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Vom weißen Neger Wumbaba und Molwanîen

Zwei sehr nette Bücher habe ich in den erlauchten Kreis der „von Eric zu Ende gelesenen Bücher“ aufgenommen:

Der weiße Neger Wumbaba kehrt zurück (Axel Hacke & Michael Sowa)

Ein großartiges, kleines Buch mit vielen Geschichten rund ums Verhören. Bereits der 1. Teil (Partnerlink) hat mich damals in den Bann gezogen, vielleicht aus dem Grunde, dass ich mich auch immer gern verhörte und verhöre. Im neuen Buch nun gibt es auch eine Hitparade („Charts“) des Verhörens. Ganz weit vorne ist Herbert Grönemeyer, dessen Lied Männer folgender Text zugeordnet wurde: > Männer haben Schwerdienst leicht Außen hart und innen geeicht.

Welch poetischer Text im Vergleich zu dem, was Grönemeyer tatsächlich ähhh… singt: > Männer haben’s schwer, nehmen’s leicht, außen hart und innen ganz weich.

Weitere Beispiele würden den Rahmen einer kleinen Buchbesprechung allerdings sprengen. Das buch ist gut geeignet, wenn man sich entspannen will und keine Lust hat sich mit ernsten Themen auseinander zu setzen. Das ein oder andere Lächeln und vielleicht das ein oder andere Lachen wird es jedem entlocken. Das Buch ist bei Kunstmann erschienen und hat knapp 70 Seiten, ist also eine kleine, angenehme Lektüre für zwischendurch. Bei Amazon anschauen. (Partnerlink) ## Molwanîen – Land des schadhaften Lächelns (Santo Cilauro, Tom Gleisner & Rob Sitch)

Dieses Buch aus dem Heyne-Verlag hat schon gewisse Qualitäten obwohl dieser „Jetlag Travel Guide“ ein satirischer Reiseführer über ein fiktives Land Molwanîen ist. Das Buch beginnt mit folgenden Sätzen: > Zwar ist die Republik Molwanien eines der kleinsten Länder Europas, doch hat sie dem anspruchsvollen Touristen viel zu bieten. Großartige Landschaften, prachtvolle neoklassizistische Architektur und Jahrhunderte der Kunst und Kultur sind zugegebenermaßen Mangelware.

Das buch ist gut zu lesen, nach zwei dritteln hat man aber das Gefühl es wiederhole sich. Die 170 Seiten, die das Buch umfasst sind nett gestaltet und die Hotel- und Restaurant-Kritiken wirklich gut geschrieben. Das Buch hat allerdings einen sehr herben Humor, der nicht jedem gefallen könnte und manchmal hart an der Geschmacksgrenze operiert. Zwei Beispiele: > **Warnung für Reisende!**Viele Restaurants in Molwanien versuchen Touristen anzulocken, indem sie „Tanz in traditionellen Kostümen“ anpreisen. Bedauerlicherweise scheint in Teilen von Gyrorik dies Kostüm immer häufiger aus einem BH und Höschen ohne Zwickel zu bestehen, was auch bei extrem liberaler Interpretation der molwanischen Geschichte nicht als authentisch gelten kann. Ferner ist diese Kleidung demütigend für die Männer, die sie tragen müssen.

Und hier eine – naja – fragwürdige Stelle: > Gyrorik ist natürlich auch der Geburtsort von Molwaniens berühmtesten Komponisten, Tzozar Czevkel (1772-1821), und eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten im Park ist das Czevkel-Denkmal, eine prächtige Bronzestatue, die das Musikgenie in einer typischen Pose zeigt – die Hose auf den Knöcheln, eine Flasche Cognac in einer Hand und ein Zigeunerjunge an der anderen.

Alles in allem ein gut lesbares Buch, das kürzer sein könnte und zum großen Teil Geschmacksache ist. Bei Amazon anschauen. (Partnerlink)

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