildet. Der Schüler wird in einem solchen Fall Prioritäten setzen, und es ist nur logisch, dass diese nicht auf Erdkunde, Geschichte oder Biologie liegen, wenn er daran kein Interesse hat.

Zum Abschluss möchte ich darauf hinweisen, dass im Text sehr grobe Verallgemeinerungen vorgenommen wurden. So ist nicht jede Epochalnote nicht nachvollziehbar, nicht jeder Test kommt aus heiterem Himmel und nicht jeder Lehrer ist ein Sadist. Für Tod halte ich unser Schulsystem trotzdem und möchte zum Ausklang noch ein Video einbinden. Das Video heißt „Do schools kill creativity?“ (ich finde „ja“) und ist ein Vortrag von Sir Ken Robinson:

Thomas schätzt die Auswirkungen eher gering ein.

Das Problem mit solchen Angeboten wie “Readers Edition” ist, dass diese Angebote als jounalistisch gekennzeichnet sind, obwohl Amateure am Werk sind.

Das äußert sich dann unter anderem in Beiträgen in denen die journalistische Gründlichkeit fehlt. Im Bericht1 ‘Die GEW sollte verboten werden’ beispielsweise fehlt der gesamte Zusammenhang:

Passend zur Fussball-Weltmeisterschaft im eigenen Land fordert die “Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft” (GEW) eine Änderung der Nationalhymne – und empört damit das in Euphorie schwimmende Volk. Ein Kommentar.

Auch wenn es ein Kommentar ist fehlt hier meines Erachtens die Änderung, die die Gewerkschaft vorgeschlagen hat. In einer normalen Zeitung kann ich mir den Zusammenhang zusammensuchen, optimalerweise würde der Kommentar sowieso in der Nähe des Artikels stehen.

1 Der Artikel wurde nachträglich in GEW will Änderung der Nationalhymne, umbenannt. Das ist eine Überschrift, die so überhaupt nicht zum Kommentarcharakter des Artikels passt sondern einen Bericht vermuten lässt. Eine Weiterleitung wurde – natürlich – nicht gesetzt, stattdessen gibt es eine nette Fehlermeldung…

Hier ist noch nichtmal die Verlinkung auf einen Quellenartikel präsent, was ich schade finde.

Aber die journalistische Gründlichkeit, die man aus Zeitungen kennt, bietet ein (Bürger-)Blog nicht.

Natürlich gibt es bei verschiedenen Zeitungen verschiedene Niveaus der journalistischen Tätigkeit. Bei der Lokalzeitung sind die Redakteure auch Bürger und meist näher dran.

Bei Regionalzeitungen wird es bereits professioneller, auch weniger boulevardesk und überregionale Veröffentlichungen sind dann noch professioneller.

Diese Diskrepanzen ist der Leser gewohnt, nimmt sie – bspw. bei einer Regionalzeitung – hin, weil auch er näher am Geschehen dran sein will, weil ihn die Themen eher interessieren.

Das bringt mich direkt zu meinen Erfahrungen mit Schülerzeitungen. Dort war die personelle Färbung der Artikel nicht Ausnahme sondern Regel, Anschuldigungen gegen Lehrer versteckten sich manchmal in eigentlich harmlosen Artikeln, Kommentare waren oft beleidigend geschrieben und es gab Überschriften, die mit dem Thema nichts zu tun hatten.

Trotzdem hat man gemerkt, dass jeder Bub und jedes Mädel mit Leidenschaft dabei war. Sie versuchten ihr Bestes und sind dabei öfters über die Strenge geschlagen. Glücklicherweise gab es eine Chefredaktion (und einen Cheflayouter), die nochmal einen Blick auf die Artikel warfen.

Amateur- und Profijournalismus existieren also schon länger nebeneinander. Gefährlich wird es, wenn Amateure als Profis verkauft werden.

Denn neutral sind diese Amateure meistens nicht, zumindest nicht aus eigenem Antrieb. Deshalb ist bei dem, was es in Blogs so zu lesen gibt immer Vorsicht walten zu lassen.

Der Artikel, auf den sich Thomas bezieht, schlussfolgert dann, dass Bürgerjournalismus vernetzte Meinungspublizistik ist. Thomas entgegnet:

Das hat dann aber nichts mehr mit User-Generated-Content zu tun, sondern ist eine moderne Form der Leserbriefe.

Recht hat er, und ich stelle mir mit Grausen vor, wie Artikel der Schülerzeitung in (unmoderierten) Blogs aussehen würden…

Für alle, die keine Abizeitung abbekommen haben habe ich die Abizeitung 2005 nochmal in einer (nahezu) unzerstörbaren Version online gestellt:

Abizeitung 2005 (PDF, 144 Seiten, 7,2 MB)

Diese Version hat nicht die volle Auflösung (32 MB waren mir dann doch ein bisschen zu viel) und hat ein anderes Titelbild, da ich das Original nicht besitze.

Wer nur auf meine Charakteristik (PDF, 40 kB) scharf ist kann sich diese auch herunterladen.

Hinweis: Aufgrund eines anonymen Benutzers gelöscht.

Am Freitag, dem 18.03.2005, fand die abschließende Abiturfeier des Leibniz-Gymnasiums Pirmasens in der Festhalle statt.

Nach dem »Einlauf«, also dem Auftritt der Abiturienten, wurden die Gäste von Daniela Matheis begrüßt. Danach folgte eine dieser unnötig lang gezogenen Reden von Direktor Ernst Dieter Herr, der über Einstein, dessen Relativitätstheorie und deren Auswirkungen auf unser heutiges leben. Danach stellte er Unzulänglichkeiten an unserem Schulsystem fest und kam darüber wieder zur Abiturfeier zurück.

Anschließend wurden die Zeugnisse vergeben: Zuerst für den Kurs von Herrn Lesch, dann für den von Frau Hackländer. Danach folgte die Zeugnisausgabe an die Kurse von Frau Weinkauff und Frau Becker. Bevor es zur Verleihung der Abipreise ging wurden Abiturienten geehrt, die vor 50 Jahren an unserer Schule Abitur gemacht haben.

Nun wurden die Abipreise verliehen, mit deutlichem Frauenüberschuss, die neun Preise für sich verbuchen konnten. Die männlichen Abiturienten waren mit 3 Preisen (durch 2 Preisträger) wenig repräsentiert.

Statt der Buffetpause wurde die Abirede vorgezogen, in der an Anekdoten aus 9 Jahren LGP erinnert wurde. Ein kleiner Film wurde ebenfalls gezeigt.

Danach stand – endlich – eine Pause an, der große Saal der Festhalle glich einem Glutofen und wir waren alle erfreut darüber ein wenig Luft schnappen zu gehen.

Zugleich waren wir aber froh, als es (zum letzten Mal) zum Ende der Pause läutete: Ein großer Teil des »inoffiziellen« Teils an: Dieser – äußerst kurzweilige – Abschnitt des Abends wurde unter anderem durch verschiedene Gesangseinlagen getragen. Zusätzlich gab es Tanzeinlagen und eine Variation von »Dinner for One« – ein Abklatsch von letzten Jahr. Zudem wurde ein Video mit Impressionen der Schulzeit gezeigt.

Alles in allem ein schöner Abend und ein guter Abschluss unserer Schulzeit. Ich wünsche allen Abiturienten viel Glück für die Zukunft.

PS: »Gerüchten zu Folge« soll im benachbarten Relax noch bis in die frühen Morgenstunden gefeiert worden sein….