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Lerntensid?

In die Gemeinschaft fügt er sich ein, bleibt aber ein Individualist. Zeugnis 4. Klasse

Die Eigenschaften von Tensiden sind ja bekannt: Auf der einen Seite hydrophob, also wasserabstoßend, auf der anderen hydrophil.

Auch in der Schule scheint es »lernophobe« und »lernophile« Menschen und Fächer zu geben. Dabei geht es nicht unbedingt um den Willen etwas zu lernen oder um die Fähigkeit Wissen in sich aufzunehmen. Es ist vielmehr eine Frage der Individalität, ob man in das von der Schule (bzw. vom Ministerium) vorgefertigte Lernschema passt. Auch muss das Fach in dem man strebsam ist gesellschaftlich (d.h. auch ministeriell) anerkannt sein.

Als kleines Beispiel soll hier mal meine Tätigkeit bei der Schülerzeitung angenommen werden. Als ich von meinen Anstrengungen beim Layout erzählte meinte mein Informatik-Lehrer nur: »So eine Zeitung herzustellen geht auch in Word.« Ich widersprach heftig und außer einem Eintrag im Zeugnis »Mitwirkung bei der Schülerzeitung« kam nichts dabei rum.

Zugegeben, Mediengestaltung allgemein ist ein außergewöhnliches Hobby und vielleicht für außenstehende nicht leicht nachzuvollziehen, es ist jedoch immer eine große Herausforderung, die zusätzlich noch viel Spaß macht. Kurzum, jede Neuigkeit, die sich in diesem Bereich tut sauge ich auf, bin also lernophil.

Dies gilt auch für politische Geschehnisse und Webdesign.

Und lernophob? Lernophob werde ich dann, wenn ich den Sinn hinter dem Lernen nicht sehe. Wenn ich in Religion beipielsweise ein Buch lesen soll obwohl ich Religion nicht einbringe. Oder wenn ich keine Erfolgsaussichten sehe, wobei es dann durchaus passieren kann, dass ich in Mathe ohne gelernt zu haben im Test 8 Punkte habe.

Es gibt natürich auch noch die Version, dass man mit bestimmten Prüfungsarten nicht hinkommt. Die einen haben Probleme mit Tests, andere mit mündlichen Prüfungen, wieder andere mit Kursarbeiten.

Ich wäre dann wohl »abiphob«.

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