Das haben wir nun von den angekündigten Neuwahlen: Angie Merkel als Kanzlerinkandidatin und einen Kanzler Schröder, der aus seinem Weg zu Neuwahlen ein Geheimnis ist. Zudem Parteien, die ohne Konzepte Politik machen wollen.

Seien wir doch einmal ehrlich: Keine der Parteien hat momentan ein Konzept, die SPD versucht(e) alles eine wettbewerbsfähige Kapitalismuswirtschaft zu entwickeln, verliert dabei die Unterstützung der Gewerkschaften und erhält kaum Unterstützung von der Wirtschaft. Diese hat die CDU, obwohl die geplanten Maßnahmen mit denen der Sozialdemokraten beinahe übereinstimmen.

Zudem gibt es schwammige Ankündigungen wie Steuersenkungen der Union, wenn sie denn dann die Wahl gewinnen. Welche das genau sein sollen und wie man das finanzieren will bleibt sie uns schuldig: „Die Ausnahmen sollen eingeschränkt und die Pendlerpauschale gesenkt werden.“ Was bedeutet das aber? Ganz einfach: Die vierte Stufe der Arbeitsmarktreform („Hartz IV“) fordert von den arbeitslosen Potentiellarbeitnehmern Flexibilität, bis zu drei Stunden darf der Arbeitsweg mit Bus oder Bahn dauern. Sobald die Pendlerpauschale weg fällt wird Flexibilität teurer und das kann nicht im Sinne des Erfinders sein.

Als Finanzierungsmethode kann es (für die Union) nur noch ein Mittel geben: Anheben der Mehrwertsteuer. Das scheint auf den ersten Blick sinnvoll, denn wer viel kaufen kann bezahlt dann automatisch auch mehr steuern. Dabei darf man nicht vergessen, dass wir uns in einer „Konsumflaute“ aufhalten, die Leute also jeden Euro zweimal umdrehen. Dies geht auf viele Ursachen zurück, zum einen auf den Irrglauben, dass in Deutschland alles billig sein muss, weil es ja günstig im Ausland hergestellt wird. Zum anderen macht in regelmäßigen Abständen der Geist des „Teuro“ die Runde, obwohl man – nach anfänglichen Preiserhöhungen – eine deutliche Entspannung der Preise beobachten kann, lediglich die Preise für Öl und damit Heiz- und Bewegungskosten steigen stärker.

Alles in allem fehlen allen Parteien noch generelle Konzepte, mit denen sie zur Wahl antreten wollen. Innovative Konzepte fehlen bei Rot und Schwarz gleichermaßen, es wird weiterhin versucht die Konzepte der Arbeitsgesellschaft der sechziger und siebziger Jahre durchzusetzen statt die Zeichen der Zeit zu erkennen und innovative Konzepte für die Wirtschaftsmacht Deutschland (ja, das sind wir wirklich) zu entwickeln und diese umzusetzen. Die Wirtschaft „lebt“ heutzutage von Maschinen, Robotern und Computern statt von Arbeitskräften. Aber die Arbeitskräfte finanzieren unser Sozialsystem. Das kann auf lange Sicht nicht gut gehen.

3 thoughts on “Kopfloses Deutschland

  1. Deine letzten beiden Sätze gefallen mir am besten. Ein richtig guter Beitrag. Aber wie man auch darin erkennt, niemand hat so wirklich ein Konzept, dass funktioniert. Meiner Meinung nach hat die Union nur Vorteil bei den Wählern, da die Wähler sich sagen: „die rot/grüne Regierung war dran, jetzt gehts und schlecht. und die union sagt, sie hätte es anders gemacht und dann gings uns besser. daher wähl ich die.“ Des einen Freud ist des anderen Leid.
    Meine Meinung: es gibt in Deutschland keine Partei, die diese Probleme vernünftig und ohne auf den Schultern der Bürger austragen kann.
    Nur mal so am Rande: die Politiker sparen bei uns an allen Ecken und Enden. Aber ihre Diäten und Gehälter erhöhen sie sich selbst jedes Jahr in Sitzungen, ohne das man viel damit mitkriegt. Das nenne ich sparen an flascher Stelle. Klar sollten die auch was verdienen, aber doch nicht 5stellige Beträge pro Monat. Beispiel für die Diäten: für jedes Jahr, was man als Abgeordneter im Bundestag war, dazu zähglt auch wenn man nur paar mal da ist, de facto zählt also die Wahl in den BT, dann kriegen die zu ihrer hohen Rente noch pro Jahr im BT ca 400€ dazu.
    Hoffentlich geht uns da bald mal das Papier aus um Geldscheine zu drucken.

    Grüsse aus der Trierer Uni

  2. Ich möchte auch nur die letzten drei Sätze kommentieren: Ich weiß leider nicht mehr, wo ich es gehört habe und wer es gesagt hat, aber als die Maschinisierung und Computerisierung der Wirtschaft im letzten Jahrhundert in Deutschland eingesetzt hat, sollen darunter nicht die Arbeitsplatzzahlen gelitten haben. Es soll also keinen direkten Zusammenhang geben. Zahlen sollen das bestätigen. Wie ihr merkt, spreche schreibe ich im Konjunktiv. Ich kann es leider nicht belegen – noch nicht. Falls ich Quellen dazu finde, poste ich sie noch nach.

  3. @Michael: So lange es nicht dermaßen kostenersparend war die physische Arbeit – und darum geht es ja hauptsächlich – ins Ausland zu verlegen war die Technisierung natürlich kein Problem. Seit der Öffnung des Ostens, v.a. China, wurde es immer lukrativer.
    Mittlerweile ist es sogar möglich sich durch Chinesen zu finanzieren, die den Tag lang nichts anderes machen als Banner auf der eigenen Seite anzuklicken – naja, zumindest wurde das schon mal angedacht.

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