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O’Sullivan Snookergott?

Wer Gott sucht und ihn bisher nicht finden konnte, sollte (...) dringend Eurosport einschalten. (...) Regelmäßig über 500 000 deutsche Zuschauer sind diesem Spieler aus einer anderen Galaxie und seinen Konkurrenten derzeit verfallen (beim Finale werden es mehr als eine Million sein, so des Senders Prognose) – so etwas wie ein Quotenwunder, denn nicht einmal Handball erreicht bei dem vom DSF gesendeten Liga-Spielen einen derartigen TV-Zuspruch.

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Zugegeben: Diejenigen, die Snooker bislang nichts abgewinnen konnten, werden ihn sich anders vorstellen. Gott trägt zurzeit langes schwarzes Haar und außerdem, damit dies nicht ins Gesicht fällt, eine affig aussehende Spange. Gott gähnt gelangweilt, um seine Gegner zu provozieren.

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Überhaupt ist Gott, den Erdenbewohner mit bürgerlichem Namen Ronnie O’Sullivan rufen, ein ziemlicher Flegel. Neulich (...) hat der 29-jährige Engländer dem riesigen, 3,60 mal 1,80 Meter messenden Tisch mit den unfassbar engen Taschen den Mittelfinger gezeigt. Weil der Weltmeister von 2001 es schlicht als Häresie empfand, dass die Tasche nicht, wie er es vorbestimmt hatte, den Ball verschluckte. Daraufhin drohte ihm die Turnierleitung mit einer saftigen Geldstrafe. (...) »Wenn man mich bestrafen will, dann soll man es tun«, sagte O’Sullivan, »mir ist das eigentlich egal, weil ich eine Menge Geld habe«. Die Profis des Snooker, edelste und komplizierteste Variante des Billard, sind anständig und nobel, sie gelten als die letzten Ausläufer des aristokratischen Sports des 19. Jahrhunderts. O’Sullivan dagegen ist arrogant und überheblich. Ein Außenseiter. Ein Rocker.

(...E)r kann es sich leisten. Bei der WM im vergangenen Jahr spielte er ein (...) Maximum Break, das perfekte Spiel. 147 Punkte in einer Serie (...). Dabei spielte O’Sullivan nicht nur gewohnt präzise und genial in der Ablage, die den nächsten Stoß vorbereitet. Er war so schnell, dass die anderen Profis ihr paralleles Spiel unterbrachen, um ihm zuzusehen und zu staunen.

O’Sullivan benötigte dafür (...) 390 Sekunden. »Ronnie in diesen gut sechs Minuten zu beobachten«, sagte (...) sein (...) Konkurrent Alan McManus, »ist wie Gott bei der Arbeit zuschauen zu dürfen«. Nur dass es nicht wie Arbeit aussehe.

Einmal zuvor nur war ein schnelleres Spiel auf den grünen Filz gezaubert worden: Bei der WM 1997. Ebenfalls von O’Sullivan. Damals brauchte er sagenhafte 320 Sekunden, als er wie in Trance um den Tisch rannte. Fachleute raunten: Ein Rekord für die Ewigkeit. Seitdem nennen die Fans ihn auch »the rocket«. Die Rakete.

Also für mich spielt O’Sullivan auf jeden fall im Moment absolut genial. Ich hab ja selbst schon an nem Snooker-Tisch gespielt und das ist sicher 10x so schwer wie Pool.

Oh, es steht schon wieder 6:1 für O’Sullivan… und das gegen Hendry… unglaublich!

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