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Wenn die Grünen das mal erlebt hätten...

Doch die Grünen haben nichts damit zu tun. Was, so fragt man sich, kann eine Partei bewirken, deren Kernkompetenzen von den Volksparteien eingenommen werden? Und wie kommen die dazu plötzlich, genau diese Dinge aufzugreifen?

Ein Paradigmenwechsel ist jedoch nicht zu erkennen. SPD und CDU, in trauter Zerstrittenheit vereint, springen auf den rollenden Öko-Zug mit auf. Der Zug, bei dem die Grünen die Bremsen gelockert haben und der von den Bürgern angetrieben wird.

Die kaufen nämlich „Öko“. Das ist nicht nur hip und modern, es beruhigt ja auch das Gewissen, wenn man mit seinem BMW X5 durch die Innenstadt braust um mal kurz ein paar Öko-Freilandeier zu holen.

Ich habe nichts gegen Öko, kaufe es auch hin und wieder (kommt auch auf den Geldbeutel und dessen Inhalt an), man sollte aber bedenken ob man nicht wirklich seine Lebensgewohnheiten umstellen sollte. Schaden kann es ja nicht.

Dass jetzt mit dem Finger immer aufeinander gezeigt wird macht die Dinge nicht besser. Umweltschonende Dinge brauchen eben auch eine entsprechende Entwicklungszeit. Zuhause haben wir schon immer Energiesparlampen benutzt, meine Schwester (geb. 1990) kennt sie hauptsächlich aus Filmen. Umweltschutz und die Beachtung der Natur waren auch dadurch immer Bestandteil unseres Lebens.

Man muss kein Prophet sein um zu sehen, dass es dramatische Klimaveränderungen gibt. Man kann geteilter Meinung darüber sein, welchen Beitrag der Mensch an diesen Veränderungen hat. Sicher ist jedoch, dass er einen Anteil daran hat.

Dabei ist es ganz einfach Energie zu sparen. Und Energie zu sparen heißt immer auch Geld zu sparen. Und Geld sparen wollen wir alle, oder?

Bestes Beispiel ist die Fortbewegung: Alleine das Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel spart Geld und ist gut für die Umwelt. Dies ist jedoch leider nicht immer möglich, beispielsweise, wenn man auf dem Land lebt und flexibel bleiben muss/möchte. Ob dann allerdings Busse mit über 50 Sitzplätzen, die kaum besetzt sind, der Umwelt helfen darf bezweifelt werden. Neben effizienteren und flexibleren Lösungen im ÖPNV muss also die Einheit verkleinert werden um Sprit zu sparen. Hier in Wien fahren die Busse übrigens mit Gas.

Wenn es denn dann ein Auto sein muss (und es muss meistens eines sein), dann doch bitte ein sparsames. VW hat den größten Fehler gemacht, den 3-Liter-Lupo nicht weiter zu entwickeln. Das Auto stieß gerade einmal 81g CO2 pro Kilometer aus, bis es Mitte 2005 eingestellt wurde.

Wirklich gefährlich werden den Wolfsburgern deshalb die Konkurrenten aus Japan, allen voran Toyota. Diese haben mit ihren Hybrid-Autos einfach die Nase vorne, was das wichtigste Verkaufsargument der Zukunft angeht: CO2-Ausstoß.

Aber auch im Badezimmer gibt es Sünden: Wenn man beim Zähneputzen oder Rasieren das Wasser laufen lässt, beispielsweise. Oder wenn man badet statt zu duschen. Oder wenn man nach einem „keinen Geschäft“ das Wasser noch Sekundenlang in Abwasser verwandelt.

Das sind alles Dinge, die helfen. Dinge, die dem einzelnen nicht weh tun, die aber, wenn sie von allen zusammen angepackt und umgesetzt werden, wirklich eine Verbesserung bewirken können.

Ob die Grünen sich da in Zukunft noch mit innovativen Ideen einbringen oder nicht, das bleibt abzuwarten. Vielleicht haben sie das Mittel Umweltschutz noch Verträglicher für Wirtschaft und Gesellschaft zu machen. Das wäre durchaus wünschenswert.

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