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Wehe, wenn sie losgelassen...

Ausnahmsweise meine ich damit nicht die Abiturienten sondern die websiteschreibende Zunft der Lehrer:

Die Abiturient(inn)en feierten heute ihre Reifeprüfung und sorgten mit einer Spaßveranstaltung für 60 nicht gehaltene Unterrichtsstunden und einige glückliche Schüler(innen). Die Schülerschaft wurde angemalt, in der Turnhalle zusammengetrieben und freute sich über lustige Spielchen.
Am Donnerstag fand der Frohsinn seine Fortsetzung beim traditionellen Abi-Umzug, der, wie üblich, von den Abiturient(inn)en der drei Gymnasien der Stadt gemeinsam zelebriert wurde, infantil auch wie üblich. Sekt, Bier und Alkopops heizten die Stimmung an und sorgten für einige Tadel bei Schüler(inne)n unserer Mittelstufe, die dem coolen Beispiel folgen wollten. Der Chronist wendet sich mit Grausen. Reifeprüfung? Herr Theysohn auf leibniz-ps.bildung-rp.de (Aus dem Frameset verlinkt – ich hatte keine Andere Wahl. Hervorhebungen von mir.)

Dazu muss ich folgendes feststellen:

  1. Die Freude der »Schülerschaft« über die »lustigen Spielchen« hielt sich deutlich in Grenzen, die Veranstaltung wurde eher als langweilig eingestuft.
  2. Abgesehen davon, dass hinter »infantil« ein weiteres Komma fehlt, wurde der »Abi-Umzug« nicht als kulturelles, niveauvolles Entertainmentprogramm für Jung und Alt angekündigt. War es denn auch nicht.
  3. Von Seiten der Abiturienten des Leibniz-Gymnasiums waren nie »Sekt« oder »Alcopops« im Spiel. Welche (mitunter alkoholischen Getränke) sich auf den Wägen anderer Schulen befand entzieht sich meiner Kenntnis.
  4. Tadel für saufende Mittelstufler find ich cool.
  5. Auch, wenn sich mir die Geschichte des Chronisten in allen Einzelheiten entzieht, so gehe ich davon aus, dass er such in der Situation eines heutigen Abiturienten ähnlich verhalten hätte. Oder auch nicht.
  6. Zudem ist das Abitur die »Allgemeine Hochschulreife« und damit alles andere als ein Ausdruck der sittlichen oder emotionalen Reife.

Der einzige Anti-Alk-Abiturient vom donnerstag wendet sich angesichts diesen Feststellungen wieder erbaulichen Dingen zu.

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