Doch Lance ist Geschichte. Die neuen Tour-Helden sind Floyd Landis und Andreas Klöden. Carlos Sastre und Oscar Pereiro Sio sind auch mit von der Partie. Und endlich gibt es spannende Duelle vieler Favoriten.

Nein, ich brauche keinen Lance Armstrong, keinen Jan Ullrich und keinen Ivan Basso für eine Spannende Tour. Das Feld ist ausgeglichen und das ist gut so.

Und wenn dann noch leute wie der äußerst sympatische Jens Voigt Etappen gewinnen freut mich das umso mehr.

Den Hut ziehen muss man heute jedoch vor allem vor einem, der gestern einen rabenschwarzen Tag hatte: Floyd Landis.

Auf der 16. Etappe fiel der Mann im Gelben Trikot des Gesamtführenden auf Platz 11 zurück, ihm wurden zehn Minuten und vier Sekunden aufgebrummt. Und heute? Gewinnt er die Etappe nach einer Flucht von bestimmt 150 Kilometern mit sieben Minuten und acht Sekunden Vorsprung auf das Maillot Jaune und liegt so wieder auf Platz drei der Gesamtwertung mit Chancen nach vorne. Noch vor Ullrich-Ersatz Klöden.

Und noch jemand ist zu loben: Marcus Fothen aus dem Team Gerolsteiner trug bis heute das Weiße Trikot für den besten Jungprofi. Heute hat ihm Damiano Cunego fünf Sekunden abgenommen. Der nächste Jungprofi ist mit 1:23.08 Stunden weit abgeschlagen. Hoffentlich kann sich der junge Deutsche das Trikot beim Zeitfahren am Samstag zurückholen.

Spannend ist die TdF allemal. Bleibt nur zu hoffen, dass alle Leistungen ohne Doping erreicht wurden.

Jürgen Klinsmann tritt zurück. Das melden BILD und Süddeutsche Zeitung.

Zwei Jahre lang wurde ihm systematisch Steine in den Weg gelegt. Nur, weil jetzt jeder mit dem Gewinner Klinsmann mitfeiern will, muss er sich ja nicht darum kümmern.

Klinsmann macht wieder was er will. Und wieder ist es nicht recht. Welche Querelen gab es wegen seines Wohnsitzes oder seiner Trainingsmethoden? Wie wurde er angesichts der T-Frage kritisiert?

Klinsmann hat einen wichtigen, reformatorischen Weg eingeschlagen. Es bleibt zu hoffen, dass Joachim „Jogi“ Löw den Weg beibehält… Sofern er denn Bundestrainer werden sollte.

Es gilt nun den Wunsch Klinsmanns zu respektieren. Er hat bisher alles richtig gemacht, warum sollte er gerade jetzt einen Fehler machen?

Dabei waren noch vor wenigen Monaten viele gegen ihn, angestachelt durch Kritik von “Bild”, Franz Beckenbauer und FC Bayern-Managern, der so genannten Bild-Bayern-Beckenbauer-Lobby. Auch und gerade beim Deutschen Fußball-Bund begegnete manch altgedienter Verbandsfunktionär dem Reformer Klinsmann mit größtem Misstrauen.

Schon zu Beginn seiner Zeit als Bundestrainer gab es Hohn und Spott zuhauf: Weil er mit neuen Methoden ankam, einen Fitnesstrainer aus Arizona verpflichtete, dazu noch einen Taktikexperten aus der Schweiz und einen Psychologen. Und dann noch die erregte öffentliche Debatte über den kalifornischen Wohnort Klinsmanns.

Der Bundestrainer war nun nicht nur der Mann mit dem Gummitwist, sondern fast schon Vaterlandsverräter. Außerdem holte er junge, relativ unerfahrene Spieler in den Kader und enthronte “King Kahn”. Das Establishment des konservativen Fußball-Deutschlands verstand das nicht. Frontal 21: Vom Grinsi-Klinsi zum Helden

Wenn er von einem Zehn-Jahres-Plan redet, sucht Klinsmann jetzt schon eine Ausrede. … Dann kann man nach einer Pleite im Jahre 2006 sagen: ich habe doch gleich gesagt, es geht nicht so schnell. (Lothar Matthäus, 29. Juli 2004)

[Klinsmann] muss lernen, und zwar sehr viel und sehr schnell. Obgleich ich erhebliche Probleme damit habe, dass ausgerechnet die Nationalmannschaft als Lehrstätte für Bundestrainer-Azubis dienen soll. (Paul Breitner, 1. August 2004)

BILD sagt, was JETZT passieren muß. Klinsmann muß sich helfen lassen (…)
Der Krisen-Klinsi braucht nun Hilfe von erfahrenen Trainern. Von Franz Beckenbauer, der seine Unterstützung anbietet. Von Christoph Daum, mit dem sich Klinsi in Istanbul getroffen hatte. (…)
Schluß mit Experimenten
Richtig: Klinsi hat in seiner Amtszeit 11 Neulinge geholt. War bitter nötig nach dem EM-Desaster 2004. Doch in der WM-Saison muß die Zeit der Experimente vorbei sein.(…)
Schluß mit Gummi-Twist
Keine Frage: Die US-Fitmacher helfen den Spielern mit neuen Methoden auf die Sprünge. Gummi-Twist – warum mal nicht? (…)
Allerdings: Noch immer handelt es sich um eine Fußball- und keine Fitness-Mannschaft. (…) Ja, starten wir denn bei der Bodybuilder-WM? (BILD, 10. Oktober 2005)

Der Bundestrainer lacht – und unser Fußball ist nur noch zum Weinen. Drei Monate vor der WM haben wir keine konkurrenzfähige Elf mehr. (BILD, 3. März 2006)

Eine desolate Mannschaft, die weder seine Taktik noch seine Personal-Politik begreift. Und völlig verunsicherte Spieler, deren Selbstvertrauen unter Null sackt, sobald sie das Trikot mit dem Bundesadler anziehen. (Alfred Draxler, 3. März 2006)

Klinsmann hat mit seinem unprofessionellen Verhalten inzwischen für so viel Unruhe gesorgt, daß eine erfolgreiche WM mit ihm als Bundestrainer kaum noch möglich sein dürfte. (Alfred Draxler, 7. März 2006, Hervorhebung von mir)
BILDblog: „Erfolgreiche WM mit Klinsmann kaum möglich“

Und leider muss man zugeben, dass die Italiener vorgestern abend einfach die bessere Mannschaft waren. Das hat man vor allem in der zweiten Halbzeit und in der Verlängerung gemerkt.

Die deutsche Mannschaft war einfach fertig. Argentinien war wesentlich anstrengender als der Spaziergang Italiens durch die harmlosen Ungarn Ukrainer.

Um so bewundernswerter war der Kampfgeist, den unsere Mannschaft gezeigt hat. Den Siegeswillen. Auch noch nach neunzig Minuten. Nur ein Tor wär ganz praktisch gewesen, denn darum geht es im Fußball.

Zusammen mit Italien steht die Altherrenmannschaft Frankreichs im Finale. Glanzlos haben sie gegen die noch glanzloseren Portugiesen gewonnen, die mich nur in den letzten 10 Minuten überzeugen konnten.

Bezeichnend ist, dass beide Final-Mannschaften Spiele durch einen Elfmeter für sich entscheiden konnten. Italien mit dieser unsäglichen Nummer gegen die Australier und die Franzosen in ihrem Halbfinale. Und auch bei diesem Elfmeter bin ich mir um die Rechtmäßigkeit nicht so sicher. Klar gab es eine Berührung, aber ob man deshalb im Strafraum fallen muss weiß ich nicht. Auch der Blick, den der Gefoulte dem Schiedsrichter zuwarf strahlte eine gewisse Unsicherheit aus.

Wie auch immer. Es geht jetzt für Deutschland um den 3. Platz und wer hätte daran vor einem Monat noch geglaubt? Daran, dass wir Argentinien schlagen und knapp gegen Italien den Finaleinzug nicht schaffen wo nicht Brasilien sondern Frankreich steht?

Drücken wir unserer Mannschaft die Daumen.

Ob Klinsmann weitermachen wird steht unterdessen noch in den Sternen. Ich tippe darauf, dass er aufhören wird. Warum? Er hat sein Ziel, Weltmeister zu werden nicht erreicht und ist trotzdem auf dem Höhepunkt seiner Trainerkarriere. Und wenn es am schönsten ist sollte man gehen. Ansonsten könnte seine Blase so zerplatzen wie Völlers. Ich hoffe trotzdem darauf, dass er konsequent weitermacht und seine Methoden durchzieht. Und dass ich mir im Ernst-Happel-Stadion das Finale 2008 mit deutscher Beteiligung anschauen kann…

Die Italiener neigen zu Schwalben, das ist bekannt. Aber diese Elfmeterentscheidung in der Nachspielzeit des Achtelfinales gegen Australien war definitiv eine krasse Fehlentscheidung.

Und dann diese Unfairness, nachdem sich der Italiener fallen lässt schaut er zum Schiedsrichter und beginnt mit breit zu lachen. Die anderen Spieler seiner Mannschaften kommen und gratuliern ihm zu dem tollen Elfmeter, den er herausgeholt hat.

Das ist unfair und gehört eigentlich bestraft. Italien hat damit jedenfalls einen unrühmlichen Schlusspunkt unter die australische Geschichte bei dieser WM gesetzt.

Für den Schiri ist das natürlich schlecht zu sehen, während dem Spiel geht das alles sehr schnell. Nach ein paar Zeitlupen kann ich das auch sehen Marc Schwarzer (Australien)

Den [Elfmeter] musste man leider geben. Günter Netzer (ARD)

Elfmeter in der 95. Minute… man kann sich sein Glück auch erzwingen. Man sagt halt, wenn der Schiri pfeift ist es Elfmeter, und wir werden Weltmeister!!! Italienfan in Köln, dem alle Mittel recht sind (via ARD)

Gerade noch im ZDF gehört:

Sechs ist gerade richtig, erst recht vor solch einem Spiel. Jürgen “Kloppo” Klopp (ZDF) zur Frage JBKs ob sechs Tage zwischen den Spielen nicht zu lang sind

Ich finde die Musikauswahl in den Stadien ja relativ zweifelhaft, vor allem, dass nach jedem Spiel “Go West” von den “Pet Shop Boys” gespielt wird. Nach allen Spielen?

Nein, denn am Ende des Spiels Portugal – Iran (2:0) wurde “Forca” von Nelly Furtado gespielt. Angesichts der politischen Situation wohl auch besser, oder?

(Natürlich kann man sich auch nur deshalb für “Forca” entschieden haben, weil es der Song der EM in Portugal war.)