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Klinsmann tritt zurück

Jürgen Klinsmann tritt zurück. Das melden BILD und Süddeutsche Zeitung.

Zwei Jahre lang wurde ihm systematisch Steine in den Weg gelegt. Nur, weil jetzt jeder mit dem Gewinner Klinsmann mitfeiern will, muss er sich ja nicht darum kümmern.

Klinsmann macht wieder was er will. Und wieder ist es nicht recht. Welche Querelen gab es wegen seines Wohnsitzes oder seiner Trainingsmethoden? Wie wurde er angesichts der T-Frage kritisiert?

Klinsmann hat einen wichtigen, reformatorischen Weg eingeschlagen. Es bleibt zu hoffen, dass Joachim „Jogi“ Löw den Weg beibehält… Sofern er denn Bundestrainer werden sollte.

Es gilt nun den Wunsch Klinsmanns zu respektieren. Er hat bisher alles richtig gemacht, warum sollte er gerade jetzt einen Fehler machen?

Dabei waren noch vor wenigen Monaten viele gegen ihn, angestachelt durch Kritik von “Bild”, Franz Beckenbauer und FC Bayern-Managern, der so genannten Bild-Bayern-Beckenbauer-Lobby. Auch und gerade beim Deutschen Fußball-Bund begegnete manch altgedienter Verbandsfunktionär dem Reformer Klinsmann mit größtem Misstrauen.
Schon zu Beginn seiner Zeit als Bundestrainer gab es Hohn und Spott zuhauf: Weil er mit neuen Methoden ankam, einen Fitnesstrainer aus Arizona verpflichtete, dazu noch einen Taktikexperten aus der Schweiz und einen Psychologen. Und dann noch die erregte öffentliche Debatte über den kalifornischen Wohnort Klinsmanns.
Der Bundestrainer war nun nicht nur der Mann mit dem Gummitwist, sondern fast schon Vaterlandsverräter. Außerdem holte er junge, relativ unerfahrene Spieler in den Kader und enthronte “King Kahn”. Das Establishment des konservativen Fußball-Deutschlands verstand das nicht. Frontal 21: Vom Grinsi-Klinsi zum Helden

Wenn er von einem Zehn-Jahres-Plan redet, sucht Klinsmann jetzt schon eine Ausrede. … Dann kann man nach einer Pleite im Jahre 2006 sagen: ich habe doch gleich gesagt, es geht nicht so schnell. (Lothar Matthäus, 29. Juli 2004)

[Klinsmann] muss lernen, und zwar sehr viel und sehr schnell. Obgleich ich erhebliche Probleme damit habe, dass ausgerechnet die Nationalmannschaft als Lehrstätte für Bundestrainer-Azubis dienen soll. (Paul Breitner, 1. August 2004)

BILD sagt, was JETZT passieren muß. Klinsmann muß sich helfen lassen (…)
Der Krisen-Klinsi braucht nun Hilfe von erfahrenen Trainern. Von Franz Beckenbauer, der seine Unterstützung anbietet. Von Christoph Daum, mit dem sich Klinsi in Istanbul getroffen hatte. (…)
Schluß mit Experimenten
Richtig: Klinsi hat in seiner Amtszeit 11 Neulinge geholt. War bitter nötig nach dem EM-Desaster 2004. Doch in der WM-Saison muß die Zeit der Experimente vorbei sein.(…)
Schluß mit Gummi-Twist
Keine Frage: Die US-Fitmacher helfen den Spielern mit neuen Methoden auf die Sprünge. Gummi-Twist – warum mal nicht? (…)
Allerdings: Noch immer handelt es sich um eine Fußball- und keine Fitness-Mannschaft. (…) Ja, starten wir denn bei der Bodybuilder-WM? (BILD, 10. Oktober 2005)

Der Bundestrainer lacht – und unser Fußball ist nur noch zum Weinen. Drei Monate vor der WM haben wir keine konkurrenzfähige Elf mehr. (BILD, 3. März 2006)

Eine desolate Mannschaft, die weder seine Taktik noch seine Personal-Politik begreift. Und völlig verunsicherte Spieler, deren Selbstvertrauen unter Null sackt, sobald sie das Trikot mit dem Bundesadler anziehen. (Alfred Draxler, 3. März 2006)

Klinsmann hat mit seinem unprofessionellen Verhalten inzwischen für so viel Unruhe gesorgt, daß eine erfolgreiche WM mit ihm als Bundestrainer kaum noch möglich sein dürfte. (Alfred Draxler, 7. März 2006, Hervorhebung von mir)
BILDblog: „Erfolgreiche WM mit Klinsmann kaum möglich“

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