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Schäuble kotzt mich an

Ich rege mich ja über jeden Politiker immer mal auf, aber was mit Wolfgang Schäuble los ist spottet jeder Beschreibung. Nicht nur, dass er jetzt diese dubiosen Online-Durchsuchungen mal gestoppt hat, sondern auch, dass er sämtliche Verbindungsdaten für sechs Monate speichern will – was komplette Profile möglich macht. Wie wirkungsvoll Online-Durchsuchungen sind zeigt die Anzahl von Durchsuchungen, die vorgenommen wurden: 12. Wahrscheinlich hatten alle anderen Anti-Trojaner-Software auf ihrem Rechner. „Das Internet gewinnt bei der Bedrohung durch den internationalen Terrorismus immer mehr an Bedeutung“ näselte der Minister in seinem skurrilen Akzent. Deshalb, weil das Internet bei Terroristen wichtige Bedeutung hat, müssen die Daten aller Bundesbürger aufgezeichnet werden. Ich schätze mal, dass 99,99% aller in Deutschland lebenden Menschen keine potenziellen Terroristen sind. Ich habe meinen beiden Vertreterinnen im Bundestag, Anita Schäfer und Lydia Westrich, eine E-Mail geschickt, auf die Antwort warte ich noch. Ein Auszug:

Ich bin in ihrem Wahlkreis aufgewachsen, wo Bespitzelung und Spionage nie ein Thema waren. In Westdeutschland war man immer stolz darauf auf den Osten zu zeigen, der seinen Bürgern nicht vertraute und sie kontrollierte, und zu sagen: Wir sind frei. Anscheinend ist es damit vorbei. In der Paranoia in der sich die Innenminister beider Lager (Schily, Schäuble) scheinen diese rechtsstaatlichen Grundsätze nicht mehr zu gelten.

Jeder Demokrat, jeder freiheitsliebender Mensch muss strikt gegen diese informationstechnische Paranoia sein, sie ablehnen. Man bedenke: Unsere Nationalhymne enthält die Zeile „Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand“. Eine ständige Überwachung fördert die Einigkeit sicherlich nicht und ist Unrecht. Von Freiheit zu sprechen wäre glatter Hohn. Glücklich wäre nur einer: Paranoia-Schäuble. Er muss gestoppt werden, da gibt es keine Diskussion. (Grafik mit der Schriftart „Parole“ von FontShop)

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