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Indien ist nicht der Iran

Ich fasse einmal zusammen:

Bin ich eigentlich der einzige, der das irgendwie widersprücklich findet? Anscheinend nicht. Andreas Zumach von der taz schreibt in seinem Artikel Bushs Geschenk für Ahmadinedschad:

Die beiden Staaten [Indien und Pakistan] hätten “nie so getan, als ob sie das Streben nach Nuklearwaffen aufgegeben hätten” [(John Bolton)] – anders als Iran. Der habe schließlich den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet und wolle dennoch heimlich Atombomben bauen.

Washington darf sich nicht wundern, wenn Boltons Äußerung im Iran und anderswo geradezu als Aufforderung verstanden wird, aus dem Abkommen auszusteigen, auch weiterhin nicht beizutreten (Pakistan, Israel) oder den vollzogenen Austritt nicht wieder rückgängig zu machen (Nordkorea).

Washingtons Nuklearpakt mit Delhi, der auf eine durch internationale Kontrollen gewährleistete strikte Trennung zwischen “zivilem” und militärischem Atomprogramm Indiens setzt, bringt die US-Regierung in Widersprüche zu ihrer bisherigen Behauptung der Unzuverlässigkeit internationaler Rüstungskontrollregimes. Eine Behauptung, mit der die präventive Militärstrategie von 2002 sowie der Irakkrieg begründet wurden und mit der demnächst vielleicht auch Angriffe gegen Iran gerechtfertigt werden. Wie die IAEO die ihr von den USA zugedachte Rolle wahrnehmen soll, die strikte Trennung zwischen “zivilem” und militärischem Atomprogramm Indiens – eines Nichtmitglieds des Sperrvertrages – zu überwachen, ist bislang nicht geklärt. Andreas Zumach, die tageszeitung vom 03.03.2006, Seite 2, Bushs Geschenk für Ahmadinedschad

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